Gemessen am GAAP-Gewinn über die vergangenen vier Quartale notiert der
Welt-Referenzindex S&P 500 mit einem KGV von 125, rechnet die FTD
vor. Das ist nicht billig, sondern schweineteuer. Schon aber, werden
die Optimisten einräumen, die Verluste des vergangenen Jahres werden
sich nicht wiederholen. Wirklich nicht?
Porsche ist nur eines unter vielen Beispielen, wie mit fremden Mitteln
Fata Morgana-Gewinne ausgewiesen wurden, die zu astronomischen Boni
führten, sich aber nie realisieren liessen. Vorallem Finanzinstituten
wird nun das Gegenteil blühen, da führen auch keine "ich rechne mir die
Welt schön" Buchhaltungsregeln daran vorbei. Die Hoffnung, dass auf
jedem Miststock auch mal Rosen wachsen, dürfte schon bald der Erfahrung
Platz machen, dass Miststöcke in erster Linie stinken und das ist
garantiert.
Nochmals die FTD:
Ohne Staatshilfen und
-garantien wäre das komplette Bankensystem bankrott, die
Industriefirmen bekommen höchstens noch zu mörderischen Konditionen
Fremdmittel, die Kapazitätsauslastung ist rund um die Erde auf das
niedrigste Niveau seit Menschengedenken gesunken und die Staatfinanzen
laufen unmittelbar vor einem demografischen Schock aus dem Ruder.
Und in dieser Aufzählung fehlt noch ein weiteres Puzzlesteinchen, das ich im DGF gefunden habe...
Es
scheint nicht der Zweitwagen oder Drittfernseher zu sein, der die
meisten Amerikaner in die endgültige Pleite treibt. Laut einer
Harvard-Untersuchung sind es Krankheitskosten wie Arztrechnungen oder
Medikamente der Grund für zwei Drittel aller Privatinsolvenzen. Dabei
waren die meisten der Betroffenen sogar versichert.
Tja, und der
Staat kann nicht einmal helfen. Die Gesundheit der Wall Street ist
schliesslich wichtiger als die der amerikanischen Bürger. Weshalb? Weil
die Bürger sich gegenüber Washington weniger grosszügig zeigen als die
Finanzinstitute. Wer zahlt, dem wird geholfen, das ist die Lehre aus
dieser Krise.
Mit dem Konsum wird es also schwierig bleiben, doch das haben die wenigsten Analysten begriffen. Nochmals die FTD (Kaufen bei einem KGV von 125)
Die
nichtfinanziellen Sektoren hatten mit dem Druckmittel der
Globalisierung die Reallöhne gestutzt, während die Finanzbranche das
gemeine Volk bis zu den Ohren mit Kredit vollstopfte. Das sorgte für
hohe (aggregierte) Nachfrage bei gleichzeitig niedrigen Kosten und
führte zu der wundersamen Gewinnvermehrung, die einigen bis heute die
Sinne vernebelt. Dabei hatte die Industrie die erzielten Gewinne noch
nicht einmal reinvestiert, sondern ausgeschüttet oder für Übernahmen
zur Erhöhung der Marktmacht verwendet, wohingegen die Finanzbranche
sich während der Kreditsause sogar wahnwitzige Gehälter spielend
leisten konnte. Jetzt, wo die Schulden von Firmen und Verbrauchern
beglichen respektive von den Banken abgeschrieben werden müssen, fährt
der Zug mit Volldampf in die entgegengesetzte Richtung.
