Roubini ist auch nicht mehr, was er einmal war, bemerken einige
Investoren süffisant, da er die Rally am Aktienmarkt unterschätzt hat.
Bekannt wurde er als einsamer Crash-Rufer mitten in der Aktieneuphorie
vor zwei Jahren. Diese Vorhersagen katapultierten ihn vom ungeliebten
Nörgler ausserhalb des Medien-Radars zum Star der Börsenexperten. Jetzt
bröckelt sein Status als Wirtschaftsprophet bereits wieder. Zu recht?
Nouriel Roubini's Prognosen basierten immer auf Fakten, die die
Realwirtschaft betrafen. Leider verstieg er sich während des
Medienhypes des öfteren dazu, auch Prognosen für die Finanzmärkte zu
machen. Doch da tat er weder sich noch seinen Lesern einen Gefallen,
denn Aktien haben die Angewohnheit, sich viel volatiler zu bewegen als
die Unternehmen, die den Aktien zugrunde liegen. Und so war es dann
auch. Die Rally dieses Jahres hatte Roubini nicht auf der Rechnung und
manche Investoren wenden sich von ihm ab, wie von einem Guru, dem die
Kristallkugel abhanden gekommen ist.
Doch damit tun sie Roubini
unrecht. Er ist ein Kenner der Realwirtschaft und diese hat sich
bislang nicht weit von seinen Prognosen entfernt. Entfernt haben sich
hingegen die Aktienmärkte, die bekanntlich eine Tendenz zu irrationalem
Verhalten haben. Doch die Finanzmärkte sind nur ein Teil der
Wirtschaft, was Investoren auch jetzt wieder vergessen. Sie glauben,
dass die Börsen der Realwirtschaft vorausgehen, doch das war schon in
der unmittelbaren Vergangenheit nicht so. Die US-Immobilienmärkte
hatten ihre Höchstkurse bereits Ende 2006 und anfangs 2007 erreicht,
die Aktienmärkte aber erst im Oktober 2007.
Tatsächlich hat
sich die Realwirtschaft nicht so optimistisch entwickelt, wie man
aufgrund der Medienberichte meinen könnte. So hat zum Beispiel die Fed
ihre Stresstests für die Banken im April auf der Basis von
Konjunkturdaten erstellt, die inzwischen viel schlechter sind als
damals angenommen. Wie ist es also möglich, dass sich die Wirtschaft
schlechter entwickelt als die Analysten im April prognostizierten und
gleichzeitig uns die Analysten heute weiss machen wollen, dass sich
alles besser entwickelt hat, als erwartet? Die Rechnung geht nicht auf,
aber das interessiert jetzt keinen.
Also lasst uns feiern,
vergesst aber Roubini nicht, der Mann glaubt nicht an eine dauerhafte
Erholung und ich auch nicht, solange mir keiner erklären kann, woher der nächste Aufschwung kommen soll.
Applying Roubini Wisdom to Stocks Means Missing Out A stressful reality for the Fed
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Geschrieben von: Sprachwächter, am 26-08-2009 18:08 es soll wahrscheinlich heißen "solange ihm keiner erklären kann, woher der nächste Aufschwung kommen soll." Geschrieben von: HRR, am 26-08-2009 18:50 Nein, sollte nicht, das ist meine Meinung. Geschrieben von: Joerg , am 29-08-2009 15:08 Naja die Rally wird auch meiner Meinung nach weniger von vorrauseilenden Erwartungen getrieben, sondern vielmehr von der Liquidität. Wenn die FED Geld verschenkt und damit auch die Zinsen für Sparer am Boden liegen, ist abzusehen das irgendwas steigt. Und besser es sind Aktien als Rohstoffpreise die sich in Inflation niederschlagen. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Wer kauft eigentlich Aktien oder war eigentlich Wirtschaftskrise? « Blick Log , am 21-09-2009 23:47 (PB) [...] wird mit einem Schock enden? vermuten ?Experten?. Gleichwohl wird der dunkle Prophet Nouriel Roubini mittlerweile gebasht, weil diejenigen, die seinen Vorhersagen vertraut haben, die aktuelle Rally verpasst haben. [...] |