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Freitag, 28. November 2008 |
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Im Jahr 1990 brach die "Japan AG" zusammen. Der Nikkei verlor binnen
Jahresfrist über 40 Prozent und stürzte das Land in eine der
schlimmsten Krisen, von denen sich das Reich der aufgehenden Sonne nie
richtig erholen konnte. Die Ursachen sind vergleichbar mit der aktuellen
Kreditkrise: billiges Geld, eine laxe Kreditvergabe und der Glaube,
dass Immobilien im Preis nur steigen können. Ein Rückblick, der sich
lohnen dürfte.
Ende der Achtziger Jahre hatte der Boom gigantische Ausmaße angenommen.
An der Börse hatte sich der Tokioter Leitindex Nikkei-225 innerhalb von
nur drei Jahren mehr als verdoppelt: Zum Jahresanfang 1987 lagen die
Kurse noch bei rund 17.000 Punkten und am 29. Dezember 1989 erreichte
der Index mit 38.916 Yen einen neuen Höchststand. Auch der
Immobilienmarkt war exterm aufgebläht worden. Der Preisindex für
Wohnimmobilien in sechs großen Städten vervierfachte sich innert 9
Jahren. Doch trotz des rasanten Preisanstiegs dachte keiner daran, dass
die Spirale nach oben auch mal beendet werden könnte. So war es zu
jener Zeit ohne Probleme möglich ein Grundstück im (bereits überhöhten)
Wert von einer Million Euro als Sicherheit für einen Kredit über 1,2
Millionen Euro zu hinterlegen, da sich gemäß der allgemeinen Meinung
die Lücke von 200.000 Euro ja innerhalb weniger Monate schließen würde.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Grundstückswerte des Kaiserpalastes in
Tokio mehr wert als der Grund des US-Staates Kalifornien. Alle
japanischen Grundstückswerte zusammen waren sogar viermal so hoch
bewertet wie die der gesamten Vereinigten Staaten.
Kurz nach
dem Ende der Hausse kamen erste Gerüchte über Probleme im Finanzsektor
an die Öffentlichkeit. So war es bis dato oft an der Tagesordnung
bevorzugten Kunden Kredite ohne große Überprüfungen zu gewähren.
Ungedeckte Kredite waren dabei durch fantasievolle Buchführungen
verschleiert worden. Als diese Machenschaften in der Öffentlichkeit
bekannt wurden, sackte der Nikkei, von 37.400 Punkten (Ende
Februar1990) bis Anfang April um fast 10.000 Punkte auf einen Stand von
28.002. Doch das war erst der Anfang der Baisse. Banken sperrten die
Kreditvergabe und verweigerten den Firmen damit dringend benötigte
finanzielle Mittel. Immer mehr Firmen mussten dadurch Insolvenz
anmelden und verursachten damit einen erneuten Kreditausfall bei den
Banken.
Die Grundstückspreise fielen dramatisch und lagen 1996
in den Städten über 50 Prozent unter den Höchstmarken. Die Japaner
begannen massiv zu sparen, die Binnenkonjunktur kam nicht mehr auf die
Beine. Obwohl die Zentralbank Jahre später die Zinsen bis fast auf Null
senkte, blieb der Konsum schwach. Die Staatsverschuldung stieg massiv
wegen Rettungsmassnahmen für Banken und Konjunkturspritzen en masse.
Bis heute hat sich Japan nicht erholt. Der Nikkei liegt aktuell bei
8'500 Punkten. Im Vergleich dazu der Höchststand aus dem Jahr 1989:
38900 Punkte.
Kein Wunder also, machen sich immer mehr
Oekonomen, Analysten und Börsengurus Sorgen über die aktuelle Situation
der Wirtschaft, zu viel scheint sich genau so abzuspielen wie anno
dazumal im Land der aufgehenden Sonne. Die Bank für internationalen
Zahlungsausgleich und der IWF haben speziell die japanischen Banken
unter die Lupe genommen und es tönt aktueller denn je.
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