Wow, das
hätte ich jetzt auch nicht schöner beschreiben können. Billig ist somit
gar nichts. Wann aber diese Erkenntnis bei den Investoren ankommt, wer
weiss das schon. Wie meinte doch Madame Etoile im lokalen Zürcher TV:
Wir sind in einer Phase von Wunderglaube und Rauschzustand. Spätestens
im Spätsommer wird diese Phase zu Ende gehen. Da sind sich also die FTD
und die Astrologin einig. Bis dann sage ich nur: Bleibt nüchtern! (Trackback)
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Geschrieben von: physiker, am 04-06-2009 19:04 Der Link zur Madame Etoile hat es dann verraten. Nein ich als Physiker gehöre ausnahmsweise mal nicht der Inquisition an. Ja die derzeitige Neptun Jupiter Konjunktion steht für Selbsttäuschung und löst sich im Spätsommer auf. Und alles im allem sieht es astrologische tatsächlich so aus wie 1930. Die Astrologie funktioniert aber nur dann, wenn mal gerade nicht drauf achtet. Ansonsten zieht sich Miss Astrologie aus der Affäre und variiert minimal aber dennoch wesentlich, eben wie Tante Börse. Der Bill Bonner hat es noch nicht zugegeben aber beim Lesen seiner Artikel glaub ich auch langsam, dass sich seine an den Tag gelegte Sicherheit im Geheimen mit astrologischen Argumenten erklären lässt . Aber Warnung an alle, Herr Bonner hat sich schon seine Ländereien gekauft und das Spekulieren auf Gold versus Aktien ist für ihn ein bisschen ein Spiel. Ich wette es kommt anders als 1930. Wetteinsatz: Ich vermache mein restliches Leben der Herleitung eines physikalischen Modells, das die Wirkungsweise der Astrologie beschreibt. Geschrieben von: HRR, am 04-06-2009 22:15 @Physiker Schon aus astrologischer Sicht ist klar, dass es anders kommen wird. Es gibt soviele Zyklen und die sind eben nie genau gleich wie irgendwann in der Vergangenheit. Ist auch gut so, sonst wärs ja einfach. Was ich hingegen an der astrologischen Sichtweise mag, ist das zyklische Denken. Da wachsen keine Bäume in den Himmel. Da hätten sich manche "Experten" eine Scheibe davon abschneiden können. Geschrieben von: Time Traveller, am 05-06-2009 06:40 Wenn schon astrologische Betrachtung dann sollte Martin Schmid nicht fehlen. Das Interview findet man im Rohstoff-Spiegel, Ausgabe vom 18.4. Zum Archiv des Rohstoff-Spiegels geht es hier lang: http://www.rohstoff-spiegel.de/archiv.php Geschrieben von: Saviano , am 05-06-2009 16:50 Hier muss ich auf meinen Artikel "Einfache Bewertungsmethoden nützen nichts" hinweisen. Man kann es sich nicht so einfach machen und eine (zugegeben hohe) KGV-Zahl als Argument für fallende Börsen nehmen. Wenn wir aber bei "einfachen Kennzahlen" sind, wie sieht es aus mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,8 (USA) oder 0,5 (Deutschland)? Eine Marktkapitalisierung von nicht einmal 1 Jahresumsatz dürfte nicht besonders teuer sein, auch wenn die alten Gewinne und Gewinnmargen nicht so bald wieder zu erreichen sein werden. Wir brauchen keine Ackermann'sche 25%; selbst eine Umsatzrendite von - sagen wir - 5% würde die Aktien (im Schnitt, versteht sich) zu einer nicht so unattraktiven Anlage machen. Oder nicht? Geschrieben von: Frank Felber , am 06-06-2009 12:37 Ich bin ja als Börsenastrologe beruflich tätig und denke über die momentane Situation ähnlich. Jupiter Neptun sorgt aber nicht nur kollektive Illusionierung und Schönfärberei, sondern vor allem für Übermengen an Liquidität. Dies ist im Grunde den gesamten Jupiter / Neptun Zyklus verfolgbar. Weshalb es aus meiner Sicht nicht unbedingt wie in den 30iger Jahren kommen muss, wenn jetzt auch die Konstellationen nach Jupiter/Neptun ab Herbst einigen Konstellationen von damals recht ähnlich sind. Aber nur ähnlich, denn die beteiligten gespannten Winkeln stehen schließlich in anderen Zeichen. Wir hatten damals vor allem keine Jupiter Neptun Konjunktion kurz davor, die für riesige Liquidität sorgte. Ich denke, dass diese Rallye nicht nur von den "Dummen" getrieben wird, sondern vor allem auch von denjenigen, die sich sehr wohl der Gefahr dieser Weltwirtschaftskrise bewusst sind und sich wahrscheinlich dachten, dass Aktien noch immer einen besseren