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Freitag, 14. November 2008 |
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Seite 1 von 2 Ohne neue Kredite geht gar nichts mehr, das sind die Regeln des
Wirtschaftsspiels, denn jeder Kredit ist gleichzeitig auch das Geld,
dass das Hamsterrad am Laufen hält. Die Banken müssen demnach die
Kreditschöpfung ausweiten, damit die Konjunktur nicht zusammenbricht,
gleichzeitig müssen sie aber die Bilanzen verkleinern, weil die
ausstehenden Kredite ihr Geld nicht wert sind. Ein Dilemma, dessen
Lösung bis dato in den Sternen steht.
Der Spielraum, der den Banken eingeräumt wurde, um neue Kredite zu
vergeben, wurde in der Vergangenheit ständig ausgeweitet - so
ausgeweitet, dass selbst die Banken nicht mehr verstehen, was sie genau
in ihren Bilanzen mit sich herumtragen. Deshalb traut heute kein
Institut mehr dem anderen und zieht es vor, das Geld lieber gleich bei
der Zentralbank zu parkieren.
Kein Wunder also, dass niemand
mehr glaubt, dass eine Bank gut kapitalisiert sei, wie uns die Claqeure
von Politik und Wirtschaft Glauben machen wollen. Und um Glauben geht
es, denn überprüfen kann das niemand, der Interbankenmarkt ist der
beste Beweis dafür. Somit ist es nur logisch, dass die Staaten den
Banken unter die Arme greifen mussten und müssen, sie hatten keine
andere Wahl, denn bis heute operieren die grössten Finanzhäuser mit
einem Fremdkapitaleinsatz, der das eigene Aktienkapital um das
30-50-fache übersteigt.
Die Banken versuchen nun das
Fremdkapital zu reduzieren und das Aktienkapital zu erhöhen, weil sonst
ihre Kunden das Geld unter den Arm nehmen und das Weite suchen. Doch
genau dieser Mechanismus führt zum nächsten Problem. Ausstehende
Kredite müssen refinanziert werden, damit die Räder nicht still stehen.
Doch wer soll das tun?
Den Hedge Fonds bricht ihr
Geschäftsmodell zusammen, weil Kunden und Banken gleichzeitig ihr Geld
zurück fordern. Sie werden zu Verkäufen ihrer Assets gezwungen. Diese
Verkäufe treiben die Preise an den Börsen nach unten und führen dazu,
dass auch anderen Investoren ihr vermeintlich sicheres Kapitalpolster
wie Schnee an der Sonne wegschmilzt. Ein unheimlicher Kreislauf.
Angestossen
wurde dieses Deleverarging von der Immobilienkrise. Als die Preise noch
stiegen, wurden diese zu Hypothekenaufstockungen genutzt, welche in den
Konsum flossen. Der Konsum bricht nun weg. Jobverluste sind die Folge
und die nun Arbeitslosen können ihren Zahlungen auf den
Konsumentenschulden nicht mehr nachkommen.
Auch hier kommt nur
der Staat zusammen mit den Notenbanken als Retter in letzter Not in
Frage. Fast täglich werden irgend welche neue Kreditlinien,
Subventionsprogramme, Buchhaltungstricks und dergleichen verordnet.
Doch all diese Massnahmen reichen nicht aus, die wegbrechenden Kredite
zu sichern, geschweige denn, zusätzliche Kredite zu schaffen.
Noch
schlimmer, das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem schwindet
zusehends und ohne Vertrauen werden die potenziellen Investoren ihr
Geld nicht für Kredite zur Verfügung stellen. Lösungen gibt es somit
nicht viele, aber es gibt sie.
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