Im inoffiziellen Wettbewerb der besten Erklärungen für die
Wirtschaftskrise rollt Simon Johnson, ein ehemaliger Chefökonom des
Internationalen Währungsfonds, das Feld von hinten auf. Johnson
analysiert, wie bei allen Staaten in der Krise, die Gründe eigentlich
immer die gleichen sind. Die Eliten eines Landes verlassen in
langwährenden guten Zeiten den Pfad der Tugend und übernehmen zu viele
Risiken, um sie in der Krise dank ihren Beziehungen zur Politik an die
Allgemeinheit zu überwälzen.
Der Crash hat viele unschöne Wahrheiten ans Tageslicht gebracht. Die
alarmierenste ist, dass die Finanzindustrie effektiv die Regierung
übernommen hat. Ein Zustand laut Simon Johnson, der vorallem von
Entwicklungsländern in der Krise bekannt ist. Wenn der IWF offen über
die Vereinigten Staaten sprechen könnte, dann würde er uns erzählen,
dass eine Erholung der Wirtschaft unmöglich ist, solange die
Finanzoligarchie die nötigen Reformen blockiert.
Solche
Berichte sind wir uns über Länder wie Russland, Indonesien oder
Thailand gewohnt. Doch wenn es um die USA oder Europa geht, dann hört
sich das alles etwas anders an. Bei uns - sowas? Kann nicht sein.
Der Bericht in voller Länge: The Quiet Coup
P.S. Kuchtester hat Simon Johnsons The Quiet Group übersetzt: Der leise Staatsstreich
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Geschrieben von: HnH, am 01-04-2009 16:45 Dieser Artikel ist wirklich informativ und fuer mich auch eine Zeitbombe. Fuer mich besagt er nichts anderes, als dass die Regierungen nichts tun koennen und wir weiter dem Abgrund zurollen. Denn schliesslich gilt das nicht nur fuer die USA, sondern auch fuer die EU Laender und GB. Geschrieben von: kosh, am 02-04-2009 08:24 Ist zwar nicht grundsätzlich neu, diese Erkenntnis, aber zufällig ist mir gestern anlässlich eines SpOnners eine Kurzform eingefallen: aus http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,616507,00.html Quote:
Zudem sollte jeder Beobachter sich fragen, ob wirklich jetzt der richtige Zeitpunkt ist, neue umfassende Regeln für das Weltfinanzsystem schnell einzuführen. In den Ministerien der G-20-Staaten sind praktisch alle qualifizierten Finanzfachleute derzeit mit akutem Krisenmanagement beschäftigt. Da bleibt wenig Zeit, innezuhalten und wirklich durchdachte Konzepte für eine neue Weltfinanzordnung zu entwerfen. Bezogen auf Simon Johnson heisst es allenthalben "spare in der Zeit, dann hast Du in der Not", daraus abgeleitet setzt sich das Dilemma folgendermassen zusammen: In der Zeit keine Not und in der Not keine Zeit. Grüsse kosh Artikel kommentieren
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