Schutz zum Teil darstellen als alles in Cash oder zum Teil in Gold zu halten. Dies sollte man auch bedenken, weswegen ich davon ausgehe, dass der Aktienmarkt nicht so stark einbrechen wird im Herbst, wie das alle Astrologen vermuten. Es wird schon eine Korrektur kommen, doch wir werden und bald darauf wieder davon erholen, bevor es Mitte nächsten Jahres ziemlich sicher noch ein letztes Mal ordentlich zur Sache geht - allerdings in Richtung Short. Trotz allem denke ich jedoch, dass wenn jemand langfristig ausgerichtet ist, er durchaus Substanzaktien auch kaufen sollte, denn wenn er alles in Chash hält, könnte er eventuell durchaus auch 30 - 40% an die Inflation in zwei drei Jahren verlieren. Astrologie ist übrigens physikalisch nicht nachweisbar und wird es wohl nicht werden. Es ist ein Geist, der alles Leben durchdringt und alles beeiflusst sich gegenseitig. Ähnlich wie in der Quantenphysik wird man wahrscheinlich eines Tages zur Erkenntnis kommen, dass der Geist die Materie beeinflusst bzw. dichtere Ebenen. Das Übertragungsfeld ist das allumfassende Bewusstseinsfeld. LG Frank Felber Geschrieben von: physiker, am 08-06-2009 15:39 @ Frank Felber Bezüglich der von Ihnen proklamierten Nichtnachweisbarkeit der Astrologie auf physikalischem Wege, würden mich schon Argumente dazu interessieren. Sie selbst greifen ja schon zu Anlehnungen an die Physik mit dem Begriff des Feldes, auch die Zyklen selbst sind ja schon physikalischen Ursprungs. Ich denke die Hauptschwierigkeiten bestehen darin, dass beide Disziplinen Angst haben den Hut der jeweilig anderen Betrachtungsweise übergestülpt zu bekommen. Muss aber nicht sein. Versucht man in beiden Modellen gleichzeitig zu denken, kann man dabei gewisse Abnormitäten (in der Physik: z.B. Polstellen) in den jeweiligen Modellen finden, die normalerweise von der Betrachtung ausgeschlossen werden, die eine Abnormität in dem einen Modell aber der anderen in dem anderen Model entspricht. In der Art würden beide Disziplinen als sog. klassische Astrologie und klassische Physik als Grenzfall von etwas Neuem weiter bestehen bleiben. Ich selbst sehe die Physik genauso als eine Kunst an mit gewissen Dingen um gehen zu können, wie z.B. Jonglieren, Börsenhandel, Psychotherapie... Hierbei kann wie bei jeder Kunst auch mal was danebengehen. Physik ist die Kunst mit Energien (F*S, E*D, p*V....) bestimmter Zustände und Vorgänge umzugehen, sie zu messen und zu verstehen, mehr nicht. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen und Unstimmigkeiten, die keiner erwartet und die durch Modellerweiterungen meist nur temporär befriedigt werden. Der Nimbus der Physik allein Vorhersagen machen zu können besteht nur so lange der Experimentator schon ziemlich orthodox vorgeht, was durch die Verfügbarkeit der Gerätschaften und Techniken schon mehr als nur heraufbeschworen wird. Trotzdem, wenn man sich hartnäckig an etwas stört, was einem nur persönlich aufgefallen ist, kann man schon gezwungen sein eine Modellerweiterung vornehmen zu müssen. Und genau das ist für mich der Punkt wo die Vorhersagbarkeit in der Physik relativiert wird, sie gilt immer nur innerhalb eines Modells. Es gibt physikalische Befunde, die sich schwer ohne ein gravitative Wirkung auf Quantensysteme - und das ist jetzt wichtig - in Energiebereichen, die nicht jenseits von Gut und Böse sind, erklären lassen. Ich denke es gibt ein Überschneidungspunkt zwischen Gravitation unter der Sicht der allgemeinen Relativitätstheorie und dem, was man "Entscheidung" nennen kann und was z.B. in der Physik beim Vorgang der Reduktion der quantenmechanische Wellenfunktion auftritt. Ob überhaupt und wann eine Technik, um mit einer solchen Theorie etwas "anfangen" zu können, entwickelt sein wird ist völlig offen, und passiert vielleicht erst im nächsten Zyklus Jupiter-Saturn-Konjunktion in Erde-Zeichen. Solange müssten wir etwas demütig diese Macht anerkennen. Aber ich möchte nicht in Ihrem Revier wilder und sicherlich können Sie mir Physiker auch auf andere Weise den Hut überstülpen. Artikel kommentieren
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