Sind die aktuellen Gewinne von Goldman Sachs der Beweis dafür, dass die
Finanzkrise schon bald ihrem Ende entgegenstrebt oder ist es der
Beweis, dass Wall Street die amerikanische Regierung übernommen hat?
Eine Frage, der sich jetzt auch Paul Krugman in seiner New York Times
Kolumne angenommen hat. Dort schreibt er: "Goldman Sachs ist sehr gut,
in dem was sie tun, doch was sie tun, ist schlecht für America." Autsch!
Was lange als Stoff für Verschwörungstheoretiker galt, kommt jetzt
langsam auch bei den Massenmedien an. Der Auslöser war Simon Johnson.
Der ehemalige Direktor des IWF und Oekonom beim renommierten
Massachusetts Institute of Technologie schreckte als Erster die
Oeffentlichkeit auf mit der Behauptung, Wallstreet habe Washington
gekapert.
Alle Finanzkrisen der jüngeren Geschichte wurden
dadurch ausgelöst, dass eine wirtschaftliche Elite zu viel Macht bekam.
Die USA unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von
Schwellenländern wie Südkorea oder Indonesien. Im «Wallstreet Journal»
stand kürzlich eine interessante Grafik. Sie zeigte den massiven
Anstieg der Gehälter in der Finanzbranche. Der Grund dafür ist die
Deregulierung. Es ist ein Fakt, dass die Wallstreet mit Millionensummen
Wahlkämpfer unterstützt hat, während sich Politiker für den Abbau
gesetzlicher Vorschriften stark machten.
Mehr von Simon Johnson gibt es hier: Simon Johnson - twelve points / Wir müssen die Macht der Wallstreet brechen
Simon
Johnson bekommt nun auch Unterstützung von Paul Krugman. In der NYT
schreibt er, dass die schlechten Gewohnheiten der Wall Street -
speziell die Boni, welche geholfen haben, die Finanzkrise zu
verursachen - immer noch da sind. Doch was schlimmer sei, ist, dass
die Rettung des Finanzsystems ohne es zu reformieren, eine nächste
Krise wahrscheinlicher gemacht habe. Quelle: The Joy of Sachs
Nun,
was Krugman oder Johnson schreiben ist für Zeitenwende-Leser nicht neu.
Interessant ist viel mehr, wie sich die öffentliche Wahrnehmung ändert.
Was lange als Tabu galt, wird plötzlich in den landesweiten
Fernsehsendern zum Thema gemacht. Eine spannende Entwicklung. Schauen
Sie mal...
Rep. Alan Grayson: "Hank Paulson Had a $700M Conflict of Interest"
Glenn Beck beim Sender Fox News zum Machtnetz von Goldman Sachs
Wall Street: Has it learned its Lesson? (france24)
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Geschrieben von: BB, am 18-07-2009 15:15 Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Aber besser spät als nie! Also, was der Krugman da vorschlägt, ist auch schon wieder zu kurz gegriffen. Er will nur die Boni der Banker kassieren/reduzieren. Mal abgesehen davon, dass auf dem Level sowas nicht durch Tarifverträge geregelt wird und ansonsten Vertragsfreiheit gilt und es überhaupt die Frage ist, ob der Staat genau da reglementieren sollte. Weshalb sind den die Boni so hoch? Weil die Zockerei so viel Gewinn abwirft! Also muss man doch was an der Zockerei machen! Wie immer hinkt Krugman der Realität hinterher. Was ist wirklich erforderlich: Ich würde da eher für sinnvoll halten: - Wiederherstellung der Trennung zwischen Geschäftsbanken und Investbankbanken - Entschleunigung des Hochfrequenzhandels - Staatliche Ratingagenturen - Verbieten von Derivaten Wenn am Ende eine Bank maximal 3 Prozent Rendite mit der Vergabe von Krediten erwirtschaften kann, ist die Bank wieder eine ehrliche Bank. Und von 3 Prozent Rendite kann jeder leben. Geschrieben von: Joerg , am 18-07-2009 19:36 Gewinne an sich sind ja erstmal nichts verwerfliches, es kommt immer drauf an wie diese verwendet werden. Hohe Gewinne entstehen vorallem durch ein erhöhtes Risiko. Es wäre eigentlich ratsam wenn Banken wie Goldman Sachs die hohe Risiken eingehen dazu verpflichtet werden einen Teil ihrer Gewinne als Risikoabsicherung zurückzuhalten, damit sie bei der nächsten Krise auf diese Rücklage zurückgreifen können und nicht mehr gerettet werden müssten. Geschrieben von: BB, am 20-07-2009 08:49 >>> Hohe Gewinne entstehen vorallem durch ein erhöhtes Risiko Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Das gilt für Einzelgeschäfte, nicht aber für z.B. Goldman Sachs, die 60 Prozent des amerikanischen Marktes in einem bestimmten Bereich abdecken. Hohes Risiko bedeutet auch: hohe Verlustwahrscheinlichkeit (was die "Hohe Renditen sind erlaubt"-Fans immer gerne vergessen) und damit muss die Rendite overall wieder auf 3 Prozent schrumpfen, wenn die Geschäfte fair sind. Wenn Banken in einem Risiko-Bereich hohe Gewinne machen, liegt das an ihrem Informationsvorsprung aufgrund ihrer Gatekeeper-Funktion (Insiderwissen) und der ist illegal. Artikel kommentieren
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Erhalten von: ?The bank has raised the possibility that there is a danger that somebody who knew how to use this program could use it to manipulate markets in unfair ways? « Worte, Zeichen, Bilder , am 19-07-2009 10:00 (PB) [...] “Sind die aktuellen Gewinne von Goldman Sachs der Beweis dafür, dass die Finanzkrise schon bald ihrem Ende entgegenstrebt oder ist es der Beweis, dass Wall Street die amerikanische Regierung übernommen hat?”//Zeitenwende [...] Erhalten von: Bonus im Fokus: Die ewige Debatte bisher ohne Fragen an Aufsichtsräte und Eigentümer « Blick Log , am 16-08-2009 13:57 (PB) [...] Zeitenwende: Hat Wall Street den Bogen überspannt? [...] |