Paul Schmidt analysierte 200 Finanzkrisen - und fordert, Währungshüter
müssten mehr auf die Preise von Immobilien achten und weniger auf die
von Obst.
Yep, so isses, und die Immobilien tauchen weiter. In den USA
sind im ersten Quartal 09 weitere 800'000 Immobilienbesitzer gestrandet
(Foreclosure). Das ist die höchste Zahl, seit diese Datenreihe erfasst
wird.
Foreclosures - der Zeitpunkt, bei dem der Gerichtsvollzieher das Haus
in Beschlag nimmt - haben einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht.
Verglichen zum Vorjahresquartal sind sie um 24 Prozent auf 803'489
gestiegen, wovon 341'180 allein auf den Monat März fallen.
Die
US-Immobilienpreise sind im Januar verglichen zum Vorjahresmonat um 19
Prozent gefallen, der stärkste Verfall in der Datenreihe. Der
Preisrückgang fand ausnahmslos jeden Monat statt seit Januar 2007.
Anträge für Hypotheken hingegen sind letzte Woche das erste Mal zurück
gegangen. Ein Zeichen, wie Bloomberg schreibt, dass selbst Hypozinsen
von unter 5 Prozent den Verfall nicht stoppen können.
Da, wie
ich bereits früher schrieb, der Immobilienmarkt ein zentrales Kriterium
für die Wirtschaft eines Landes ist, dürfte der Aufschwung noch länger
auf sich warten lassen. Unterstützung für diese These kommt nun auch
von Paul Schmidt, der 200 Finanzkrisen analysierte: Konkret muss
es zum Beispiel darum gehen, die Preisentwicklung an den
Immobilienmärkten miteinzubeziehen, die ja Auslöser für viele der
zurückliegenden und auch für die aktuelle Krise waren. Zentralbanken
auf der ganzen Welt richten ihre Geldpolitik fast nur auf die
Verbraucherpreise aus, sie beobachten aufmerksam die Preise für Bananen
und Haarschnitte, gucken aber nicht auf die Veränderung der
Vermögenspreise. In den meisten Ländern machen die Verbraucherpreise
aber nur etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus. Das heißt: In ein
vernünftiges Frühwarnsystem gehören auch und vor allem diese
Vermögensmärkte, auf denen Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch
Rohstoffe gehandelt werden. Wobei es im Moment vielleicht besser
ist, die Immobilienmärkte nicht miteinzubeziehen, sonst hätten wir ja
Deflation und das geht gar nicht...
Notenbanker gucken zu sehr auf Bananen Foreclosure Filings in U.S. Climbed to Record in First Quarter
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Geschrieben von: Pancho, am 16-04-2009 22:08 "In den USA sind im ersten Quartal 09 weitere 800'000 Immobilienbesitzer gestrandet (Foreclosure)." Iss schon heftig... Geschrieben von: Schabmüller , am 19-04-2009 22:46 Das eigenartige an der Krise ist, dass sie aufgrund der hohen Verschuldingsquote der US Haushalte vorhersehbar war, dass Bush/ Greenspan die Risiken darin nicht erkannten und rechtzeitig keine Gegenmassnahmen getroffen haben. Es ist sensationell, dass sie hierfür politisch nicht haftbar gemacht werden. KHS, Paris www.khs.frnull Artikel kommentieren
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