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Mittwoch, 11. November 2009 |
Die FTD hat nachgerechnet und kommt zum Schluss, dass man die Prognosen der Aktienanalysten in die Tonne treten kann.
Zuerst zu den Fakten, damit diese bei der Börseneuphorie nicht
vergessen werden. In Deutschland lagen die Industrieumsätze im
September immer noch um fast 17 Prozent tiefer als im Vorjahr. Tiefer
waren auch die Preise. Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und
Mineralölerzeugnisse lag im September 2009 um 7,4 Prozent unter dem
Stand von September 2008.
Die tiefen Einfuhrpreise kann man
sicher teilweise mit dem teuren Euro begründen. Doch was gut ist für
die Importe, ist schlecht für die Exportindustrie, welche sich mit der
teuren Währung auf dem Weltmarkt behaupten muss. Der Margendruck muss
in Deutschland somit immens sein. Kein Wunder sinkt die Beschäftigung.
Doch sie sank im verarbeitenden Gewerbe per August "nur" um 4,4 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Da dürften also noch einige Entlassungen
bevorstehen.
Margendruck, sinkende Beschäftigung, schlechte
Umsätze und teure Währung. Das sind nicht die Ingredienzen für ein
Festtagsmenue. Nichtsdestotrotz sagen die Analysten für 2010 den im
MSCI Deutschland enthaltenen Firmen im Durchschnitt einen Gewinnsprung
von gut 50 Prozent voraus, der den Rückgang von 19,5 Prozent in diesem
Jahr mehr als wettmachen würde und dem 2011 ein weiterer Anstieg von
23,5 Prozent folgen soll.
Fauler Zauber, nennt das die FTD - der Analysten und ihrer Modelle.
Tja,
so isses. Der Wert der Analysten für
ihre Arbeitgeber liegt eben nicht in den richtigen Prognosen, sondern an den
daraus entstehenden Umsätzen und Gewinnen. Es gibt also keinen Grund, sich über die Analysten zu ärgern. Es gibt aber sehr viel Grund, sich über jene zu wundern, die immer noch glauben, dass Analysten ihre Analysen völlig frei von den Interessen ihrer Arbeitgeber schreiben.
UPDATE: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die Exporte
Deutschlands im September 2009 um -18,8% im Vergleich zum
Vorjahresmonat. (Quelle)
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Geschrieben von: Bernd , am 12-11-2009 19:36 Tja, wie sagt man so schön : Prognosen sind falsch, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Ich hab eigentlich meist schlechte Erfahrungen gemacht wenn ich mich auf Analysten verlassen wollte - für die meisten Entscheidungen ist ein Münze genausogut geeignet. Obwohl - ganz so verdammen sollte man das Ganze auch nicht - allgemeine Trends werden vielleicht doch oft richtig eingeschätzt - im Einzelfall ist der beste Analyst überfordert weil einfach zu viel Faktoren die Prognosen beinflußen können. Und natürlich sind viele Analysen eben auch nicht ganz unabhängig und sollen beeinflußen. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Analysten können sich nicht dem Einfluss ihrer Arbeitgeber entziehen • Börsennotizbuch , am 11-11-2009 14:53 (PB) [...] stellt (mindestens) die Unabhängigkeit massiv in Frage. Konkrete Bedenken werden an den prognostizierten (und kommunizierten) Gewinnerwartungen [...] |