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Genie oder Gauner? PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 6. August 2009
Wenn jemand nur an zwei Handelstagen innerhalb eines Quartals Verluste schreibt, dann ist er entweder ein Genie oder ein Gauner. Wenn eine ganze Handelsabteilung dieses Resultat erreicht, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas manipuliert wurde und die Alarmglocken bei den Behörden müssten schrillen. Bei Madoff blieben sie stumm, trotz mehrfacher Hinweise. Und bei Goldman Sachs?

Goldman Sachs verdiente im zweiten Quartal an 46 Handelstagen mehr als 100 Millionen US$ pro Tag, schreibt Bloomberg. Sogar an 58 von total 65 Handelstagen verdiente die Bank im Trading mehr als 50 Millionen US$. Verluste gab es nur an 2 Handelstagen. Das ist auch für Goldman Sachs Rekord. Im Vergleich dazu wurden im vergangenen Jahr nur an 90 Tagen ein Handelsgewinn von mehr als 100 Millionen US$ erreicht. 2007 waren es 88 Tage, 2006 nur 49 Tage. Im Jahr 2005 wurde die 100-Mio-Marke 18 mal übertroffen und 2004 14 mal. (Quelle )

Zu gut um wahr zu sein?

“It’s very counterintuitive to think that they’d be able to generate this much profit and this much revenue in the middle of an ongoing recession,” said William Cohan

und Karl Denninger meint dazu:

There are a lot of very good traders in the world, but nobody has that sort of record on any sort of consistent basis unless they've managed to rig the game.
 

Mangels Konkurrenz bei den Investmentbanken dürften die Gewinne vorallem auf dem Rücken der Kunden gemacht worden sein. Die Geld/Brief-Margen sind massiv gestiegen und dann war da ja noch die Geschichte um das dubiose Handelssystem. Egal, es ist genügend Stoff für die SEC, die Handelsgewinne unter die Lupe zu nehmen. Was den computer-basierten Handel angeht, ist die SEC schon mal aktiv geworden: Blitzhandel gerät in Amerika unter Beschuss.

Goldman Sachs bleibt auch weiterhin ein Medienthema. Den originellsten Beitrag dazu hat Michael Lewis geschrieben, ein ehemaliger GS-Händler und heute beliebter Wall Street-Kolumnist. Bashing Goldman Sachs Is Simply a Game for Fools. Wer glaubt, dass es sich um einen Gegenschlag auf den Rolling Stones Artikel handelt, sieht sich getäuscht , es ist das Gegenteil, eine glänzende Satire.

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