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Montag, 4. Mai 2009 |
Die Geschichte rund um Porsche ist ein perfektes Abbild dessen, was zur
globalen Finanzkrise geführt hat. Mit Schulden wurde Geld gemacht,
Bilanzen aufgebläht und künstliche Gewinne erwirtschaftet. Für die
Manager war es ein lohnendes Geschäft. Ihre Boni basierten auf den
Jahresendresultaten. Die Aktionäre hingegen schauen in die Röhre. Sie
hatten an die Fata Morgana explodierender Gewinne dank Finanzgeschäften
geglaubt. Die Ernüchterung ist gross.
Porsche hat zur Finanzierung der Übernahme von Volkswagen
Optionsgeschäfte über gigantische Beträge abgeschlossen. Zum 31. Juli
2008 summierte sich deren Nennwert auf 57 Milliarden Euro.
Möglich wurde dies dank einer hohen Fremdfinanzierung.
Die
Nettoverschuldung der Porsche Automobil Holding SE, an der neben der
Beteiligung an VW auch der Sportwagenhersteller, die Porsche AG,
angehängt ist, soll bei 9 Mrd. € liegen.
Porsche hatte somit die
VW Aktien mit Schulden in die Höhe getrieben. So was nennt man Blase,
die ohne Bankkredite nicht möglich gewesen wäre. Ob die Banken ohne
Verluste aus dieser Fremdfinanzierung wieder rauskommen, ist noch
offen. Doch die Chancen stehen gut, da die Familien hinter dem
Porsche/VW-Konzern kein Interesse an der Filetierung von Porsche haben
dürften.
Wenn der Autobauer die Optionskontrakte auslaufen
lässt, würden die Banken im Gegenzug VW-Aktien verkaufen - und der Kurs
der VW-Aktie würde stark fallen. Porsche drohten Abschreibungen in
Milliardenhöhe, heißt es nach SPIEGEL-Informationen in Bankenkreisen.
Das Unternehmen würde in die roten Zahlen stürzen.
Die nun
drohenden Abschreibungen sind die Gewinne der vergangenen Jahre.
Nachhaltig waren nur die Autoverkäufe, alles andere war Luft, die nun
entweicht.
Hier zeigt sich besonders eindrücklich das Problem
mit den Anreizen (Boni). Wiedeking war es auf Grund seines Vertrages
völlig egal, ob die Gewinne nachhaltig waren. Entscheidend für seine
Bonuszahlung war das Jahresendresultat und das hatte ihm je nach
Schätzung um die 80 Millionen Euro eingebracht. Dieser Betrag und all
die Boni der anderen Manager, die nur dank den VW-Spekulationen
zustande kamen, müssen nun durch das Autogeschäft zurückgeholt werden.
Auf
diese Weise wurden Firmen rund um den Globus geschwächt oder gar
ausgehöhlt. Erkannt wurde das weder von den Medien, noch der Politik
oder den Investoren, obwohl ein Blick in die Bilanzen genügt hätte. Der
Grund kann nur Gier gewesen sein, die sich mit dem Dogma der liberalen
Marktwirtschaft selbst adelte und ihre Propheten mit Blindheit
beschlug.
Quelle: Neue Finanzierungslücke bei Porsche - Wiedeking will Fusion mit VW, Piëch greift Wiedeking ins Lenkrad
Zerbricht Porsche am Ego Wiedekings?
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Geschrieben von: egghat , am 04-05-2009 13:33 Dass das von den Investoren nicht erkannt wurde, würde ich so nicht stehen lassen. Porsche war eigentlich zu jedem Zeitpunkt seit dem VW-Einstieg weniger wert als der Anteil an VW es war. Den wahren Wert des VW-Anteils hat der Konsens deutlich unter dem gesehen, was der Aktienkurs von VW bzw. die Bilanz von Porsche aussagte ... Zumindest teilweise hat der Markt die Lage schon richtig erfasst. Die Kritik am Anreizsystem ist aber natürlich völlig richtig. Die Boni nimmt dem Wiedeking niemand mehr. Selbst wenn sich die 6 Mrd. Sondergewinn komplett wieder verdampfen ... Artikel kommentieren
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Erhalten von: VW lässt Fusionmit Porsche platzen , am 19-05-2009 17:13 (PB) [...] bestimmt!). Bei Realworld hiess es eigentlich, dass VW Porsche zur Fusion zwingt und bei Zeitenwende wird Porsche als der Antreiber der Fusionsgedanken beschrieben. Na ja irgendwie gehören [...] |