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Omertà bei den Landesbanken PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Juni 2009
Wieder einmal stand am vergangenen Wochenende eine deutsche Landesbank vor dem Aus. Nur über die Hintergründe, wie es überhaupt so weit kommen konnte, bleibt bis heute vieles im Dunkeln. Der unabhängige Finanzexperte Achim Dübel nimmt nun in einem Interview Stellung zur Entstehung des Landesbanken-Debakels.

Es war ein weiteres heikles Kapitel in der an dramatischen Abschnitten reichen Geschichte der WestLB: Die Düsseldorfer Landesbank stand am Wochenende zum wiederholten Mal knapp vor dem Zusammenbruch. Die Bankenaufsicht BaFin drohte nach Informationen der WELT damit, die Bank zu schließen, weil diese die Eigenkapitalvorschriften verletzte. Rettung brachte fürs erste eine neue Garantieerklärung der Eigentümer über vier Mrd. Euro - doch das Tauziehen um die Zukunft der Bank geht dennoch weiter.

Mehr dazu bei der Welt

Doch über die Entstehung der Landesbankenkrise ist bislang herzlich wenig geschrieben worden. Achim Dübel sagt dazu im Interview mit dem Institutional Risk Analyst ausführlich, was genau passiert ist.

Ich fasse es mal kurz zusammen: Die Politik war blind wegen der Aussicht auf lukrative Aufsichtsposten, die Investmentbanker gehörten zur zweiten Garde, waren aber umso risikofreudiger und die Grossen der Branche - insbesondere die Deutsche Bank - fungierten als Zulieferer der Ramschpapiere. Jeder tat also das, was ihm ganz persönlich am meisten diente, ohne Blick auf die langfristigen Schäden. Ein hässlicher Mix.

Alles ausführlich auf Englisch: Germany's Subprime Crisis: Interview With Achim Dubel

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: kosh, am 10-06-2009 09:43
Guten Morgen @HRR

Quote:


Jeder tat also das, was ihm ganz persönlich am meisten diente, ohne Blick auf die langfristigen Schäden.



aus http://de.wikipedia.org/wiki/Allmende
Quote:
Die Tragik der Allmende (Tragedy of the Commons) führt zur Übernutzung einer Ressource, wenn zu viele Eigner ein Privileg haben, die Ressource zu nutzen und keiner das Recht hat, andere von der Nutzung auszuschließen.



Im Kleinen schaut jeder Homo sapiens für sich selbst auf Kosten seiner Mitmenschen, im Grossen wird die Allmende des Systems Homo sapiens übernutzt. Geschieht gerade z.B. im globalen Massstab auf dem Planeten Erde. Von anderen Planeten liegen mir keine Informationen vor.

Quote:
Die Tragik der Anti-Allmende (Tragedy of the Anti-Commons) führt zur Unternutzung einer Ressource, wenn viele Eigentümer das Recht haben, andere von der Nutzung der Ressourcen auszuschließen und keiner ein effektives Nutzungsprivileg hat.



Geschieht gerade mit dem www, wobei die Verteilung der Rollen abstrahiert werden sollte, um die Tragik in ihren Dimensionen zu erfassen. Stellvertreter der Masse, d.h. wenige Mächtige (Besitzer des Rechts) entscheiden im Auftrag vieler Eigentümer des Rechts, die Eigentümer von der Nutzung der Ressource Informationsfluss auszuschliessen, weil sie de jure zwar das Recht haben, aber de facto kein effektives Nutzungsprivileg leben. Die Eigentümer verzichten durch Passivität auf ihre Rechte, m.a.W., die Eigentümer nehmen für sich das Recht (das Privileg) in Anspruch, nichts zu tun, schauen letztlich also wiederum nur für sich selbst. Der Homo sapiens schafft es durch seine Art, die Tragik der Allmende mit jener der Anti-Allmende zu vereinen. Im besagten www-Bsp mit dem Effekt, dass die vielen Eigentümer durch die wenigen Besitzer der Rechte von der effektiven Nutzung der Ressource www ausgeschlossen werden.

Kurz und bündig, ein Beispiel unter vielen: Internet-Zensur. Oder, allgemeiner formuliert, das System Homo sapiens arbeitet gegen sich selbst.

China, wir kommen, ein Blick in unsere Zukunft -> http://de.rian.ru/society/20090609/121930123.html

Die Amis auf Kurs
kosh


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