Die Milliardärsgattin Leona Helmsley, die wegen Steuerbetrugs ins
Gefängnis kam, schaffte es mit diesem Spruch in die Geschichtsbücher.
An der Richtigkeit ihrer Aussage hat sich wenig geändert. Steueroasen
bieten reichen und mächtigen Eliten finanzielle Freiheit, die sich der
Durchschnittsbürger kaum vorstellen kann. Die ganze Debatte um die
Staatsverschuldung, die man nur durch Sparen bezwingen könne, ist nicht
nur inhaltlich falsch wie die griechische Wirtschaft beweist, sie lässt
auch ausser Acht, wie wenig Steuersubstrat nach ordentlichen Sätzen
abgeführt wird.
Der britische Journalist und Autor Nicholas Shaxson hat sich eingehend
mit Schattenbanken, Offshore-Plätzen und Steuerschlupflöchern
auseinandergesetzt. Das Resultat ist ernüchternd. Das System ist extrem
effizient und extrem kompliziert. Wer darüber spricht, versteht es
nicht und wer es versteht, spricht nicht darüber. Die Folge: Grosses
Geld zahlt immer weniger Steuern. Überall in den letzten 20 Jahren ist
das Vermögen der Superreichen fantastisch gewachsen; der Rest hat so
gut wie nichts gewonnen. Multinationale Konzerne erhalten durch
Steuervermeidung enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren
Konkurrenten. Sie beschäftigen Armeen von Buchhaltern, um Verluste in
Hochsteuerländer, Gewinne in Steueroasen zu schieben, sagt er im
Tagi-Interview.
Wenn es um verwaltete Privatvermögen geht, so
Shaxson, ist die Schweiz Nummer 1. Was durchlaufende schmutzige Gelder
betrifft, liegen die USA vorn. Und politisch ist bei Schwarzgeld London
führend.
Zumindest was die Schweiz angeht, dürfte sich einiges
ändern. Die Stimmung, was gut ist für die Banken, ist gut für das Land,
droht zu kippen. Unter dem Druck der USA plädiert selbst der
Wirtschaftsdachverband Economiesuisse für eine Weissgeldstrategie. Auch
die EU wird noch weiter vorstellig werden, angesichts der desolaten
Haushaltslage der öffentlichen Kassen.
Amid a global squeeze on tax evasion, Switzerland is the prime target
So verständlich die
Begehrlichkeiten sind, so heuchlerisch sind sie. Die EU kennt eine
ganze Reihe Steueroasen in ihrem Einzugsgebiet. Für Unternehmensgewinne
werden bevorzugt die Niederlande, Irland oder Luxemburg angesteuert.
Diese legale Steuervermeidungspraktiken verschaffen multinationalen
Konzernen enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Konkurrenten.
Noch düsterer sieht es aus für Entwicklungsländer. Je Dollar, der in
diese Länder fliesst, kommen 10 Dollar Gewinn durch irgendwelche
Finanzkonstruktionen wieder zurück. Die Armut Afrikas ist politisch
gewollt.
Am weitesten gehen aber ausgerechnet die USA, die gerne
mit dem Finger auf andere zeigen. So ist es beispielsweise in Nevada
möglich, Konten zu eröffnen, ohne den Besitzer bekannt zu geben. CNBC
bezeichnet die USA als bevorzugtes Land für Geldwäscherei und
Korruption. (Die schmuddeligen Reichen)
Wieviele Steuern den
Staaten entgehen - oft durch legale Gesetze, von denen weder die Bürger
etwas wissen, noch die Politiker etwas verstanden haben - lässt sich
nicht eruieren. Vorsichtige Schätzungen gehen von 1500 Milliarden Dollar
aus. Es dürfte aber viel mehr sein.
