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Montag, 13. Juli 2009 |
Was gut ist für die Banken, ist gut für die Schweiz, war ein gerne
gepflegter Glaubenssatz zwischen dem Bankenplatz Zürich und dem
Bundeshaus in Bern. Doch der Glaube hat Risse bekommen. Die Schweizer
Nationalbank fordert nun eine höhere Eigenkapitalquote für die
Elephanten am Paradeplatz. Kurt Schildknecht, ehemaliger BZ-Banker geht
sogar noch einen Schritt weiter.
Kein Tag ohne UBS. Egal welche Zeitung die Eidgenossen in den letzten
zwei Jahren zur Hand nahmen, die UBS war Tagesthema. Nicht deren
Verfehlungen haben zu soviel Aufmerksamkeit geführt - da hätte es auch
andere Themen gegeben, sondern ihre Grösse. Das Schiksal der UBS wurde
in den Köpfen immer mehr zum Schiksal für die Schweiz. Doch damit soll
jetzt Schluss sein, schreibt Kurt Schildknecht in der Weltwoche:
Das
Problem der unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten
überdimensionierten Banken könnte einfach und erst noch
marktwirtschaftlich gelöst werden. Der Gesetzgeber müsste von den
Banken nur Eigenmittel fordern, die progressiv mit der Bilanzsumme
ansteigen.
Ein toller Vorschlag zum falschen Zeitpunkt. Mir
bleibt schleierhaft, wie die UBS jetzt eine Verdoppelung oder gar
Verdreifachung ihres Eigenkapitals bezahlen sollte. Aber immerhin die
Richtung stimmt. Es ist zu hoffen, das solche Gedanken auch in besseren
Zeiten nicht vergessen werden.
Da Manager ihre Macht und
Bonus-Pfründen nicht abgeben wollen, stossen höhere Eigenmittel auf
keine Gegenliebe. Lieber stimmen die Manager in den Chor der
Aufsichtsbehörden und Politiker ein, die das Problem des "too big to
fail" mit einem kostspieligen Ausbau der nationalen und internationalen
Aufsichtsgremien und neuen Regulierungen lösen wollen. Doch mit solchen
Ansätzen lassen sich die Probleme der Finanzmarktstabilität nicht
lösen. Sie streuen dem Laien Sand in die Augen und verbreiten eine
falsche Sicherheit.
Wow - Danke Herr Schildknecht.
Der
Beitrag, den die Aufsichtsbehörden oder die internationalen
Organisationen in der Vergangenheit zur Prävention von Finanzkrisen
geleistet haben, ist bescheiden.
Im Gegenteil, sie haben die Exzesse noch gefördert unter dem Primat der Konkurrenzfähigkeit zu Banken anderer Länder.
Statt
bei der nächsten Krise weitere Milliardenbeträge in marode Banken und
ineffiziente internationale Organisationen zu stopfen, wäre es besser,
das Uebel an der Wurzel zu packen und die grossen Banken weltweit,
zumindest aber in der Schweiz, auf ein volkswirtschaftlich tragbares
Risiko zu redimensionieren.
Die Schweiz sollte nicht auf die
anderen warten, sondern mutig vorangehen - Konkurrenzfähigkeit hin oder
her. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Konkurrenzfähigkeit zu
einem sehr hohen Preis gekauft wurde und ein Ende ist noch nicht
absehbar. Manchmal muss man auch den Mut haben, gegen den Trend zu
schwimmen und vielleicht ist es ein Glücksfall, dass die Schweiz zu
diesem Mut wenn auch etwas spät gezwungen wird.
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Geschrieben von: egghat , am 15-07-2009 17:36 Progressiv steigende EK-Anforderungen mit steigender Bilanzsumme: gute Idee! Artikel kommentieren
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