Gestern morgen musste ich zu einer für mich ungewohnt frühen Stunde aufstehen. Zwei Termine vormittags ausser Haus brachten mich dazu den Computer bereits um 06.30 anzuwerfen. Ich wollte noch ein paar Berichte hochladen, interessante Links einstellen, den Newsletter verschicken - das Uebliche eben. Doch es passierte das, was bisher noch nie passierte - GAME OVER.
Der Computer funktionierte, das Internet lief reibungslos, die Browser zickten nicht, der Provider war auf Empfang - nur www.zeitenwende.ch war nicht erreichbar - BINGO. Mein Tagesplan drohte zu kippen. Ich tippte die unverständlichen Zeichen, welche mir anstatt der Startseite von zeitenwende.ch ins Gesicht starrten in das Google-Suchfeld ein und landete in einem Forum für IT-Freaks. Das ist definitiv nicht meine Heimat. Ich verstand nur Bahnhof.
Jetzt konnte mir nur noch der Techi helfen, welcher www.zeitenwende.ch zusammen gebaut hatte. Dummerweise hat er die Angewohnheit bis in die frühen Morgenstunden zu arbeiten. Den Tag von seiner hellen Seite erblickt er üblicherweise nicht vor Mittag. Schlechte Voraussetzungen wenn man um 06.30 Uhr Hilfe braucht. Ich warf mich in den Staub, der um die Computerkabel herum wuselte und sandte ein Stossgebet in den Himmel in der Hoffnung, dass sich die Computergötter sich meines Problems annehmen mögen. Gesagt - gebetet.
Jetzt blieb mir nichts mehr anderes übrig als etwas Koffein durch den Rachen zu spülen und den Spruch, den ich für solche Gelegenheiten immer in meinen Gehirnwindungen platziert habe, nochmals Revue passieren zu lassen: "Akzeptiere, was du nicht ändern kannst!" und ändern konnte ich jetzt definitiv gar nichts mehr. Also raus aus dem Haus und rein ins Auto. Der Nachrichtensprecher von DRS1 empfing mich mit der Meldung, dass die grösste Immobilienfirma Spaniens gerade sein Leben ausgehaucht hatte. Nichts Neues also, nur die Darsteller wechseln. Ich legte eine CD ein, fädelte mich in den Berufsverkehr ein und liess die Kreditkrise hinter mir.
Doch weshalb erzähle ich Ihnen dies alles?
Ueberraschungen gibt es immer dann, wenn man nicht damit rechnet. Für mich sind Computer wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ich bin dankbar, wenn er läuft. Die Innereien beschäftigen mich jeweils erst dann, wenn er seinen Geist aufgibt. Das kostet mich dann eine gehörige Portion Nerven und ein paar Wörter, die soooo nicht im Duden vorkommen.
Fluchen gehört auch zur neuen Alltagsbeschäftigung vieler Investoren. Die Finanzmärkte kosten sie nicht nur Nerven, sondern auch eine gehörige Portion Geld. Als die Börsen noch rund liefen, interessierten sie sich nicht für "Details" wie das Eigenkapital von "who the fuck ist fannie?" oder der superseriösen UBS. Dass nicht nur Microsoft-Programme sondern auch Immobilenmärkte crashen können, wäre ihnen nicht im Traum in den Sinn gekommen. Sie waren ahnungslos und voll investiert.
Eine wahrlich gefährliche Strategie. Viele glaubten zu wissen was sie machen und heute wissen sie, dass sie nur glaubten. Es mag ein Trost sein, dass es auch Bernanke und Paulson nicht besser geht. Ob sie sich auch zwischendurch in den Staub werfen und den Blick nach oben richten in der Hoffnung, dass es kein GAME OVER geben möge?
Bei mir hats geholfen. Als ich 5 Stunden später zurück ins Büro kam, lief www.zeitenwende.ch in alter Frische. Der Techi hatte die Probleme - professionell wie immer - in kurzer Zeit gelöst, Dankeschön!
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Geschrieben von: Tom , am 16-07-2008 08:50 Besten Dank an den Techi ;-) Geschrieben von: Isabell , am 28-07-2008 06:57 Solche Tage, an denen nichts zu funktionieren scheint, kenne ich auch zur Genüge. Gelassenheit ist dabei leider nicht meine Stärke, da kann es dann passieren, dass ich schon mal handgreiflich werde, GsD nur bei Gegenständen, aber die überleben das meistens nicht.*lach Artikel kommentieren
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