Wer sich eingehender damit befassen möchte, findet hier die geeignete Lektüre: Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben Und der Blog zum Thema: Tax Justice Network
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Geschrieben von: O.T., am 15-02-2012 16:15 „… Überall in den letzten 20 Jahren ist das Vermögen der Superreichen fantastisch gewachsen; der Rest hat so gut wie nichts gewonnen… „ Das kann ich aus meinem persönlichen Umfeld nicht bestätigen. Aber natürlich habe ich nichts mit Modebranchen wie Medien oder der Sozialindustrie am Hut die keinen Mehrwert für die Menschen produziert. Zu dem Superreichen ist nur zu sagen, ich möchte nicht wissen wieviel Geld die Großaktionäre in den Jahren 2007 – 2009 in den Sand gesetzt haben. Waren es sogar bei mir als Superkleinaktionär schon einzig zig-tausend EUR. Auch ist immer zu bedenken, daß das Vermögen meist nur Buchgeld ist, will man die Firma am nächsten Tag verkaufen, ist sie vielleicht nichts mehr wert! „…Je Dollar, der in diese Länder fliesst, kommen 10 Dollar Gewinn durch irgendwelche Finanzkonstruktionen wieder zurück. Die Armut Afrikas ist politisch gewollt. …“ Von wem? Was hat Afrika außer Diamanten und ein paar seltene Erden zu bieten? Wenn Du unter politisch gewollt, ihre eigene politische Führungskaste meinst kann ich Dir noch folgen. Wenn Du aber den „Westen“ dafür verantwortlich machen willst, kann ich nur lachen. „Vorsichtige Schätzungen gehen von 1500 Milliarden Dollar aus.“ Kein Mitleid! Geld das man dem Staat gibt, ist verschwendetes Geld. Jeder der Steuern hinterzieht, setzt das Geld vernünftiger ein als Politiker die nur ihren eigenen Wahlerfolg damit kaufen wollen. Hundert Jachten für Superreiche schaffen mehr Wohlstand, als 5 EUR HarztIV Erhöhung! Nur eben nicht unbedingt in dem Land, aus dem das Geld kommt – und eben nicht unter unterqualifizieren Sozialhilfeempfängern. Geschrieben von: Edwin Glaser, am 15-02-2012 16:53 Schade. Hätten wir uns 2008 den Isländern angeschlossen, müssten wir uns Heute nicht mehr die Pöbeleien dieses arroganten Packs anhören. Geschrieben von: HRR, am 15-02-2012 17:03 @O.T. "Geld das man dem Staat gibt, ist verschwendetes Geld." Mit solch unterqualifizierten Sätzen müsstest du nach deinen eigenen Massstäben Sozialhilfeempfänger sein. Zur Erinnerung: Der Systemkollaps, bei dem alle Vermögen vernichtet worden wären, wurde durch Staatsgelder vermieden. Exakt dieser Staat ist es auch, der Eigentum garantiert. Ohne Staat kein Eigentum. Geschrieben von: stromer, am 15-02-2012 17:20 @ HRR Der Systemkollaps steht schon vor der Tür. Er klingelt nicht artig, abwartend. Er tritt bereits mit Vehemenz gegen die Türfüllung. Dieser Staat nutzt bei mir im Land das PPP- Beschleunigungsgesetz schamlos aus, das Eigentum des Volkes zu verschleudern. Kennen Sie die Ziffer 4 c auf der Zulassungsbescheinigung II Ihres Autos? @ O.T. Sie haben Recht: http://www.novertis.com/wpress/wp-content/uploads/2010/02/Steuerpflicht-in-der-BRD.pdf Geschrieben von: Oskas , am 15-02-2012 22:29 Ein schöner Artikel. Gefällt mir. Also ich muss sagen, dass ich gerne Steuern zahlen. Denn von nix kommt nix. Jeder möchte die Straßen nutzen, Polizei in Anspruch nehmen usw. Man müsste nur am Steuersystem etwas ändern, da es wirklich immer die kleinen Leute trifft. Grüße Geschrieben von: O.T., am 15-02-2012 23:33 Der Staat garantiert zwar "noch" das Eigentum, aber sobald die Roten an der Macht sind, bin ich mir da nicht mehr so sicher (siehe Wagenknecht, Lötzsch, Gysi und Konsorten). Der derzeitige Staat verlangt 50 % meines Einkommens für diese Garantie! Ist doch verständlich das ich diesem Nimmersatt soviel Einkommen wie möglich verschweige. Zur Finanzkrise muß man immer auch anmerken, das sie vom Staat verursacht wurde. Wer wollte jeder Familie einen Kredit für ein Haus zur Verfügung stellen? Die (privaten) Banken sind „gewinnorientierte“ Unternehmen und verkauften daher das Risiko weiter, Hauptabnehmer – wiederum die (unfähigen