Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt, dachten sich die britischen und amerikanischen Finanzbehörden und verboten die Leerverkäufe, um den Aktien wieder Flügel zu verleihen. Weshalb die Behörden nur Finanzaktien unter diese neue Regel stellen, wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben und wie das mit dem Grundsatz "vor dem Gesetz sind alle gleich" zu vereinbaren ist, genau so.
Zusätzlich müssen in Grossbritannien alle bestehenden Leerverkäufe offen gelegt werden, welche mehr als 0.25 % der Marktkapitalisierung betragen. Die Behörden behalten es sich vor, die Regeln auch auf andere Sektoren auszudehnen. Das Verbot wird bis am 16. Januar 2009 in Kraft bleiben, wird aber alle 30 Tage neu beurteilt.
Das heisst nichts anderes, als dass alle 30 Tage mit einer Aenderung mit den dementsprechenden Folgen gerechnet werden muss. Das macht die Arbeit vorallem für Hedge Funds ganz schön kompliziert, ausser sie haben ein gutes Näschen für die Launen der Behördenmitglieder. Die sollen ja ganz gut vernetzt sein. Für alle anderen gilt: Finger weg von britischen Finanzaktien.
Ganz wohl scheint der britischen Financial Services Authority bei dieser Entscheidung nicht zu sein, denn sie liefern vorsorglich gleich eine Entschuldigung für die Massnahme mit. "Während wir Leerverkäufe immer noch als eine legitime Transaktion in normalen Märkten betrachten, fühlten wir uns gezwungen aufgrund der extremen Bedingungen korrigierend einzugreifen. Dieses Verbot ist das Resultat einer vorsichtigen Abwägung aller Umstände und mit Blick auf die fundamentale Integrität und Qualität der Märkte zu verstehen", sagte Hector Sants, Chef der FSA.
Die besonderen Umstände haben die britischen Behörden auch dazu bewogen, die Uebernahme der Hypothekenbank HBOS durch Lloyds zu genehmigen. Die Aufsichtsbehörden hatten früher aus wettbewerbstechnischen Gründen eine Uebernahme untersagt. Doch jetzt ist eben alles anders und der Segen kam von ganz oben. Finanzminister Alistair Darling kündigte am Donnerstag eine Gesetzesänderung an, um wettbewerbsrechtliche Hürden für die Übernahme zu beseitigen.
Eine Kommentator meinte dazu lakonisch: Wenn die Regierung ihre eigenen Gesetze nicht einhält, dann darf sie sich nicht wundern, wenn auch die Bürger irgend wann ihre eigenen Gesetze machen...
Das Ziel ist überall das gleiche, die Massnahmen aber grundverschieden. Um sinkende Aktienkurse zu vermeiden, ändern die Briten die Gesetze, die Amerikaner lassen Steuergelder fliessen und die Russen lassen die Rolladen runter. Jeder nach seiner Facon.
Mir gefällt dabei die russische Variante am besten, man kann sich da getrost dem Vodka zuwenden ohne ständig auf den Bildschirm starren zu müssen. Nasdrowje!
UPDATE: Laut einer Meldung von Bloomberg wird China Aktien der drei grössten in noch teilweise unter Staatsbesitz befindlichen Banken kaufen, um das Vertrauen der Investoren zu stärken. (Quelle)
UPDATE: Angesichts der schweren Finanzmarktkrise erwägt die US-Regierung einem Medienbericht zufolge eine Auffanglösung für notleidende Vermögenswerte der Finanzbranche. (Quelle)
UPDATE: Nach neuesten Nachrichten verbieten nun auch die USA sämtliche Leerverkäufe in Finanzaktien. (Quelle)
Britain bans short-selling of financial stocks Moskauer Börse bleibt bis Freitag geschlossen (Trackback)
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Geschrieben von: sakura, am 19-09-2008 00:47 Jaja, aber über die rückschrittlichen Pakistani und ihren staatl. fixierten Kursen lachen. Hintergrundinfo: Mitte Juli diesen Jahres sind aufgrund von Kurseinbrüchen nicht nur Leerverkäufe verboten, sondern es wurde eine tägliche max. Verlustgrenze von 1% festgelegt. Pech das zu dem quasi staatl fixierten Preis halt dann niemand kaufen will, weil Käufer werden bislang noch nicht staatl fixiert Aber nix ist zu blöd was man nicht heutzutag dann doch machen könnt. Also wer weiß? Vielleicht demnächst staatl fixierte Kurse und staatl fixierte Käufer - die dann wohl PENSIONSFONDS heißen.  Geschrieben von: kosh, am 19-09-2008 09:36 Sie verstehen immer noch nicht So wenig ich von Presstituierten halte, die posthum den Obergscheiten markieren, so will ich doch die Gegenüberstellung wagen, aus http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc ~E29F8FCC1E6094ED1BFE07AA7222B0AC4~ATpl~Ecommon~Scontent.htm l - Sie sagen nicht, dass sie Handlungen angeordnet oder unterbunden haben, sondern - und das lässt eine längst mit allem sich abfindende Gesellschaft ihnen durchgehen - sie sagen, ... dass sie die Praxis, die Handlungen und Verfahren nicht verstehen und nie verstanden haben. Sie haben es nicht verstanden! Man muss sich erinnern, dass dies uns über Jahre hinweg in Talkshows und auf Foren als „Rationalität“ angepriesen wurde. Was heisst hier wurde? Wird!!! Wenn nämlich "dieses Verbot ... das Resultat einer vorsichtigen Abwägung aller Umstände und mit Blick auf die fundamentale Integrität und Qualität der Märkte" sein soll, heisst das nichts anderes, als dass vorgeblich Rationalisierung dazu geführt haben soll, dass man nämlich die Lage im Griff hat. Was nichts anderes bedeutet als weiter wie bisher, verkohlen, verschaukeln, abkassieren. Das kann nur eins bedeuten, so unglaublich es klingt, es ist noch Suppe da. Für Beobachter des Paradigmenwechsels ein besonderes Schmankerl, stur und unbelehrbar bis zuletzt, solange eben bis der Krug bricht und die Suppe ausläuft. Mehr kann man als Zeitenwender nicht machen, zuschauen und amüsieren. Oder sich in Grund und Boden ärgern, aber ich bevorzuge die gesündere Variante. Die Amis auf Kurs kosh Geschrieben von: decoien , am 19-09-2008 09:57 Was da gestern Abend beschlossen wurde, klingt für mich wie Doping für die FinanzmärkteBlick Log. Epo fördert ja bekanntlich die Leistungsfähigkeit, aber auch den Krebs. Geschrieben von: Quadrillion, am 19-09-2008 10:31 Good-Bye America, welcome Zimbabwe!  Artikel kommentieren
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Erhalten von: Blick Log Gamma , am 19-09-2008 09:54 (TB) Epo für die Finanzmärkte fördert Krebs
“Die klassische EPO-Therapie zielt darauf ab, die Bildung roter Blutkörperchen bei Patienten mit renaler Anämie, Tumoranämie und Anämien als Folge von Chemotherapien in Gang zu setzen oder zu unterstützen.” lese ich heute Morgen in der.. |