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Es ist noch Suppe da PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. Oktober 2008
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Es ist noch Suppe da
Seite 2


Die FDP erinnert sich offenbar noch an die Swissair-Schlappe in deren Verwaltungsrat hoch dekorierte FDP-Mitglieder sassen und die zu einem massiven Mitgliederschwund führte. Profitiert hatte damals die SVP, welche immer wieder auf den FDP-Filz hinwies. Bei der UBS ist aber jetzt die SVP mittendrin statt nur dabei. SVP-Spuhler gehörte dem Komittee an, welche die Boni absegnete und war gleichzeitig auch Verwaltungsratsmitglied. Der SVP könnte nun das gleiche Debakel wie damals der FDP blühen. Bis heute hält sie sich an Kritik gegenüber der UBS-Unternehmensleitung vornehm zurück. Wie lange noch?

Auch in Deutschland gehen die Wogen beim Thema Boni hoch. Deutsche Bank-Chef Joe Ackermann sorgte mit seinem Bonus-Verzicht! für Kopfschütteln.

Nicht nur Grünen-Fraktionschefin Renate Künast staunt empört: "Dass der überhaupt glaubt, er hat einen Bonus in diesem Jahr verdient! Wofür denn eigentlich, für sinkende Börsenkurse?" SPD-Fraktionschef Peter Struck winkt ab: "Schauveranstaltung". Es könne sich nur um den Versuch handeln, Ablass für eine Sünde zu erhalten. Einzig Wirtschaftsminister Michael Glos wertet Ackermanns Geste als beispielhaft. Viel Applaus im Bundestag erhielt er dafür nicht.

Ackermann versteht wohl die Welt nicht mehr. Verglichen zu  seinen Leidensgenossen an der Wall-Street hat er sich überaus grosszügig gezeigt und jetzt wird sein medienwirksam inszenierter Bonus-Verzicht zu einem Bumerang. Armer Joe, ich werde ihn ins Nachtgebet mit einschliessen. Wink

Riesenärger über Boni-Politik der UBS
Pay and bonus deals equivalent to 10% of US government bail-out package
Krisenbanker gönnen sich 70-Milliarden-Belohnung
Der neue Ackermann
FDP bittet Freunde der Partei zur Kasse

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RSS Kommentare Kommentare (5)

Geschrieben von: Quadrillion, am 18-10-2008 18:38
Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit...

Geschrieben von: martin r, am 18-10-2008 22:29
#Quadrillion
Das wären dann wir - die steuerzahlenden Wähler...

Geschrieben von: Quadrillion, am 19-10-2008 09:24
Der Bund schiesst bei der UBS 6 Milliarden Franken ein und die UBS wird im nächsten Frühling 7 Milliarden Franken Boni auszahlen. Das ist wohl der Gipfel der Frechheit.
Steuerstreik !!! :(
Wenn das alle tun, dann hat der Bank-Politfilz ausgedient.

Geschrieben von: kosh, am 19-10-2008 15:21
So oder ähnlich dämmerten diverse selbsternannte und anderweitig hochstilisierte Bankexperten dieser Tage: "Wir haben ja keine Ahnung, was passieren würde, wenn wir die Banken nicht retten würden" :-) Dafür haben wir es schon heute schwarz auf weiss, d.h. wir haben nicht nur eine Ahnung sondern wir WISSEN was passiert, wenn wir sie retten! NICHTS! Auch dieser Artikel aus Deiner Feder ist seiner Zeit voraus.
Im Umkehrschluss völlig richtig, es ist noch Suppe da. Und solange dies der Fall ist, befindet sich die Bankenkrise nicht auf dem Weg der Besserung. Mathematisch ausgedrückt, der Wendepunkt könnte überschritten sein, aber das Maximum der Systemkrise ist noch nicht erreicht. Fragt sich nur, ob die 1. oder die 2. Ableitung massgeblich für die Definition einer Zeitenwende ist. Multimedial einfacher zu vermitteln wäre wohl das Maximum.
Dass die Politiker Ackermanns Verzicht mehrheitlich dümmlich verurteilen ist nur eines der vielen Indizien, dass in der Politik noch längst nicht aller Tage Abend ist. Dort scheint der Wendepunkt noch nicht mal in Ansätzen erkennbar.

Die Amis auf Kurs
kosh

Geschrieben von: decoien website, am 20-10-2008 14:05
Herr Ackermann hat ein echtes Eigentor geschossen mit seinem Bonusverzicht.
Allerdings, für die Aufräumarbeiten für eine neue Finanzordnung ist wesentlich mehr zu tun, als über Managergehälter zu diskutieren.


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