staatlichen) Banken. Jede Aufgabe die über die „Nachtwächter“-Funktion hinausgeht, sollte daher dem Staat entzogen werden. Geschrieben von: Tim Schäfer New York , am 16-02-2012 06:37 Ja vollkommen richtig. Nehmen wir mal einen "normalen Angestellten" und vergleichen wir ihn mit einem zigfachen Multimillionär. Selbst wenn der Angestellte saureich wäre, könnte der dann den Fahrdienst, den Jet, die Putzfrau, das Personal, den Golfplatz etc. von der Steuer absetzen? Ich glaube nein. Das ist nicht möglich. Obwohl beide Personen die Wirtschaft im gleichen Umfang "ankurbeln" würden. Es ist einfach unfair. Geschrieben von: MoneyMan, am 16-02-2012 09:36 Vom Staat habt Ihr allesamt nicht die geringste Ahnung. Ihr zahlt gerne Steuern? Findet Steuern prima? Wieviel Steuern kosten denn Strassenbau/instandhaltung, Polizei usw.? Nicht mal 1% der erhobenen Steuern! Steuern sind Umverteilung pur, diese findet unter Zwang und Gewalt statt und könnte nicht ungerechter sein. Beispiele gibt es unzählige: - Der Hartzler der unterm Strich mehr Geld vom Amt bekommt, als der hart arbeitende, frühaufstehende Leistungsträger. - nur noch Millionäre sitzen im Bundestag - Politiker-Pensionsansprüche nach kurzer miserabler Amtszeit - nagelneue modernste U-Boote, die an Israel und Griechenland auf Steuernkosten verschenkt werden - 1 Mrd. Euro pro Jahr zum Aufbau der afrikanischen Union - "Investitions"ruinen - idiotische Subventionen - die anatolische Berghirtenfamilie, die über den deutschen Gastarbeiter vollständig mit krankenversichert ist - Babynahrung, die mit 19% besteuert wird, während Hundefutter nur mit 7% zu Buche schlägt uvm. AUFWACHEN !!! Der Staat ist zu einer kriminellen Organisation verkommen, die Freiheit, Wissen, Wahrheit, Bewußtsein uvm. mit Gewalt unterdrückt. Der Staat wurde längst "okkupiert" von den Schlauen und Reichen - gekapert wie ein Schiff! Dem Staat geht Euer wohl am Allerwertesten vorbei. Der Staat schafft Armut! Literatur, welche dies eindeutig belegt, gibt es zu Hauf. Das ganze Demokratie-Theater ist komplett auf Pump finanziert. Da ist Hopfen und Malz verlorgen, wirklich zum... Wer an den guten Staat glaubt, dem geht es zu gut und der hatte noch nie innigen Kontakt mit gleichnamigem.  Geschrieben von: O.T., am 16-02-2012 10:13 @Tim Schäfer Schlechtes Beispiel. Einem normalen Angestellten (z.B. CEO) werden diese Dinge natürlich vom Unternehmen gestellt (und von der Steuer abgesetzt, da ja erforderlich für Geschäftsanbahnung). Auch die Superreichen können nichts von der Steuer absetzen, wenn sie nicht begründen können das es für die berufliche/unternehmerische Tätigkeit erforderlich ist. Woher kommt dieser unglaubliche Neid? Glaubt irgendwer das es euch besser gehen würde, wenn die angesprochenen 1500 Mrd. (Zahl wahrscheinlich von Attac oder Greenpeace), aufgeteilt auf 1 Mrd. Menschen (von denen wir im wohlhabenden Westen reden) würden? 1500 EUR für jeden? Lächerlich, zu glauben das es irgendjemanden dadurch besser gehen würde ... Geschrieben von: HRR, am 16-02-2012 10:30 @MoneyMan Der Staat ist weder gut noch schlecht, sondern das Resultat der Ansprüche, die an ihn gestellt werden. Du schreibst "Der Staat wurde längst "okkupiert" von den Schlauen und Reichen - gekapert wie ein Schiff!" und O.T. glaubt, der Staat sei eine Bedrohung für die Reichen. Ja, was denn nun? Ist der Staat nun in der Hand der Reichen oder ihre Bedrohung? Schaut man sich die Vermögensverteilung an, dann stieg mit den Staatsschulden auch der Reichtum der Reichen. Somit stimmt also die Einschätzung des Artikels. Nicht Steuern an sich sind das Problem, sondern wo und bei wem sie erhoben werden. Geschrieben von: O.T., am 16-02-2012 14:29 Tatsächlich glaube ich, daß der überbordende Staat eine Bedrohung ist – nicht nur der Reichen sondern aller seiner Bürger. Wie kann es sonst sein, daß er meint mir vorschreiben zu müssen welche Glühlampen ich kaufen darf? Morgen beschließt er, eine graue Uniform mit rotem Stern auf der Mütze ist das