Zeitenwende.ch        WIRTSCHAFT - geschüttelt statt gerührt
Im siebten Himmel PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Was sich liebt, das neckt sich und geneckt haben sie sich lange genug, die Geldhäuser und die Regierungen. Jetzt stehen sie Schlange vor dem Standesamt und es kann nicht schnell genug gehen. Ob von langer Hand geplant oder aus der Not geboren - sie brauchen sich gegenseitig, um weiterleben zu können.

Der Krach der Hochzeitsglocken ist nicht zu überhören - es bimmelt rund um den Globus. Ob in Island, England oder den USA, überall machen sie sich frisch, um vor den Altar zu treten. Und in Frankreich, Belgien, Holland, Deutschland & Co, wo erst Absichtserklärungen und Geldgeschenke gemacht wurden, schreien die Paartherapeuten: "Tut es endlich, bevor es zu spät ist!"

Für die Zaungäste kommt diese Entwicklung überraschend, denn vor dem grossen Publikum hatten sich die Geldhäuser und Regierungen immer die kalte Schulter gezeigt, während hinter den Kulissen die Vorbereitungen schon längst auf der Zielgerade waren. Die Lobbyisten gingen bei Vater Staat ein und aus und die Politiker liessen sich in den Verwaltungsräten aushalten und sorgten dafür, dass die Behörden beide Augen zudrückten und die Regeln neu auslegten. Jetzt dürfen sich endlich die ersten vor staunendem Publikum umarmen, während anderorts die Geldhäuser noch auf den Knien herum rutschen.

Die ZEIT schreibt dazu: Banken müssen verstaatlicht und rekapitalisiert, die Konjunktur angekurbelt werden. Zinssenkungen sind ein zentrales Element in dieser Strategie: Denn niedrigere Zinsen machen Kredite für Unternehmen und Verbraucher billiger.

Klar, sie heiraten nicht ihrer selbst Willen, sondern für die Hochzeitsgäste, denen sie die Krümel vom grossen Buffett freizügig überlassen ... und die Götter amüsieren sich.

P.S. Wer keinen Spass an Analogien hat, der findet sachdienliche Hinweise bei egghat: Heli-Heusi fordert Banken in Staatsbesitz!

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Nanuk, am 09-10-2008 14:47
Treulich geführt ziehet dahin,
wo euch der Segen der Liebe bewahr!
Siegreicher Mut, Minnegewinn
eint euch in Treue zum seligsten Paar.
Streiter der Jugend, schreite voran!
Zierde der Jugend, schreite voran!
Rauschen des Festes seid nun entronnen,
Wonne des Herzens sei euch gewonnen!

Duftender Raum, zur Liebe geschmückt,
nahm euch nun auf, dem Glanze entrückt.
Treulich geführt ziehet nun ein,
wo euch der Segen der Liebe bewahr!
Siegreicher Mut, Minne so rein
eint euch in Treue zum seligsten Paar.

:grin
und als Hochzeitsgeschenke gibt es Inflation und höhere Steuern...

Geschrieben von: martin r, am 09-10-2008 18:27
Bitte nicht mehr die Zeit - die ist mega out...
Schlafmützenverein. DESINTELLEKTUELLE.
Nanuks Kommentar führt miiten ins Herz dieser Gedankenheroen.

Geschrieben von: Kasper-David, am 09-10-2008 19:38
Einspruch @ martin r

mega out gibt es nicht - "Mega Out" als Solches ist eine der größten Illusionen, der der aufgeklärte Intellektuelle immer wieder mal gern ganz unverbindlich aufsitzt. Denn:

...die kommen alle wieder, die sind immer noch da.

@ nanuk

Super, der schönste und beste Beitrag, den ich je von Dir gelesen habe. Wer ist der Verfasser dieser Lyrik? Muß man den kennen? Falls ja, bekenne ich mich als Kulturbanause und bitte um einen Hinweis.

thanks so much,

yours, K-D

Geschrieben von: martin r, am 09-10-2008 20:20
Irrtum ! Die historische Realität kennt Themenbrüche.
Sei's d'rum: Nanuks Kommentar gebührt die Ehre !

Geschrieben von: martin r, am 09-10-2008 20:23
Nachtrag.
Wagner ist's, Hochzeitnacht...NACHT

Geschrieben von: Nanuk, am 10-10-2008 07:42
Na unsere Eliten treffen sich doch alle immer in Bayreuth und huldigen den Nibelungen...
und so kommt mir das auch alles vor was im moment abläuft das ist finstertes Mittelalter.Man könnte glauben man hätte es verstanden das sich das nicht aufrecht erhalten lässt das man die die dicke Warnung die wir jetzt bekommen haben ernst nimmt und was ist ,der Champus ist alle saufen wir halt Vodka. Hauptsache die Musik spielt auch wenn die Musiker schon fast volltrunken von den Stühlen fallen.

Darum lasst uns ausrufen der König ist tod lang lebe der König...

und für alle Nörgler und Zyniker Steepener Steepener...


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