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Ist die Rally schon wieder vorbei? PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 26. November 2008
Für 8.500.000.000.000 (8,5 Billionen) Dollar muss der amerikanische Steuerzahler inzwischen den Kopf hinhalten in Form von effektiven Kosten oder Garantieversprechen und dennoch ist der Markt der Meinung, das reicht noch lange nicht. Allein die Abwärtsspirale in den Finanztiteln konnte abgebremst und zum Teil auch umkehrt werden. Für die Konsumaktien heisst es aber immer noch - runter gehts.

Die Summe ist gigantisch. Egghat hat dazu ein paar Vergleiche ausgegraben:

Die Summe ist größer als die Kosten für den Irakkrieg. Größer als die Kosten für die Lösung der Sparkassenkrise. Größer als die Summe für den New Plan in der 30er Jahren. Größer als der Marshallplan. 

(und jetzt festhalten): größer als alles ZUSAMMMEN!

Das einzige Ereignis, dass in eine ähnliche Größenordnung kommt, war der zweite Weltkrieg. Der kostete die USA inflationsbereinigt (wie die anderen Zahl übrigens auch) etwa 3,6 Billionen Dollar.

Wobei ich da gleich noch zwei Einwände machen muss:

Der zweite Weltkrieg hat in den USA Arbeitsplätze geschaffen, während die aktuellen Rettungsprogramme nur helfen sollen, keine Arbeitsplätze zu vernichten.

Der Vergleich frühere Kosten mit aktuellen Kosten und Garantieversprechen zu mixen hinkt. Zumindest hoffen wir das doch alle und die Politiker sind sich da auch ganz sicher. Die Tatsache aber, dass der Staat eingreifen muss, weil keine Investoren gefunden werden können, zeigt aber jedem, der noch ein kleines bisschen an Marktverhältnisse glaubt, dass aus den Garantien auch gewaltige Kosten entstehen werden.

Dennoch, den Finanzinstituten hat es vorübergehend geholfen. Meine Hoffnung, dass wir jetzt eine kurze Rally bei den Aktien sehen könnten, habe ich inzwischen aber bereits wieder begraben. Die Konsumenten brechen offensichtlich noch schneller ein als sich die Finanzinstitute erholen.
Die Deutsche Bahn erwartet in den kommenden Wintermonaten einen Einbruch im Schienengüterverkehr. Im ungünstigsten Fall werde das Unternehmen im Dezember 40 Prozent weniger Güterzüge fahren als im Vorjahresmonat. (mehr)
 
Deshalb kommen Dow Jones & Co. auch nicht auf die Beine. Noch schlimmer, je schlechter es den Konsumenten geht, desto schlechter ist das für die Konsumgüterindustrie und die hat wieder massig Kredite bei den Banken. 

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RSS Kommentare Kommentare (5)

Geschrieben von: Joe Gast, am 26-11-2008 15:01
Hallo chiron,

der Einbruch beim Schienengüterverkehr ist doch nicht neues. Wenn in Deutschland die grossen Automobil-Hersteller für 3-4 Wochen über Weihnachten die Produktion runterfahren dann ist in diesen Zeitraum die komplette Logistik-Kette auch unten, v.a. bei der Bahn. Die transportiert Karossen, Rohmaterialien, fertige KFZs usw. (jedes bessere Werk hat doch einen eigenen Bahnanschluss). mit weiteren Produktionsreduzierungen in Chemie usw verwundert mich das eben nicht.

Gruss, Joe

Geschrieben von: HRR, am 26-11-2008 15:42
@Joe

Guter Einwand, nur an der Argumentationskette ändert dies nicht wirklich viel. Solange kein Konjunkturprogramm angeschoben wird, das alles in den Schatten stellt, was wir bislang gekannt haben, wird sich nichts an der verfahrenen Situation ändern.

Geschrieben von: Nanuk, am 26-11-2008 15:54
Wir brauchen einen Weltkrieg wenn wir das System retten wollen weil er das Problem der Arbeitslosigkeit löst.Kein Konjunturprogram kann effektiver Arbeitslose beseitigen als ein Krieg es ist leider so einfach.Der Grund warum der Irak Krieg nicht als Konjunktur Programm funtioniert hat ist simple es gab zu wenig Tote.

Geschrieben von: kosh, am 26-11-2008 17:18
@Nanuk

Entschuldigung, wenn ich nur bedingt einverstanden bin

- Wir brauchen einen Weltkrieg wenn wir das System retten wollen weil er das Problem der Arbeitslosigkeit löst.

Folgendes hätte ich unterschrieben: Wir WOLLEN einen Weltkrieg, weil wir damit UNSER System und damit das Problem UNSERER Arbeitslosigkeit lösen. Der Rest der Menschheit kriegt ungefragt jeweils irgendein System verpasst, jederzeit allzeit bereit. Mal brummen WIR denen einen Diktatur auf, dann wieder düsen UNSERE Apokalyptischen Reiter bombend und kollateralschädigend übers Land und bringen die Liebe mit, auf UNSEREM Höllenritt. Kaum installiert, entwächst UNSERER freiheitlich-demokratischen Medizin auch schon der nächste Kopf der Hydra.

