Die zahlreichen Verknüpfungen zwischen Goldman Sachs, der FED und der
amerikanischen Regierung haben schon öfters für Stirnrunzeln gesorgt.
Doch die Machenschaften blieben Randnotizen. Die Frage ist, wie lange
noch, denn das Wall Street Journal hat einen weiteren Fall aufgedeckt.
Der Drehtüreffekt zwischen Grosskonzernen und der Regierung ist ein alt
bekanntes wenn auch sehr ärgerliches Phänomen. Doch noch schlimmer ist
es, wenn es jemand schafft auf beiden Seiten der Türe gleichzeitig zu
sitzen. Geschafft hat es - einmal dürfen Sie raten - wieder einmal
Goldman Sachs.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat
Stephen Friedman im Dezember Aktien von Goldman Sachs gekauft und damit
in den letzten Monaten einen Gewinn von 1.7 Millionen Dollar erzielt.
Gutes Timing, könnte man denken. Doch die Personalie hat ein paar
unschöne Details vorzuweisen.
Stephen Friedman ist der Chef der
New York Fed und gleichzeitig Direktor bei Goldman Sachs. Allein diese
zwei Positionen gleichzeitig unter einen Hut zu bringen, ist einer
Demokratie nicht würdig. Noch spezieller wird diese Konstellation, wenn
man weiss, dass Goldman Sachs massiv auf Hilfe der FED angewiesen war.
Doch dass jetzt Friedman auch noch Aktien von Goldman Sachs kaufte, war
dann auch dem Wall Street Journal zuviel.
Stephen Friedman
selbst kann hingegen keinen Interessenskonflikt erkennen. Der
71-jährige sagte laut WSJ, dass er die Aktien gekauft habe, weil sie
billig waren. Nun billig waren sie nur im Wissen, dass GS Hilfe
bekommen sollte. Hätte ich dies gewusst, dann hätte ich auch gekauft.
Aber Friedman soll nach seinen Angaben auch keine Ahnung von den
Hilfsprogrammen zugunsten GS gehabt haben. Na, dann hat er wohl einfach
Glück gehabt....
New York Fed Chairman's Ties to Goldman Raise Questions
P.S. Der ehemalige Chef der FED von New York
ist heute Finanzminister und der ehemalige Finanzminister war zuvor CEO
bei Goldman Sachs P.S. Marketwatch, ein Blog des Wall Street Journals, zu Goldman Sachs Beziehungsnetz: Happy Conspiracy (Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 3720
Geschrieben von: Time Traveller, am 06-05-2009 08:52 Die Terroristen sind nicht Al Kaida oder Taliban sondern diese widerlichen Finanzstricher wie GS und Konsorten. Dieses Pack bestimmt die Politik oder glaubt jemand ernsthaft an Demokratie. Geschrieben von: kaiserfinanz , am 08-05-2009 14:12 Mich verwundert nur, dass es Menschen gibt, die sich über diese Zustände echt wundern können. Schließlich ist die FED nur ein Privatunternehmen und de facto eine Filiale der Gründungsbanken unter Führung von Rothschild und Konsorten. Weder der Senat noch die Regierung haben da etwas zu sagen! Das Finanzministerium wird seit einer Ewigkeit von Bankern aus dem Kreis der Eigner der FED und damit der USA besetzt. Wer soll da sonst die Geschäfte machen? Geschrieben von: HRR, am 08-05-2009 15:03 Das Aktienkapital wurde von den Gründungsbanken einbezahlt. Sie bekommen aber nur 6 % vom ursprünglich einbezahlten Kapital als Dividende. Gewinn und Verlust "gehören" dem Staat. Zudem wird das Direktorium vom US-Präsidenten bestimmt. Dass die Regierung nichts zu sagen hat ist somit falsch und gehört in die Mottenkiste der Verschwörungstheorien. Geschrieben von: Zykliker, am 08-05-2009 23:07 "Zudem wird das Direktorium vom US-Präsidenten bestimmt. Dass die Regierung nichts zu sagen hat ist somit falsch und gehört in die Mottenkiste der Verschwörungstheorien." Das ist jetzt aber schon ein wirklich gut gelungener Witz. Freilich ist das formal so richtig; aber wir wissen doch alle, daß die Abhängigkeiten etwas subtiler verteilt sind ( siehe auch den wirklich guten Kommentar zu den Stresstests). Findet der "inzestuöse Lobbyismus" wirklich nicht aus einem wirtschaftlichen Interesse heraus statt? Gibt es diese Spenden von Wallstreet an die Politik aus Altruismus? Gibt es diese korrupte Kumpanei zwischen wirtschaftlicher und (wie ich behaupte: von ihr abhängiger) politischer Macht nicht in einem Ausmaß, daß man mit einer geradezu dekadenten Blind-/Dummheit Gegner des Systems geradezu "anbettelt, wieder einmal das Kind mit dem Bade auszuschütten." Muß sich die Geschichte wirklich immer wieder reimen? Was ist dieser Interessenfilz zwischen Wallstreet, FED und Regierung anderes als Betrug am Volk? Bill Bonner hat immer wieder gesagt: "Die notwendige Korrektur folgt im Ausmaß des vorherigen Betrugs!" Ich sage: wirtschaftlich aufgeschoben ist diese Korrektur zwar, aber nicht aufgehoben: politisch nicht und letztlich damit natürlich auch nicht wirtschaftlich. Geschrieben von: HRR, am 09-05-2009 07:59 @Zykliker Du hast völlig recht. Es geht um die Vernetzungen, die ich auch immer wieder betone. Während "Verschwörungstheoretiker" immer auf formal falschen Gegebenheiten herum reiten und damit etwas beweisen wollen. Das Resultat bleibt das gleiche, nur dass die Mächtigen viel subtiler vorgehen. Friedman ist zurückgetreten Artikel kommentieren
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze
Erhalten von: Blick Log » Nach Merkel-Donnerwetter: Goldman Sachs macht in Deutschland den Anfang , am 06-05-2009 06:17 (PB) [...] Goldman Sachs in dieser Finanzkrise arbeitet, hat Zeitenwende aufgespürt unter der Überschrift Immer wieder Goldman Sachs Share and [...] |