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Rahmbo im Weissen Haus PDF Drucken E-Mail
Freitag, 7. November 2008
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Rahmbo im Weissen Haus
Seite 2
Während sich die europäischen Medien vor Obama in den Staub werfen und laut Ho-Ho-Hosianna singen, habe ich mir die erste Personalentscheidung des neuen Messias in Washington etwas genauer angeschaut: Rahm Emanuel, der neue Stabschef im Weissen Haus mit Spitznamen Rahmbo.

Rahm Emanuel, der neue Büroleiter des zukünftigen Präsidenten, gilt als Hitzkopf unter den Demokraten und lässt in Washington keinen kalt, schreibt die Sueddeutsche:

Jeder, der sich in Amerikas Hauptstadt für wichtig hält, hat seine Anekdote zu erzählen über Rahm Emanuel. Etwa die Geschichte, dass der damalige Jungpolitiker in Chicago einst einem missliebigen Berater einen riesigen, faulenden Fisch nach Hause schickte. Oder wie der studierte Kommunikations-Experte einmal auf einen Tisch kletterte, um 45 geschlagene Minuten lang der Wahlkampf-Mannschaft von Bill Clinton mit Injurien einzuheizen. Am populärsten ist die Story, die seit der Wahlnacht von 1992 umgeht: Bei einem Galadiner sprang Emanuel auf und empörte sich sehr laut über all jene Demokraten, die Bill Clinton nur halbherzig unterstützt hätten: "Tot, sie sind alle tot!", soll er in den Saal gebrüllt haben. Und dann stach er mit dem Steakmesser in den Holztisch - bei jedem Namen ein weiteres Mal.

Wie kommt der designierte Präsident und Brückenbauer zu dieser Ernennung?

Die beiden kennen sich aus vielen Jahren gemeinsamer Polit-Manöver in Chicago. Angeblich verbindet Emanuel, 48, Sohn wohlhabender Juden aus dem feineren Norden der Stadt, eine wunderbare Freundschaft mit dem schwarzen Ex-Streetworker von der rauen South Side. Freunden, die sich nun entsetzt bei ihrem Idol erkundigen, ob das Gerücht über Emanuels Beförderung stimme, hat Obama versichert: "Rahm ist enorm gereift."

Na, das wollen wir doch hoffen, nur erwarten würde ich nicht allzuviel vom Politiker mit Spitznamen Rahmbo. Auch die folgende Anekdote lässt an den Qualitäten des Politikers zweifeln:

Wenn man Rahm Emanuel etwas vertraulich erzähle, so soll Bill Clinton einst am Telefon gewütet haben, dann könne man auch gleich eine Pressemitteilung veröffentlichen.

Verschwiegenheit ist nicht jedermanns Sache, da will ich jetzt mal nicht kleinlich sein. Wenden wir uns deshalb seinen Fähigkeiten zu, die Wall Street zu reformieren. Schliesslich gehörte dies zu den grössten Wahlkampfversprechen Obamas. Hat Emanuel das nötige Rüstzeug dazu? Zumindest kennt er sich in der Branche aus.

Clinton ernannte ihn im Jahr 2000 in den Aufsichtsrat von Freddie Mac, welchen er wieder 13 Monate später wieder verliess, als er für den Kongress kandidierte. Zudem war er für 2 1/2 Jahre Managing Director bei der Investmentbanking-Firma Dresdner Kleinwort Wasserstein tätig. Seine besondere Beziehung zu den Geldhäusern wurde auch im Wahlkampf honoriert. Er war der grösste Empfänger von Wahlkampfspenden der Wall Street.



 
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