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Mittwoch, 13. August 2008
Mit einer feschen Kurzhaarfrisur und einer neuen Brille präsentierte der UBS Verwaltungsratspräsident Peter Kurer den neuen Quartalsabschluss. In der Zwischenzeit habe ich die Bilanz ein wenig durchgekämmt und komme zur ernüchternden aber wenig überraschenden Erkenntnis, ausser dem optischen Auftritt hat sich nicht viel geändert. Die Probleme der Vergangenheit werden der Bank auch in der Zukunft noch treu bleiben.

Die UBS hatte in den letzten Jahren ihren Laden mit Porzellan bis zur Decke vollgepfropft. Als dann der Elephant in Form der Kreditkrise zur Tür hereinstolperte war nichts mehr zu machen. Es schepperte... Die aktuelle Mannschaft versucht nun zu retten was noch zu retten ist und zeigt Bestrebungen, dass sie einiges aus der Vergangenheit gelernt hat. Wunder kann man aber keine erwarten, denn das Eigenkapital ist dafür zu dünn. Die Sicht der UBS sieht in diesem Punkt allerdings etwas anders aus:

Die Kernkapitalquote von UBS befindet sich nun wieder auf dem sehr hohen Niveau, auf dem diese vor dem Ausbruch der Kreditkrise gelegen hatte: Tier-1-Ratio von 11,6% und Gesamtkapitalquote von 15,7%. Diese Quoten gehören zu den höchsten in der globalen Bankbranche.

Was aber versteht man unter dem Tier-1 Ratio? Mehr dazu bei Grossbanken auf dünnem Eis oder bei Wikipedia (engl.)

Da vermutlich jeder Beobachter inzwischen ein mulmiges Gefühl hat wenn er hört, dass die Eigenkapitalquote nach Risikomodellen (Tier-1-Ratio) berechnet wird - die in der Vergangenheit nicht gehalten haben, was sie versprochen hatten, lohnt es sich zu einer ganz simplen Berechnung zurück zu kehren. Eine Berechnung notabene, die die Banken auch bei ihren Kunden einfordern: Wie gross ist das Eigenkapital im Vergleich zum Fremdkapital - und dies formelfrei!

So genau wissen wir das nicht, weder bei der UBS noch bei ihren Konkurrenten. Denn für die simple Berechnung fehlen die Off-Balance-Positionen, welche im Misserfolgsfall in die Bilanz zurück genommen werden müssen. Die oberste Buchhalter-Instanz FASB hatte ursprünglich genau dies verlangt, aber aufgrund unglücklicher Umstände den Termin wieder verschoben. Mehr dazu: Neue Regeln für schlechte Zeiten.

Die UBS weist auch in ihrem Bericht darauf hin: It should be noted that in many instances, the amount recognized on the balance sheet does not represent the full gain or loss potential inherent in such arrangements.

Eine simple Berechnung kann also nicht gemacht werden, da die Daten dazu fehlen. Dennoch erlaube ich mir das ausgewiesene Eigenkapital mit dem ausgewiesenen Fremdkapital zu vergleichen und das sieht bei der UBS so aus (Daten von der FuW):

2.1 % Prozent lautet diese Messgrösse per Ende des 2. Quartals. Eine noch tiefere Eigenkapitalquote fährt die Deutsche Bank mit 1.7 %. Die Credit Suisse weist eine Quote von 3 % aus.

Komfortabel ist dies nicht. Die UBS kann nur hoffen, dass sich die Kreditkrise nicht noch lange weiter ausbreitet. Einen Trost hat sie aber: die Deutsche Bank steht noch schlechter da.

Interessant im Zusammenhang mit der Bewertung von Bilanzpositionen sind auch die Aussagen von John Paulson, der erfolgreich auf die Suprime-Krise gesetzt hat. Im Interview mit der Handelszeitung sagte er unter anderem:

Ich glaube, manche Investoren haben behauptet, die Märkte (für Hypo-Anleihen) seien illiquide, weil die Gebote der Käufer nicht mit ihren Preisvorstellungen übereinstimmten. Aber es gab immer Käufer am Markt.

Die Banken sind zu hohe Risiken eingegangen, haben mit zu hohem Leverage - also Fremdfinanzierungen - gearbeitet. Die Branche sollte Risiko und Leverage deutlich reduzieren. Noch arbeiten die Banken aber mit sehr hohem Leverage. Und sie sind nach wie vor sehr aggressiv, wenn es ums Geschäft geht. Mag sein, dass die Banken etwas aus der Finanzkrise gelernt haben, ich glaube aber: nicht genug.

Mehr dazu:  Es war wie einen Jackpot zu knacken

Zumindest bei der UBS habe ich ein wenig Hoffnung, dass sie jetzt die Risiken erkannt hat...

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