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Montag, 10. November 2008 |
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Der chinesische Teppichverkäufer Edwin Hong verzichtet auf haarige
Krabben, eine Delikatesse in den Gourmettempeln Shanghais, schreibt
Bloomberg. Sein Arzt habe ihm die putzigen Krustentierchen wegen ihrem
hohen Cholesteringehalt schon lange abspenstig machen wollen, doch
gefolgt ist er dem ärztlichen Rat erst jetzt, nachdem die Umsätze für
Teppiche eingebrochen waren.
Doch nicht nur Hong's Gesundheit wird dank der Kreditkrise eine neue
Chance bekommen, auch die Umwelt dürfte dankbar auf die
Wirtschaftsabschwächung reagieren. Immer mehr Schiffe liegen unbenutzt
in den Häfen und warten auf Frachten, die nicht kommen wollen.
Hong's
Kunden schieben ihre Projekte auf die lange Bank und verzögern die
Zahlungen und so geht es Land auf, Land ab auch in China, der
viertgrössten Wirtschaft der Welt. Die Aktien haben dieses Jahr bereits
zwei Drittel ihres Wertes eingebüsst und 2800 Milliarden $ an Marktwert
weggefegt.
Die Verkäufe für haarige Krabben sind verglichen
zur Vorjahresperiode um 40 Prozent eingebrochen, sagte Li Bing, welcher
die Delikatessen auf seiner 12 Hektaren grossen Farm beim Yangcheng
Lake züchtet. "Kunden kamen zuvor 2-3 Mal die Woche. Jetzt tauchen sie
nur noch einmal alle vierzehn Tage auf. Ich hätte mir einen solch
schnellen Einbruch nie vorstellen können."
Mangelnde
Vorstellungskraft macht vielen Händlern in China zu schaffen, welche
nun auf unverkäuflicher Ware sitzen, nicht nur im Krabbenbusiness.
China hat deshalb ein 600-Milliarden-$ Konjunkturpaket angekündigt, um
der Wirtschaft unter die Arme zu greifen und stiess mit ihren
planwirtschaftlichen Massnahmen auf breite Unterstützung. Tja, so
ändern sich die Zeiten.
Manche Experten zeigten sich vorallem
überrascht vom Volumen des Pakets, das 15 Prozent der
Wirtschaftsleistung beträgt, schreibt Reuters. Aber was solls. Für
kleinkariertes Buchhalterdenken ist jetzt nicht die richtige Zeit. Das
meinen auch die deutschen Autobauer. Die Opel-Geschäftsführung regte in einem Brief an Merkel laut «Frankfurter
Allgemeinen Zeitung» sogar eine Verschrottungsprämie für Altautos an
sowie zinsgünstige Konsumkredite zum Kauf von Neuwagen.
Waren
nicht solche Kredite der Urspung der aktuellen Krise? Und was ist mit
dem ausgeglichenen Bundeshaushalt? Okay, ich weiss, darüber können wir
uns später noch Gedanken machen. Die Angie darf jetzt nicht kleinlich
sein, wo doch die "Yes, we Can"-Fraktion im Land der untergehenden
Autoindustrie die Schatulle immer weiter öffnet. Dumm nur, dass ein
Analyst das Kursziel für General Motors-Aktien auf NULL gesenkt hat.
Weit
unter Null belaufen sich die Ergebnisse des "geretteten"
Versicherungskonzern AIG. Nach einem Rekordverlust von 24,5 Milliarden
$ im dritten Quartal muss die US-Notenbank und das Finanzministerium
schon wieder rettend eingreifen. Anstelle der bisherigen Kredite soll
nun ein neues Hilfspaket im Volumen von 152,5 Milliarden $ Linderung
verschaffen.
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