Eine der heftigsten Kursrallies liegt hinter uns und wer nun glaubt,
dass sich die Warnzeichen mehren, der sieht sich getäuscht. Es läuft
andersrum. Je höher die Kurse, desto euphorischer die Berichte.
Kommentatoren verhalten sich da nicht anders als andere Berufsgruppen,
sie machen nicht die Stimmung, sie werden von ihr beeinflusst. Deshalb
sollte man auch nicht allzu gross auf den Inhalt der massenmedialen
Wirtschaftsberichte achten und sich über deren Inhalt wegen zu heftigen
Kopfschüttelns eine Nackenzerrung einhandeln, das bringt nichts. Der
Wert der Nachrichten liegt in ihren Schlagzeilen und die verhalten sich
zyklisch - ein interessanter Indikator, wenn man ihn zu nutzen weiss.
Harryinfo regt sich im DGF gerade mächtig über einen
pseudowissenschaftlichen Artikel über den Zustand des deutschen
Wirtschaft auf, der es angeblich viel, viel besser geht , als allgemein
bekannt. Sein Kommentar...
Bei diesem Artikel sträuben sich mir
wirklich alle Nackenhaare und alle Alarmanlagen wurden aktiviert! Hier
drängt sich einfach der Verdacht auf, dass medial versucht wird, mit
allen Mitteln in der Gesellschaft eine positive Stimmung zu erzeugen,
obwohl die Realität ganz anders aussieht.
Am Ende stellt man
sich geradezu zwangsläufig die Frage, welche Absicht die vier (!!)
Autoren mit diesem Artikel verfolgen. Sachlich fundierte Informationen
bzw. eine zusammenfassende Darstellung der Wirtschaftsentwicklungen ist
das nicht. Es ist eine geradezu hahnebüchende Anhäufung von Mutmaßungen
und Meinungen, die ich in einer derartigen Konzentration bisher noch
nicht gesehen habe.
Statt hier einen Komplott der Autoren zu
vermuten, wäre es ertragreicher, den wahren Wert solcher Berichte zu
erkennen, die man in der gleichen Stimmungslage in fast allen Zeitungen
vorfindet: Kurse machen Nachrichten. Höhepunkte an den Börsen gehen
immer einher mit zuviel Euphorie in den Gazetten. Das war schon immer
so und wird auch immer so bleiben. Wer also an der Börse engagiert ist,
nimmt solche Berichte als Warnzeichen, dass die Rally schon bald
auslaufen könnte.
Zum Spass habe ich mal die Schlagzeilen
durchgesehen, die einer der Autoren des oben erwähnten Artikels im März produziert hat, als die Kurse nach am Boden lagen:
Die Globalisierung frisst ihre Kinder Rezession wirft Europas Staaten weit zurück Zentralbank sieht schwarz für Europas Wirtschaft Deutschland droht Absturz um sieben Prozent "Es wird keinen baldigen Aufschwung geben"
und jetzt die Schlagzeilen vom gleichen Autor im August:
Die Rückkehr des Wachstums Die Stärke unserer Wirtschaft wurde unterschätzt Das Ende der Rezession rückt näher Experten schrieben deutschen Export zu früh ab "Es ist mehr Zuversicht aufgekommen"
Wer
sich über die Massenmedien aufregt, hat nur nicht begriffen, wie man
sie für sich nutzen kann. Das ist die Erkenntnis, die auch ich nur
allzu gerne vergesse. Vielleicht sollte ich mir meinen eigenen Spruch
zur Erinnerung an den Spiegel kleben.
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Geschrieben von: Michael, am 15-08-2009 19:51 Wie war das vergangenes Jahr mit den Rohstoffpreisen und Öl ? Genau. Letzten Endes entscheiden die realen Zahlen, dahinter stehen Zahlungsverpflichtungen. Dafür wurde Geld durch Gewinn generiert ja, oder nein. Oder Kredite richtiger die Finanzierung von Schulden durch neue Schulden sind billig ja, oder nein ? Genau. Bei solchen Sirenengesängen stopft man sich Wachs in die Ohren oder lässt sich am Mast festbinden, sonst ist man bald nach dem Erklingen TOT.  Geschrieben von: eachtradingday , am 16-08-2009 18:55 absolut richtig und sehr gut beobachtet. denke eine von sun tzus zitaten würde hier sicherlich passen hier lege dann wohl ein typischer kontraindikator vor. gruss eachtradingday Artikel kommentieren
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