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Montag, 14. Dezember 2009 |
Der Makler James de la Cloche hat sein Herz für Gordon Brown und dessen
Compagnon Alistair Darling entdeckt. Die plötzlich auferstandenen
Gefühle für die britischen Politiker haben einen handfesten Grund. De
la Cloche arbeitet als Immobilienmakler auf der britischen Insel
Jersey, welche wegen ihren tiefen Steuern von Managern überrannt wird.
Top-Manager zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Gefahr wittern,
bevor sie überhaupt erst eintritt. Bei der Finanzkrise haben die
meisten total versagt, nicht so als es um ihr eigenes Geld ging. Um
möglichen Steuererhöhungen zu entgehen, sind viele von ihnen dem Ruf
der Insel gefolgt:
Nach Recherchen der "Times" ist die Zahl der
Vorstände und Aufsichtsräte mit einem Inselwohnsitz in den vergangenen
zwölf Monaten um rund 500 auf die stattliche Summe von 6279
angewachsen. Die Zuwanderung nach Jersey habe insgesamt um 20 Prozent
zugenommen, melden die Behörden auf der Insel. Auch die Britischen
Jungferninseln melden kräftigen Zulauf. 615 britische
Unternehmenslenker nennen die Karibik-Nation nun als ihren Wohnsitz.
Und
dieser Trend dürfte nach den angekündigten Steuererhöhungen noch
zunehmen. Dumm für Gordon Brown, der es schaffte, die britischen Inseln
in der Steueroasen-Debatte auszuklammern. Als Schweizer kann ich mir
ein süffisantes Lächeln nicht verkneifen...
Doch das ist nur der
eine Teil dieser Geschichte. Viel spannender finde ich den Aspekt
nomadisierender Manager. Mit den steigenden Vermögen haben sie nicht
eine grössere Freiheit erreicht, sondern sich flugs ein goldenes Käfig
gebaut. Sie ziehen in Reichenghettos, um ein Spiesserleben zu führen.
Mein Gott, ist das langweilig...
Britische Manager flüchten in Steueroasen Gedanken zum Reichtum Martin Suter: Geld ist kein Produkt (Trackback)
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