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Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt |
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Donnerstag, 23. Juli 2009 |
Das Pippi Langstrumpf-Prinzip gehörte schon länger zum Geschäftskonzept
der Ratingagenturen. Doch jetzt wird es immer haarsträubender, so dass
auch die letzten, die noch geglaubt haben, dass Ratingagenturen
unabhängige, nur ihrer eigenen Analyse verpflichtete Unternehmen seien,
ihre Meinung revidieren müssen. Zuvor heruntergestufte Papiere für
amerikanische Gewerbeliegenschaften, deren Markt am Boden liegt, wurden
laut FTD auf Druck der Banken wieder auf AAA heraufgestuft. Wenn es ums
Geschäft geht, ist eben alles möglich. Na, wenn das nicht Vertrauen
schafft...
Die zahlreichen Kritiker der Ratingagenturen werden sich bestätigt
fühlen: Nach einem regelrechten Sturmlauf der Investoren hat Standard
& Poor's die Herabstufung von Wertpapieren, die mit
Gewerbeimmobilienkrediten besichert sind, wieder rückgängig gemacht.
Und zwar gleich von "BBB-" auf "AAA". Lugt vielleicht der Aufschwung um die Ecke?
Zu
den Emittenten der Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) gehören
die Großbanken Goldman Sachs, Credit Suisse, JP Morgan Chase, Wachovia
und Morgan Stanley. Ohne Toprating können die Papiere nicht im Rahmen
eines Programms der Notenbank Federal Reserve als Sicherheit im
Gegenzug für Kredite hinterlegt werden.
Der Kunde ist König, aber wollten nicht die Regierungen die Ratingagenturen überwachen?
Welche
Gefahren vom Gewerbeimmobilienmarkt ausgehen, verdeutlichte am Mittwoch
auch US-Notenbankchef Ben Bernanke. Vor dem Finanzausschuss des
Repräsentantenhauses in Washington sagte er am Mittwoch, dass die
Insolvenzgefahr, die von dem Markt ausgehe, ein enormes Risiko für die
gesamte US-Wirtschaft darstelle.
Und als Crashprophet ist Ben Bernanke nun wirklich nicht bekannt.
Tja,
zum Glück können sich die Grossen der Branche bei den Zentralbanken
noch billig gegen die "Sicherheit" von Ramsch finanzieren. Die CIT kann
das nämlich nicht und muss dafür teuer bezahlen.
Der schwer
angeschlagene US-Mittelstandsfinanzierer CIT Group muss seine Rettung
teuer bezahlen: Bei der Börsenaufsicht SEC eingereichte Unterlagen
zeigen, dass CIT auf den von Gläubigern gewährten Notkredit von 3 Mrd.
$ einen Jahreszins von mindestens 13 Prozent zahlt. Das 101 Jahre alte
Unternehmen hat zudem Vermögenswerte als Sicherheiten hinterlegt, die
mehr als fünf Mal so viel Wert sind wie das Darlehen. Im Falle einer
Insolvenz würden die Gläubiger mit fast hundertprozentiger Sicherheit
ihr Geld zurückbekommen.
Die Welt kann ganz schön ungerecht zu
sein. Die einen werden dem Markt ausgesetzt und die anderen können dank
dem Zugang zur Fed Gewinne einstreichen, ohne dafür eine Gegenleistung
zu bieten.
S&P knickt vor Banken ein Gläubiger schröpfen kriselnde CIT Group
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