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Die wahrscheinliche Variante: Die
Staaten stellen gigantische Konjunkturprogramme auf die Beine, um die
Menschen bei Arbeit zu halten, damit sie ihre Schulden bedienen können
und der Konsum nicht weiter wegbricht. Der Blick in die
Geschichtsbücher zeigt aber, dass diese kurzfristig heilsame Massnahme
milde ausgedrückt seine Tücken hat. J.B. Kerners Ausspruch "Autobahn
geht gar nicht" haben sich die Politiker noch nicht zu Herzen genommen.
Kollabierende Staaten werden die Folge sein.
Eine weitere
Variante hat Oskar Lafontaine ins Spiel gebracht. Er möchte sehr hohe
Einkommen mit 80 Prozent besteuern. Dies sei gerechtfertigt, weil
ein so hohes Einkommen "schamlos" sei, so Lafontaine. Lassen
wir den moralischen Imperativ mal auf der Seite, denn er trägt zur
Problemlösung nichts bei. Es geht nicht darum, ob hohe Einkommen
richtig oder falsch sind, es geht darum, dass hohe Einkommen nur
möglich sind, solange es noch kleine Einkommen gibt. Lafontaine's
Vorschlag gleicht dem New Deal von Roosevelt während der grossen
Depression.
Die bessere, weil nachhaltigere Variante, die im
Moment sehr unwahrscheinlich erscheint, aber letztlich das Problem bei
der Wurzel packt, ist die Vermögenspyramide wieder etwas auszuebnen.
Geld ist, was gerne vergessen wird, genug da, nur fehlt es dort, wo es
gebraucht wird. Eine massive Erhöhung der Einkommenssteuer zementiert
nur diese einseitige Vermögensverteilung. Der noch bessere Ansatz ist
somit nicht die hohe Besteuerung von hohen Einkommen, sondern die hohe
Besteuerung von hohen Vermögen, denn hohen Vermögen stehen hohe
Schulden gegenüber, die in den vergangenen Monaten NUR dank Staatshilfe
nicht vollständig verschwunden sind.
Mein Szenario ist, dass
sehr schnell jetzt das erste Szenario eingeführt wird, denn sonst
heisst es schon bald: Rien ne va plus. Danach wird schrittweise zum
zweiten und schliesslich zum dritten Szenario gehüpft und gleichzeitig
die Bürgerrechte zunehmend eingeschränkt, damit die Macht des Geldes
durch die Macht des Gesetzgebers ersetzt werden kann. Das ist weder
liberal noch sozial, sondern kommt dem am nächsten, was früher im Osten
an der Tagesordnung war. Ich sage nur Nasdrowje - eingeführt von den
Amerikanern. Also wenn das nicht komisch ist...
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Geschrieben von: anonym, am 15-11-2008 17:35 Der Ansatz ist ja prinzipiell richtig, nur das Problem ist das "der Gesetzgeber" nur eine ausführende Institution ist und Geld/Lobby diesen lenkt. Geschrieben von: HRR, am 15-11-2008 19:07 Genau, nur wird dieser Mechanismus noch massiv stärker werden, bis man den Unterschied nicht mehr erkennen kann. Geschrieben von: CLK, am 16-11-2008 03:42 Ganz allgemein ist eine Vermögensbesteuerung eine viel stabilere Basis für die Finazierung eines Gemeinwesens als die immer starken Schwankungen unterworfenen Einkommes -und Ertragssteuern. Bei Firmen würde das auf eine Bilanzsummensteuer hinauslaufen, die schon von sich aus ein grosses 'leverage' bestrafen würde. Zu lösen wären dann die Probleme der Bewertung und der Kapitalflucht. Artikel kommentieren
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