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Immobilien statt Bananen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. April 2009
Paul Schmidt analysierte 200 Finanzkrisen - und fordert, Währungshüter müssten mehr auf die Preise von Immobilien achten und weniger auf die von Obst.

Yep, so isses, und die Immobilien tauchen weiter. In den USA sind im ersten Quartal 09 weitere 800'000 Immobilienbesitzer gestrandet (Foreclosure). Das ist die höchste Zahl, seit diese Datenreihe erfasst wird.

Foreclosures - der Zeitpunkt, bei dem der Gerichtsvollzieher das Haus in Beschlag nimmt - haben einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. Verglichen zum Vorjahresquartal sind sie um 24 Prozent auf 803'489 gestiegen, wovon 341'180 allein auf den Monat März fallen.

Die US-Immobilienpreise sind im Januar verglichen zum Vorjahresmonat um 19 Prozent gefallen, der stärkste Verfall in der Datenreihe. Der Preisrückgang fand ausnahmslos jeden Monat statt seit Januar 2007. Anträge für Hypotheken hingegen sind letzte Woche das erste Mal zurück gegangen. Ein Zeichen, wie Bloomberg schreibt, dass selbst Hypozinsen von unter 5 Prozent den Verfall nicht stoppen können.

Da, wie ich bereits früher schrieb, der Immobilienmarkt ein zentrales Kriterium für die Wirtschaft eines Landes ist, dürfte der Aufschwung noch länger auf sich warten lassen. Unterstützung für diese These kommt nun auch von Paul Schmidt, der 200 Finanzkrisen analysierte:
 
Konkret muss es zum Beispiel darum gehen, die Preisentwicklung an den Immobilienmärkten miteinzubeziehen, die ja Auslöser für viele der zurückliegenden und auch für die aktuelle Krise waren. Zentralbanken auf der ganzen Welt richten ihre Geldpolitik fast nur auf die Verbraucherpreise aus, sie beobachten aufmerksam die Preise für Bananen und Haarschnitte, gucken aber nicht auf die Veränderung der Vermögenspreise. In den meisten Ländern machen die Verbraucherpreise aber nur etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus. Das heißt: In ein vernünftiges Frühwarnsystem gehören auch und vor allem diese Vermögensmärkte, auf denen Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch Rohstoffe gehandelt werden.

Wobei es im Moment vielleicht besser ist, die Immobilienmärkte nicht miteinzubeziehen, sonst hätten wir ja Deflation und das geht gar nicht...

Notenbanker gucken zu sehr auf Bananen
Foreclosure Filings in U.S. Climbed to Record in First Quarter

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RSS Kommentare Kommentare (2)

Geschrieben von: Pancho, am 16-04-2009 22:08
"In den USA sind im ersten Quartal 09 weitere 800'000 Immobilienbesitzer gestrandet (Foreclosure)."

Iss schon heftig...

Geschrieben von: Schabmüller website, am 19-04-2009 22:46
Das eigenartige an der Krise ist, dass sie aufgrund der hohen Verschuldingsquote der US Haushalte vorhersehbar war, dass Bush/ Greenspan die Risiken darin nicht erkannten und rechtzeitig keine Gegenmassnahmen getroffen haben.
Es ist sensationell, dass sie hierfür politisch nicht haftbar gemacht werden.
KHS, Paris www.khs.frnull


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