Zeitenwende.ch        WIRTSCHAFT - geschüttelt statt gerührt
In den USA brechen die Steuereinnahmen ein PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 6. August 2008
Die Immobilienkrise hat eine Schneise in die öffentlichen Haushalte der Bundesstaaten der USA geschlagen, schreibt das Center on Budget and Policy Priorities. Mindestens 29 Staaten plus der District of Columbia sehen sich Budgetdefiziten von geschätzten 48 Milliarden US$ für das Jahr 2009 (das per 1. Juli 2008 begann) gegenüber. Mindestens drei weitere Staaten erwarten Budgetprobleme für das kommende Fiskaljahr.

Das Platzen der Immobilienblase hat die Steuereinnahmen empfindlich getroffen, da die Umsätze in Möbeln, Haushaltgeräten und Baumaterialien zurück gegangen seien. Auch der schwächere Konsum von anderen Produkten führte zu Einbussen in der Staatsrechnung. Betroffen seien auch die Einkommen aus Liegenschaftsgebühren.

Die Mehrheit der Staaten könne sich kein Defizit leisten um die Ausgaben zu finanzieren. Deshalb haben die Staaten drei primäre Möglichkeiten, welche sie wahrnehmen können: Abbau von Reserven, Reduktion der Ausgaben oder Erhöhung der Steuern. Da die Reserven bereits früher angezapft wurden, reichen die verbleibenden Reserven nicht aus um eine Rezession aufzufangen. Es verbleiben also Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen. Beide Massnahmen haben aber die dumme Angewohnheit eine Rezession noch zu verstärken.

Besonders schlecht sieht die Situation in Kalifornien, Florida, Arizona und Nevada aus, wie folgende Tabelle zeigt. Allein Kalifornien hat ein Budgetdefizit von 22.2 Milliarden US$ vorgelegt. Doch auch New York macht sich Sorgen: Ein Gouverneur sieht rot und in Seattle hat sich Gov. Chris Gregoire mit einem Aufruf die Kosten zu senken an das Personal im öffentlichen Dienst gewandt:

 
Ich bitte Sie alle Schritte zu unternehmen um Kosten zu senken. Ich bitte Sie kreativ zu sein und jetzt zu handeln.
 

The Money Squeeze: Gregoire orders hiring freeze, cutbacks



Beispiele von geplanten oder bereits ausgeführten Budgetkürzungen

Minestens 13 Staaten wollen bei den schlecht verdienenden Familien sparen in dem sie die Gesundheitsausgaben kürzen.

Mindestens 7 Staaten kürzen die Ausgaben für Dienstleistungen zugunsten der ältesten Bevölkerungsgruppe und Behinderten.

Mindestens 11 Staaten kürzen die Ausgaben zugunsten der Ausbildung und Erziehung von Kindern.

Mindestens 16 Staaten kürzen die Ausgaben zugunsten der Schulen und Universitäten.

usw.

(Quelle:  29 STATES FACED TOTAL BUDGET SHORTFALL OF AT LEAST $48 BILLION IN 2009)

UPDATE:

Beamten-Aufstand gegen Arnie

Die Massenproteste gegen Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger weiten sich aus: Seine Beamten wollen ihn sogar feuern.

Arnies Popularität stürzte in Umfragen um 20 Prozent auf zuletzt magere 40 Prozent. Er kann sein wichtigstes Wahlversprechen, Kaliforniens Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, nicht halten. Stets überwiege das „Show-Element“, so Kritiker.

Trackback-URL  (Trackback)

Tag it:
Delicious
Furl it!
Spurl
NewsVine
Reddit
YahooMyWeb
Technorati
Mister.Wong

Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 5285

RSS Kommentare Kommentare (4)

Geschrieben von: Hans, am 07-08-2008 06:34
48 Mrd. US$ hier, 22,2 Mrd. US$ dort. Seit wann zerbricht man sich in den USA darüber den Kopf? Sind etwa die Druckmaschinen zum Gelddrucken kaputt?

MfG
Hans

Geschrieben von: ich, am 07-08-2008 12:39
Ich verstehe die Regierungen nicht.
Für das sch.... Militär haben die Geld ohne Ende
und die eigene Bevölkerung lassen die so leiden.
Was ist das nur für eine Welt.

Geschrieben von: Olaf website, am 08-08-2008 10:44
Das schlimme ist dass der amerikanische Ärger dann ja bald auch nach Europa kommt - schlechte Zeiten also

Geschrieben von: Josef Maziejewski, am 14-02-2009 23:09
Gehen Sie doch nicht so mit dem Geld um, Einmal schreiben Sie das Budgetdifizit
in mind. 29 Staaten plus Distrikt of Columbia beträgt nach Einschätzung 48 Milliarden US $ (3. Zeile) dann geben Sie an: Qelle:....... 48 Billionen in 2009. Spielt keine Rolle mehr. Die ehemalige Wirtschaftsmacht USA ist eh am Ende.
Nach dem Scheitern des Kommunismusses liegt nun auch der Kapitalismus am Boden. Kein System hat überlebt, mich wundert es nicht. Bin neugierig was nun
kommt. :) :) :)


Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren

AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze


Pingback/Trackback Comments Pingbacks/Trackbacks (2)

Erhalten von: Finanzkrise2 « Citizen-Net pingback-website, am 19-10-2008 05:37 (PB)
[...] Zeitreihe der Steuereinnahmen in den USA (Staatsquote) seit 1980 (Ronald Reagans Amtsantritt) http://www.zeit.de/2003/34/Steuer-Wahn_USA In den USA brechen die Steuereinnahmen ein ; Mittwoch, 6. August 2008 http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/in-den-usa-bre chen-die-steuereinnahmen-ein/ [...]

Erhalten von: Finanznachrichten.info trackback-website, am 02-10-2010 08:56 (TB)
Der Euro lässt sich nicht beirren und steigt weiter gegenüber dem US-Dollar

Eine Nachricht nach der anderen könnte dem Euro die Laune verderben. Doch das Gegenteil passiert. Die Gemeinschaftswährung lässt sich nicht beirren und steigt munter weiter im Wert. Noch ist der Euro weit entfernt von dem Jahreshoch, kann heute aber

 
< zurück   weiter >

Blog-Verzeichnisse

Schweizer Blog Verzeichnis TopBlogs.de slug.ch Blogs, die hierher linken list.blogug.ch bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Blogverzeichnis Bloggeramt.de investinformer.de - TOP100 Investment Sites Blogparade