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Schlechter als besser als erwartet PDF Drucken E-Mail
Freitag, 31. Juli 2009
Die grünen Sprossen, von denen die Medien überall schreiben, müssen das Marihuana sein, das die Journalisten rauchen, spottet Kai Denninger in seinem aktuellen Blogpost über die "Besser als erwartet"-Artikel im Zusammenhang mit dem BIP der USA. Und wo er recht hat, hat er recht. Besser ist gar nichts, aber dazu muss man schon die Details der publizierten Zahlen kennen und diese in den richtigen Zusammenhang stellen, was genau die Aufgabe der Medien wäre. Aber jetzt mal von vorne...

Minus 1.5 Prozent hatten die Analysten für das BIP der USA im 2. Quartal erwartet. Publiziert wurden ein Minus von einem Prozent und schon hagelte es "Besser als erwartet"-Schlagzeilen. Doch der Teufel liegt bekanntlich im Detail und diese sind viel aussagekräftiger als die vermeintlich positive Nachricht.

Das Minus des 1. Quartals von 5.5 Prozent wurde auf minus 6.4 Prozent revidiert. Somit sind die Zahlen beider Quartale zusammen schlechter als erwartet.

Doch weit schlimmer ist das, was ich seit Monaten schreibe - die Konsumenten sind flügellahm und ohne Konsumenten gibt es keinen nachhaltigen Aufschwung in einer Wirtschaft, die hauptsächlich von den Konsumenten abhängig ist. Tatsächlich hat sich die Situation weiter verschlechtert. Die Konsumausgaben gingen im 2. Quartal um 1.2 Prozent zurück, verglichen mit einem Anstieg von 0.6 Prozent im 1. Quartal. Langfristige Güter brachen um 7.1 Prozent ein, verglichen mit 3.9 Prozent im 1. Quartal.

Dieses Bild zeigt sich auch beim internationalen Warenhandel. Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen gingen um 7 Prozent zurück, verglichen mit einem Rückgang von 29.9 Prozent im 1. Quartal. Die Importe sanken um 15.1 Prozent, verglichen mit 36.4 Prozent im 1. Quartal. Dass die Rückgänge sich etwas verlangsamt haben, kann aber schwerlich optimistisch interpretiert werden, nachdem der Handel im 1. Quartal kollabierte. Es ist schon schlimm genug, dass die Zahlen auf diesen historisch einmaligen Einbruch immer noch nach unten rutschen.

Bemerkenswert in diesem ganzen Datenwirrwarr fand ich auch noch folgende Entwicklung. Die Regierung hat ihre Ausgaben im 2. Quartal um 10.9 Prozent erhöht, verglichen mit einem Rückgang von 4.3 Prozent im  1. Quartal. Nicht auszudenken also, was ohne Konjunkturprogramme passiert wäre.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Verteidigungsausgaben um 13.3 Prozent gestiegen sind. Für einen Präsidenten, der nach Bush sich für den Frieden einsetzen wollte, eine ganze Menge. Gewechselt hat offenbar nur die Propaganda. Kritische Geister mögen sich hingegen fragen, wofür das Verteidigungsministerium soviel Geld braucht.

Image

(Bild via Immobilienblasen)

Handelsblatt: US-Wirtschaft bremst Talfahrt deutlich
Immobilienblasen: More On "The Less Bad Is Good" Mantra.......
Kai Denninger: GDP Uuuuuuuggghhhh

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Marko, am 31-07-2009 17:36
Danke, dass du da Licht in die Zahlen bringst - ich bin wirklich froh, das es solche Top Blogs gibt. Da sieht man wie man von der normalen Presse fehlinformiert wird - danke.

Geschrieben von: kosh, am 01-08-2009 12:20
Hallo HRR

Ein Blick auf den Autor dieser Zeilen -> http://forum.swissquote.ch/cgi-bin/aff_message.pl?SMI,373981 ,0,d
dürfte Deiner Interpretation höchst wahrscheinlich wesentlich besser auf die Sprünge helfen als Wiki es jemals könnte.

Meine persönliche Meinung nach diversen Beobachtungen: Unmöglich mit einem Diskussionsautisten von seinem Schlag zu diskutieren. Das Gegenteil dessen, was er auf das Gelbe projiziert, dürfte in etwa auf ihn zutreffen. Ernsthaft geriert er sich als Turbopositivo, ansonsten gefällt er sich als ein-, jedoch gebildeter Provokateur.

Grüsse
kosh

Geschrieben von: HRR, am 01-08-2009 13:18
Hallo kosh

Bei Diskussionsautisten ist mir aufgefallen, dass hinter dem "nicht-verstehen-wollen" oft (oder immer) die Existenzangst das Regiment führt. Und Angst verschliesst sich bekanntlich der Logik. Da kann man soviele Argumente präsentieren, wie man möchte, es nützt nichts. Das einzige was nützt, ist zu erkennen, dass der andere aufgrund der Existenzangst auf dem Schlauch der Erkenntnis steht. Spricht man diese an, dann wird die Diskussion wieder interessant ;)

Geschrieben von: Matte, am 01-08-2009 17:03
Sorry, aber der Mann heisst KARL Denninger und sein Blog heisst www.market-ticker.denninger.net.
Der ist einer von wenigen die wissen von was sie reden.
Den sollte man jeden tag lesen wenn man ein bisschen informiert sein will ausserhalb der armseligen Presse die einen ansonsten täglich Schwachsinn auftischt.

Geschrieben von: kosh, am 02-08-2009 21:06
@Matte

-> http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=116540

Die Amis auf Kurs

Grüsse
kosh

Geschrieben von: Lesefuchs, am 03-08-2009 14:36
Hier Jemand der Statistik offenbar als Hobby hat und aus meiner Sicht extrem gut ist !!
Für den Normalo interessant wenn man sich intensiv einliest!
Und aus meiner Sicht wichtig: Alles Quellen sind angegeben und damit wird das Ganze auch nachvollziehbar.

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/


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