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Es ist noch Suppe da PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. Oktober 2008
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Es ist noch Suppe da
Seite 2
Der Bonuspool der Citigroup ist im laufenden Jahr um 4 % gestiegen, Joe Ackermann verzichtet auf einen Bonus, den er gar nicht verdient hat und UBS-Chef Kurer sorgt im Bundesbern für rote Köpfe mit der Aussage, dass zweistellige Bonuszahlungen auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen seien. Von Umdenken kann keine Rede sein.


Weltweit müssen die Steuerzahler den Banken zur Hilfe eilen, um sie vor dem Kollaps zu retten und dennoch werden weiterhin Boni in rauhen Mengen ausbezahlt. Das von den Geldhäusern selbst verursachte anno horribile ist in deren Köpfen immer noch nicht angekommen. 

Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" recherchiert hat, verteilen alleine die Geldhäuser an der Wall Street noch einmal 70 Milliarden Dollar an ihr Spitzenpersonal, das meiste davon in diskreten zusätzlichen Bonuszahlungen. Die Manager belohnten sich damit für ein Geschäftsjahr, schreibt der "Guardian", in dem sie das globale Finanzsystem in die schlimmste Krise seit dem Börsencrash von 1929 führten.

Reihum stossen die Politiker und Zentralbanken Gesetze und Regeln über den Haufen und machen ausserordentliche Umstände geltend, um die Banken retten zu können. Nur bei den Bonuszahlungen reicht ihr Handeln nicht über mediale Empörung hinaus. Die absurdesten Beispiele kommen wie so oft aus den USA.

In der vergangenen Woche war der Kurs von Morgan Stanley so weit abgestürzt, dass im Topf für die Managergehälter und Prämien mit 10,7 Milliarden Dollar genügend Geld war, um die Bank komplett zu kaufen.

Bei der Citigroup werden, trotz des Gewinneinbruchs, in diesem Jahr vier Prozent mehr für Gehälter und Boni ausgezahlt als im Vorjahr - insgesamt 25,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig hat die Bank im Rahmen des Finanzrettungsplans 25-Milliarden Dollar als Investition aus Washington akzeptiert.

Auch bei weiteren Profiteuren die US-Rettungspakets ist der Bonuspool gut gefüllt. 
  • Bei Goldman Sachs 11,4 Milliarden,
  • bei JP Morgan 6,53 Milliarden,
  • bei Merrill Lynch allein im letzten Quartal 3,49 Milliarden,
  • und selbst bei der Pleitebank Lehman Brothers waren noch 6,12 Milliarden für derartige Zahlungen reserviert.

Keine der Banken war bereit, dem "Guardian" eine Stellungnahme zu geben und die Höhe der geplanten Prämienzahlungen zu kommentieren.

Der Glaube, dass Investmentbanker mit zweistelligen Millionengehältern langfristig gut für das Unternehmen seien, ist auch bei der UBS unerschütterlich, obwohl die Bank im US-Investmentbanking über die letzten zehn Jahre zusammengefasst Verluste produziert hat. 

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat UBS-Präsident Peter Kurer scharf kritisiert. Seine Aussage, wonach Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe auch in Zukunft nicht völlig ausgeschlossen seien, habe sie schlichtweg erschüttert, sagte die stellvertretende Finanzministerin am Freitagabend in der Sendung «Arena» des Schweizer Fernsehens. Dass nun Bonusentschädigungen ausbezahlt würden, sei nicht tolerierbar.

Die Schweizer FDP geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert die Rückzahlung vergangener Boni. 

Die alte Garde der UBS solle vorangehen und Boni zurückzahlen, fordert die FDP. Damit spricht sie auch den früheren UBS-CEO Peter Wuffli an. Er ist Präsident des Fördervereins «Freunde der FDP».

Wuffli musste vor etwas mehr als einem Jahr Knall auf Fall den Chefsessel bei der UBS räumen. Im UBS-Geschäftsbericht konnte man nachlesen, dass die Bank Wuffli und zwei anderen Konzernleitungsmitgliedern, die im Zuge des Subprime-Debakels in den USA gehen mussten, insgesamt fast 94 Millionen Franken auszahlte.



 
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