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Obamas Betonrally PDF Drucken E-Mail
Montag, 8. Dezember 2008
Obama geht nun den Weg, den Japan zu Beginn der 90er Jahre beschritten hatte und versucht die Konjunktur mit staatlichen finanzierten Infrastrukturprojekten bei Laune zu halten. Die Aktienmärkte danken es ihm - auch wenn der Kursverlauf des Nikkei zeigt, dass die Luft nach oben ausgesprochen dünn ist. Immer dünner wird auch der Spielraum für Staatsanleihen. Nachdem sie als sicherer Hafen in der Krise galten, zeigen die Credit Spreads ein ganz anderes Bild. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigt sich besorgt.

Das Ausmass und Umfang der Rettungspakete zugunsten der Finanzinstitute bedeutet auch, dass signifikante Risiken an die Staaten transferiert wurden. Dies zeigt sich vorallem bei den Kreditausfallversicherungen (CDS) derjenigen Staaten, welche an solchen umfangreichen Aktionen teilgenommen haben, inklusive der USA. Während die CDS vor diesen staatlichen Rettungspaketen kaum gehandelt wurden, haben sich das Volumen und auch die Prämen in kurzer Zeit vervielfacht. (BIZ)

Der Markt spiegelt nun die Entwicklung, welche ich bereits vor Wochen angekündigt habe: nach der Bankenkrise kommt die Staatskrise.

Was mich aber an den CDS wundert, ist etwas ganz anderes. Wie kann jemand glauben, dass man sich gegen den Bankrott der USA oder andere wichtige Staaten versichern kann? Wenn bereits der Konkurs von Lehman Brothers für Schockwellen an den Finanzmärkten gesorgt hat, dann ist der Konkurs der USA ein GAU. Da zahlt garantiert keine Versicherung mehr.

Den einzigen Grund für den Handel in CDS als Versicherung gegen Staatsbankrotte kann ich mir nur dahin erklären, dass sie in Risikomodellen besonders hübsch aussehen.

Doch zurück zu den Konjunkturprogrammen. Sie helfen den Abschwung zu mildern, belasten aber die Staatshaushalte zusätzlich. Die Luft für Staatsanleihen wird also zunehmend dünner. Sollten die Zinsen am langen Ende deswegen steigen, hat dies einen weiteren negativen Einfluss auf die Aktien. Mehr als ein Bärenmarktrally ist somit nicht drin, aber vielleicht dauert es ja mal mehr als 2 Tage. Darauf wetten würde ich aber nicht.

Japan reloaded

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RSS Kommentare Kommentare (4)

Geschrieben von: egghat website, am 08-12-2008 19:24
Den GEdanken mit der Gegenseite für das CDS Geschäft hatte ich auch schon.

http://egghat.blogspot.com/2008/09/usaa.html

Da fragt man sich doch ernsthaft, wer eine solche Versicherung kauft. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass in dem Falle noch irgendjemand die Versicherung bezahlen kann. Beim Ausfall von gut 25% der Weltwirtschaftsleistung und sicherlich einem Anteil an der Weltschulden, der ähnlich hoch ist.

Aber vielleicht sollen die Chinesen das bezahlen ...

Geschrieben von: DECoien website, am 08-12-2008 22:51
Stimmt, das ist ein interessanter Aspekt. Wer kauft US-CDS? Wahrscheinlich Institutionen, die immer noch mit den Risikomodellen der Old-School arbeiten, die zum Verfall der Finanzmärkte geführt haben. Nach diesen Modelle errechnet sich ja mathematisch ein Ausfallrisiko von Null, wenn ich eine Anleihe der USA absichere mit einem CDS.

Geschrieben von: Stefan, am 09-12-2008 01:59
Ich denke es sind a) Institutionen die streng nach einem bestimmten Modell arbeiten oder b) Spekulanten, die auf eine langfristige Abwertung der Kreditratings der USA wetten.

Im echtan Katastrophenfall dürften die CDS auch den Wert 0 haben, da bin ich einer Meinung.

Geschrieben von: Christian Wagner, am 09-12-2008 08:34
Tja, wir nähern uns der letzten Blasenbildung - und die wird ultimativ sein. Insbes. die USA verschulden sich bis Oberkante Unterlippe (wobei, das sind sie jetzt schon) bzw. bis in die letzte Haarspitze und dann dann kommt die Kernfusion. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und dann geht´s Rund, ich sag nur: Momentane Lage in Griechenland.


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