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Langfristig bullisch PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 9. September 2008
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Langfristig bullisch
Seite 2
Die smarten Journalisten von SmartInvestor präsentieren in ihrem Marktkommentar eine bullische Sicht für die nächsten Jahre. Dabei gehören sie nicht in die Kategorie der Claqueure der Finanzindustrie, sondern beweisen seit Jahren ein gutes Gespür für die Märkte und deren Einflüsse. Deshalb möchte ich Ihnen die folgende gekürzte Analyse nicht vorenthalten. Absolut lesenswert!

Das war in der Tat ein Hammer, was da übers Wochenende in Amerika beschlossen wurde. Der Staat übernimmt die Kontrolle bei den beiden großen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Der amerikanische Finanzminister Hank Paulson merkt dazu in einer Presseerklärung an: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, das es notwendig ist, zu handeln." So, so. Das klingt irgendwie ganz nett, so nach dem Motto: keine Sorge, wenn es schlimm wird, dann kommt der liebe Staat und zieht den Karren aus dem Dreck. So fassten es auch die Aktienmärkte auf, die daraufhin gestern einen riesigen Satz nach oben machten. Dass die US-Börsen am Freitag Abend bereits vor der Pressemiteilung heftig anzogen, hat natürlich ein Gschmäckle, aber sei's drum. Und dass die inzwischen gefeuerten Manager der beiden verstaatlichten Institute mit einem "Golden Handshake" (Abfindung im zweistelligen Millionenbereich) verabschiedet werden, wäre natürlich auch noch das eine oder andere Statement wert. Aber mal ganz ehrlich: man ist es doch inzwischen müde, sich über solche "Lappalien" aufzuregen, oder? Übrigens: Verstaatlichung klingt ja auch irgendwie harmlos, tatsächlich ist es aber so, dass dadurch die bisherigen Aktionäre all ihren Einsatz verlieren, d.h. dass die Aktie gegen null geht (siehe Chart von Fannie Mae).

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Der Niedergang der Marktwirtschaft

Entscheidend für uns ist: das, was am Wochenende vonstatten ging, bedeutet den Anfang vom Ende dieses Finanzsystems. Wir leben eigentlich nicht mehr in einem kapitalistischen System und auch nicht mehr in einer Marktwirtschaft. Das weltweite Finanzsystem fährt unter der Ägide der USA mit 150 Stundenkilometer auf eine Wand zu und die Entfernung ist längst zu kurz um noch abbremsen zu können. Vielmehr bewegen wir uns schnurstracks auf einen Zustand zu, den man am ehesten mit Staats- oder Planwirtschaft bzw. Sozialismus beschreiben müsste. Also genau auf jenes System, das wir doch vor fast zwei Jahrzehnten als minderwertig und abgehandelt betrachteten.



 
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