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Gute Absichten, böse Folgen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 11. Juli 2008
"Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert." George Bernard Shaw.

Gute Absichten gehören auch zum Programm der staatlich geförderten Hypothekenfinanzierer, welche von der Börse unter Dauerbeschuss stehen. Gegründet wurde Fannie Mae in Folge der letzten grossen Wirtschaftskrise 1938 als Teil des von Präsident Franklin Roosevelt initiierten "New Deal".  Die damals noch staatliche Agentur hatte die Aufgabe den Hypothekenmarkt mit Liquidität zu versorgen, Liquidität, die sie heute selbst gut gebrauchen könnte.

Dreissig Jahre lang hatte Fannie Mae in den USA ein Quasi-Monopol auf dem Hypothekenmarkt. 1968 wurde die Agentur dann in ein privates Unternehmen umgewandelt. Im gleichen Jahr wurde auch Freddie Mac auf Initiative des amerikanischen Kongresses gegründet, um eine Konkurrenzsituation zu gewährleisten.
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Heute dominieren die zwei Firmen den amerikanischen Hypothekenmarkt, weil sie dank ihrer staatlichen Herkunft von den Investoren immer noch wie Staatsunternehmen gehandelt werden. Bestärkt in ihrem Glauben wurden die Anleger auch, weil Politiker immer wieder die zwei Unternehmen benutzten, wenn es darum ging, die Hypothekenmärkte vor Krisen zu schützen.

Die implizite Staatsgarantie bevorteilte die Unternehmen gegenüber Konkurrenten, weil sie zu günstigeren Bedingungen Geld aufnehmen konnten.

Die Verwerfungen am amerikanischen Immobilienmarkt könnten nun aber die amerikanischen Schwestern zu Fall bringen. Die Aktien beider Institute haben innert Jahresfrist über drei Viertel ihres Börsenwertes eingebüsst. Der Grund, weshalb sie noch nicht bankrott sind und die Anleihen nach wie vor ein AAA-Rating aufweisen ist der Grundsatz des "to big to fail" oder zu gross um zu scheitern. Doch allein schon wegen der schieren Grösse dürfte es bald einmal heissen "zu gross um zu retten".

Sollte die USA Fannie Mae und Freddie Mac tatsächlich eine explizite Staatsgarantie verleihen, dann verlagert sich nur das Problem auf eine übergeordnete Ebene. Eine langfristig tragfähige Lösung kann es für breitflächig fahrlässig vergebene Kredite nicht geben ausser bei einem Gläubigerverzicht.

Dass ausgerechnet die USA, welche die ideologische Fahne der freien Marktwirtschaft besonders heftig schwenkten, jetzt von staatsnahen Betrieben im Mark bedroht werden, hat etwas Komisches, wenn auch den meisten bei dieser Komik das Lachen im Hals stecken bleiben dürfte.

Egghat empfiehlt beim Betrachten der Aktienkurse von Fannie Mae und Freddie Mac: 

Entspannen: Cause I'm free, free falling ...

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: egghat website, am 11-07-2008 21:32
Die Fed hat offenbar das Discount Window für Freddie und Fannie geöffnet. Das wird bestimmt eine lustige neue "Facility", mit der die Fed sich dann ein weitere 100e von Milliarden Schrott in die Bilanz nimmt ...

Naja, erstmal ist Wochenende ...

Geschrieben von: Nanuk, am 12-07-2008 07:26
Die Bond Märkte werden langsam auch sauer...

Geschrieben von: Quadrillion, am 12-07-2008 09:55
Aus dem Midas vom 11.7.:
Very important change today…
To all; we are experiencing a changing face in financial markets today. Yields on Treasuries are RISING! This is the first time yields have risen during stressful or panicky conditions in the stock market. I wrote late last year the "bell would ring" the day we saw panicky equities, a falling Dollar, AND falling Treasuries[rising yields]. In the past, yields ALWAYS dropped as people panicked into Treasuries as a "safe haven". Today EVERYTHING is being sold. Everything paper that is. Oil, Gold, and Silver are rising sharply today. This means that as stocks, bonds, and Dollars are liquidated, they are finding a new home outside of the "paper game". This is a very, very important change. Capital is exiting paper. No longer are the deck chairs on the Titanic being rearranged, passengers are jumping ship. If this continues into next week, the panic in the financials will spread into ALL things paper.


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