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Geithner oder IWF - die Qual der Wahl PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 21. April 2009
Die grosse Mehrheit der amerikanischen Banken habe mehr Kapital als nötig, sagte der Finanzminister Timothy Geithner. Am gleichen Tag erschreckt der IWF die Oeffentlichkeit mit neuen Prognosen. Weltweit werden bis 2010 4.1 Billionen $ an Krediten abgeschrieben werden müssen. Allein bei den Banken drohen Verluste von weiteren 1,8 Billionen $. Unter diesen Voraussetzungen muss einer sehr falsch liegen. Sie haben die Wahl: Geithner oder der IWF?

"Wir glauben, dass wir die nötigen Ressourcen haben, um alle Aspekte für unseren Financial Stability Plan einzuführen", sagte Timothy Geithner.

Nun mit dem Glauben ist das so eine Sache. Das amerikanische Finanzministerium zeigte sich in ihren Prognosen in der kürzeren Vergangenheit glücklos. Ganz anders der IWF. Als er vor einem Jahr mit Schätzungen von 1 Billion $ an Verlusten in der Finanzindustrie die Oeffentlichkeit schockierte, musste er ziemlich viel Häme einstecken. Inzwischen sind die Kritiker ruhig geworden. Denn inzwischen zeigt sich, dass selbst die Prognosen von damals sehr optimistisch waren.

Im neuesten Report geht der IWF von 4.1 Billionen $ an Verlusten aus. 61 Prozent werden die Banken schultern müssen, der Rest geht an Pensionskassen, Versicherungen und andere Institutionen.

Von den prognostizierten Verlusten bei den Banken in der Höhe von 2.8 Billionen $ wurden bereits 1 Billion $ abgeschrieben. Von den nun verbleibenden 1.8 Billionen $ geht der IWF davon aus, dass 550 Milliarden bei den US-Banken aufgewendet werden müssen. Unter dieser Voraussetzung ist Geithners Aussage nicht mehr haltbar.

Doch besonders düster sieht es nach Schätzungen des IWF in Europa aus. Allein Bankverluste in den Euro-Ländern von 750 Milliarden $ werden prognostiziert. Bislang wurden hier nur 154 Milliarden $ abgeschrieben. Versicherungen und Pensionskassen sind in diesen Zahlen noch nicht eingeschlossen.

Tja, da bleibt zu hoffen, dass sich der IWF verrechnet hat. Geithners Prognosen hingegen kann man gleich wieder vergessen. Sie sind der amerikanischen Oeffentlichkeit geschuldet, die zunehmend säuerlich auf die Rettungspakete reagiert.

Geithner Says Most U.S. Banks Have Enough Capital
IMF Says Losses From Crisis May Hit $4.1 Trillion

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RSS Kommentare Kommentare (2)

Geschrieben von: egghat website, am 21-04-2009 17:09
Banken verstaatlichen! Nur den Schrott in die Bad Bank zu packen und dem Steuerzahler NUR den Schrott zu geben ist unfair.

Oder einen richtig dicker Debt-to-Equity-Deal, damit Aktionäre UND Anleiheeigner auch bezahlen.

Geschrieben von: HRR, am 21-04-2009 17:15
Man hätte die Banken längst filetieren können. Staatliche Garantie für alle Kontoinhaber und Geschäftskunden, den Rest auslagern und den Aktionären und Gläubigern überlassen.

So wurde es bereits bei der Spar- & Leihkassenkrise in den USA gemacht. Doch die Gläubiger scheinen dieses Mal zu mächtig zu sein. Somit gehen wir den Weg Japans... sofern das Volk mitmacht. In den USA bin ich mir da allerdings nicht so sicher.


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