Beste für sein Volk! Der Staat ist Geisel einer Clique die glaubt, alles besser zu wissen, alles besser zu können als seine Bürger. Die Parlamente sind voll von Lehrern und Sozialarbeitern – und genau so sehen die Gesetze aus, die sie machen. Das mit den Reichen siehst Du zu eng. Bei uns gibt es das Sprichwort. Der Vater schafft Vermögen, die Kinder erhalten es, die Enkel verspielen es … Abwarten, und Tee trinken. Klar sind die Reichen reicher geworden, genauso wie die Armen reicher geworden sind. Aber da „Armut“ von der Soziallobby mit 60% des Durchschnittseinkommens definiert ist – wird es unmöglich dieser Armut zu entrinnen. Der Ärmste mit seiner 7-Zimmer Villa ist natürlich neben dem Palast seines neureichen Nachbarn eine arme Sau! Geschrieben von: HRR, am 16-02-2012 14:35 @O.T. Die Armen sind nicht reicher geworden, vorallem nicht in Deutschland. Die Löhne im Niedriglohnsektor sind kontinuierlich gesunken. Ich gehe mit dir einig, dass der Staat überbordet. Man könnte das auch problemlos ändern. Existenzsichernde Mindestlöhne einführen, das entlastet den Sozialstaat, stärkt den Binnenmarkt und reduziert die Abhängigkeit Deutschlands vom Ausland. Steuerschlupflöcher schliessen. Das vermindert die Bürokratie und schafft Transparenz. Alles wird einfacher. Der überbordende Staat ist nicht das Resultat der Linken, so oft das auch wiederholt wird. Es ist und bleibt das Resultat der Lobbyisten und deren Wirtschaftsverbände. Geschrieben von: MoneyMan, am 16-02-2012 14:38 Es gibt ein schönes Zitat "Steuern sind Diebstahl". So ist es! "Ist der Staat nun in der Hand der Reichen oder ihre Bedrohung?" Selbstverständlich in der Hand der Reichen. Dazu zählen freilich nicht Lottogewinner, kleine Millionäre und Neureiche, sondern in erster Linie die Eigentümer der privaten Grossbanken. Der Staat ist eine Bedrohung für das "Fussvolk"! Reiche sind in der Regel Unternehmer, der Rest sind in der Regel Unterlasser. Also kein Wunder, dass erste besser abschneiden. "Regierungen geben Geld für zahlreiche Projekte zweifelhaften Nutzens aus." "Regierungen kann man nicht trauen; jede denkende Person weiß das." "Die Elite-Insider entscheiden, was sie wollen. Sie nennen das dann »gut«." "Ich mag es nicht, wenn mir jemand sagt was ich zu tun und zu lassen habe. Ich will nicht regiert werden, sondern über mich selbst regieren." "Staat und Regierung sind die Schutzpartone der herrschenden Familien." William Bonner "Einem Menschen zwingen (mit seinen Steuern) die Ausbreitung von Ideen zu unterstützen, an die er selbst nicht glaubt und verabscheut, ist sündhaft und tyrannisch." Thomas Jefferson Geschrieben von: O.T., am 16-02-2012 21:19 Diese These der „existenzsichernden Mindestlöhne“ ist sehr umstritten. Es ist nun mal so, das Minderqualifizierte nur Hilfsarbeit leisten können. Bezahlt man nun Hilfsarbeit wie Facharbeit, dann erhöht sich das allgemeine Preisniveau. Denn Facharbeiter werden dann auch mehr verdienen wollen. Nach kurzer Zeit kann man dann von den 15 EUR Mindestlohn auch nicht mehr leben. Ganz abgesehen davon dass einige Wirtschaftsbereiche in „Billiglohn“ Ländern abwandern. Zu verhindern nur mit mehr Staat, mit Protektionismus – der Traum aller Sozialisten. Steuerschlupflöcher gibt es nicht. Das ist erwünscht, um Kapital (und damit Beschäftigung) im Land zu behalten. Punktuell mag zwar die Wirtschaftslobby mehr Einfluß haben als die Gewerkschaftslobby und Soziallobby, aber warum sollten sie das nicht haben? Schließlich bezahlt die Wirtschaft allein den Staat, niemand sonst! Ohne Wirtschaft keine Waren, keine Arbeitsplätze, keine Steuern, keine Gewerkschaften, keine Umverteilung … Das der Staat „überbordet“ ist systemimmanent. Jede Bürokratie schafft immer mehr Bürokratie. Aber daß die Linken, die die Banken, die „Schlüsselindustrien“ verstaatlichen wollen und das Privateigentum abschaffen wollen unschuldig daran sind, halte ich für ein Gerücht. Artikel kommentieren
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