- Kein Konjunturprogram kann effektiver Arbeitslose beseitigen als ein Krieg es ist leider so einfach.

Nur weil bisher niemand versucht hat, ein effektiveres Programm zu installieren, bedeutet das nicht, dass nicht ein effektiveres möglich wäre. Natürlich ist es schwer vorstellbar, darum das Pferd zur Abwechslung von Schwanz aufgezäumt: Unter dem Gesichtspunkt zeitlicher Stabilität sind diese Weltkriegsprogramme nämlich äusserst ineffektiv, halten sie doch nur runde 50-100a und richten unter dem genetischen Zukunftspotential der Menschen ohne Ziel und Zweck Schaden an. Kein Mensch kann heute sagen, wieviele Koryphäen auf dem Schlachtfeld der Welt- oder früherer Kriegsprogramme geopfert wurden, wieviele Einsteins nie geboren wurden. Vielleicht wären wir schon unterwegs zum Mars oder weiter, angetrieben durch Kernfusion, unterhielten auf Mond oder Umlaufbahn respektable Stützpunkte und würden nicht nur davon träumen, die Erde 2 zu besiedeln. Vielleicht nehmen Ausserirdische nur deshalb keinen Kontakt mit uns auf, weil wir uns wie ausgemachte Vollidioten benehmen, mit einem Eintrag in den intergalaktischen Gelben Seiten: "Nicht geschäftsfähig".

- Der Grund warum der Irak Krieg nicht als Konjunktur Programm funtioniert hat ist simple es gab zu wenig Tote.

Diese Aussage halte ich nicht für unrichtig, sondern für unscharf. Auf Saddams Seite, dem irakischen Volk gab es meiner Meinung nach ausreichend Tote bis heute (ca. 1 Mio seit Golfkrieg 3), wohingegen die Koalition der Willigen ein Bodycount-Schnäppchen machte. Das Hauptproblem dürfte eher darin zu finden sein, dass keine entwickelten Infrastrukturen in Gebieten vernichtet wurden, die von fleissigen Bienchen per Wirtschaftswunder hinterher wieder aufgebaut werden - dürfen - denn unabhängig ob die Irakis wollen oder nicht, sie dürfen nicht, nicht mehr, nicht noch einmal, denn unter Saddam durften sie bis 1991 von US-Gnaden allerhand. Liesse man sie, liefen die USA erneut Gefahr den Irak zu verlieren, was sie sich sie sich realpolitisch beim besten Willen z.Z. nicht leisten können.

Fazit: Das Schlachtfeld des Terrors ist weitaus weniger konjunkturentscheidend im Sinne UNSERES Systems, weil WIR seit den Zeiten des Kolonialismus eigentlich nichts anderes als Ausbeutung subventionierten. Aber diese Zitrone ist so ausgelutscht, dass sie keinen Surplus mehr hergibt. Wir können Energie und Rohstoffen rauben soviel wir wollen, davon sind bislang auf entwickeltem Grund und Boden nicht mehr Gebäude als die 2 Türme und ein Nebenturm vernichtet worden, und selbst dabei ist niemand konjunkturfördernd beraubt worden, wir haben die Zeche via Versicherungen selbst beglichen. Rechne :-)

Wegen des atomaren Potentials fällt mir auf Anhieb aber kein lohnendes Kriegsziel ein, ausser man zieht ein atomares Konjunkturprogramm in Erwägung.

Die Amis auf Kurs
kosh

Geschrieben von: Nanuk, am 26-11-2008 17:52
Ich wollte hier keines falls einem Krieg das Wort reden sondern nur ein wenig Polemisch auf gefahren hinweisen.

Im übrigen muss man die Toten in Relation zur Bevölkerungsdichte sehen.In den 80 ziger Jahren lag die in den USA bei 24 Menschen pro qm heute sind es schon 30 ich habe leider keine Zahlen aus den 70 zigern das man einen vergleich mit Vietnam anstellen könnte.Es geht ja eben nicht um die toten auf Seiten des Feindes sondern die eigenen.Da die Kriegsbeute im falle eines Sieges auf weniger verteilt werden muss.


"Wegen des atomaren Potentials fällt mir auf Anhieb aber kein lohnendes Kriegsziel ein, ausser man zieht ein atomares Konjunkturprogramm in Erwägung."

Indien würde sich anbieten für ein maximales return on investment hat es doch eine hohe Bevölkerungs dichte.
Auch Chirurgische Feinoperationen mit Mini Nukes auf Ballungszentren bieten sich an hunger Probleme und soziale Unruhen wirkungsvoll zu bekämpfen.


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