|
Donnerstag, 25. September 2008 |
|
Seite 2 von 2
Von Ende 2002 bis ins Jahr 2007 habe es seitens der Oekonomen des Weissen Hauses und des Finanzministeriums zahlreiche Vorschläge gegeben, F & F und andere halbstaatliche Unternehmen zu reformieren. Der Grund für diese Vorschläge war der Irrglaube der Investoren, dass diese Unternehmen staatlich gesichert seien. Wegen diesem Irrglauben müssten diese Unternehmen auch einer staatlichen Supervision unterliegen. Dieser Irrglaube wurde auch stark von den Ratingagenturen beeinflusst. Ohne die Top-Ratings über all die Jahre, hätten die Investoren schnell gemerkt, dass sie nicht staatlich gesichert sind.
Soche Anträge waren nicht neu. Während der Clinton-Administration hatten bereits Vertreter des Finanzministeriums auf die Schieflage der Finanzen von F & F aufmerksam gemacht, die bereits damals einem Hedge Fonds mit riskanten Wetten glichen. Selbst Alan Greenspan habe mehrmals über diese Risiken gesprochen.
George W. Bush sei sehr offen für Reformen gewesen und habe auf politische Interessen verzichtet. Seine Berater, alles ausgewiesene Spezialisten, hätten schon früh Aenderungen herbei führen wollen, nur kamen diese beim Senat nicht durch. Die Lobbyisten von F & F hätten ganze Arbeit geleistet. Unter Führung von Senator Dodd wurde aus der Reform ein zahnloser Papiertiger. Dodd gehörte neben den Senatoren John Kerry, Barack Obama und Hillary Clinton zu den Top-Empfängern von Wahlspenden aus den Taschen von F & F über die Jahre 1988-2008.
Im Budgetbericht von George W. Bush vom Februar 2004 stehe auf Seite 82, Fannie, Freddie und andere GSEs arbeiten mit einem hohen Einsatz an Fremdkapital (leverage) und hielten viel weniger Kapital in Bezug zu den Ausleihungen als andere vergleichbare Finanzinstitutionen. Ein Beurteilungsfehler oder unerwartete wirtschaftliche Entwicklungen könnten das Kapital schnell vernichten und es schwierig machen, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Wegen der Grösse der Unternehmen könne bereits ein kleiner Fehler von F & F Konsequenzen für die ganze Wirtschaft haben.
Bush habe sich auch persönlich für Reformen engagiert, doch sie blieben unerhört.
Im Sommer 2007, als die Kreditkrise von Senator Dodd unbemerkt seinen Anfang nahm, verlangte er von Bush, seine kranken Reformpläne zu überdenken und Barney Frank, nun Chef des House Financial Services Committe, sagte, dass der Vorschlag des Präsidenten für eine strenge, unabhänige Ueberwachung von Fannie und Freddie hirnverbrannt seien.
Eine traurige Erkenntnis für Bush. Als er hirnverbrannt gehandelt hatte, wurde ihm im Senat applaudiert und wenn er richtig entschieden hätte, nennen sie ihn hirnverbrannt. Doch so oder so, meine Prognosen von "Showtime in Washington" scheinen sich schon bald zu bestätigen, denn die Politik steckt viel zu tief mit im Sumpf der Verantwortlichkeiten zur Kreditkrise.
Und gerade in diesem Moment kommt folgende Meldung:
Republikaner und Demokraten im US-Kongress haben sich in Grundzügen auf das größte Rettungsprogramm der Finanzgeschichte verständigt. Gut ein Drittel des 700 Milliarden schweren Notfallfonds soll sofort in den Markt fließen - zugleich werden die Managergehälter der profitierenden Konzerne begrenzt.
UPDATE
Die Verhandlungen über das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die bedrängte Finanzbranche der USA sind ins Stocken geraten. Das Krisengespräch im Weißen Haus, an dem die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain sowie führende Kongressmitglieder teilnahmen, brachte keinen Durchbruch. Grund dafür sind hauptsächlich tiefe Gegensätze im republikanischen Lager. Eklat im Weißen Haus - Republikaner blockieren
Where Was Sen. Dodd? Politicians Point Fingers, Assign Blame Barney's Rubble
Mehr zum Thema Der wahre Grund für den Zusammenbruch von F & F
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2535
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze
|