|
Seite 2 von 2
Inzwischen
fällt das System immer weiter in sich zusammen. In
Rekordgeschwindigkeit gehen die Aufträge zurück, die Frachtschiffe
warten in den grossen Häfen auf Ware und die Unternehmen produzieren
auf Halde. Trotz aller Bemühungen der Regierungen konnte der
Dominoeffekt nicht aufgehalten werden und die Staatsschulden türmen
sich rasend schnell auf. Doch laut Nouriel Roubini müsste noch mehr
unternommen werden.
Der als Mr. Doom bekannt gewordene Oekonom
mahnt vor allem die Europäer zusätzliche Steuererleichterungen zu
gewährleisten und umfassendere Konjunkturpakete zu schnüren. Auch die
Zinsen der Zentralbanken seien immer noch zu hoch. Eine führende Rolle
müsse Deutschland einnehmen, da speziell die osteuropäischen Länder an
die Grenzen ihrer Verschuldbarkeit gekommen sind.
Für Ungarn
zahlen, oder gar Griechenland, Spanien..? Das lässt sich dem deutschen
Steuerzahler schwer vermitteln, schliesslich gilt Deutschland seit der
Gründung der EU als der grösste Beitragszahler und hat selbst genug mit
der Krise speziell im Automobilsektor zu tun. Ist somit der Beginn
einer Serie von Staatsbankrotten nicht mehr abzuwenden?
Nicht
unbedingt, meint Paul C. Martin. Er könnte sich eine Lösung durch den
Internationalen Währungsfonds vorstellen. Der Wirtschaftsjournalist und
Buchautor hatte die Tauschtheorie des Geldes bereits vor Jahren als
Schrott bezeichnet. Schuldendruck sei das, was die Wirtschaft am Laufen
halte und sie läuft solange weiter, wie neue Schuldner gefunden werden.
Und dieser neue Schuldner könnte der IWF sein, garantiert durch die
Staatengemeinschaft.
Das Szenario scheint durchaus plausibel,
schliesslich wurde der IWF 1947 zum Zweck gegründet, das
Weltwirtschaftssystem neu aufzubauen. Eine Aufgabe, die mittlerweile
wieder ansteht. Im Hinblick auf den G20-Gipfel vom 2. April in London
haben Angela Merkel und Nicolas Sarkozy bereits verlauten lassen, dass
die Krise den Aufbau einer neuen weltweiten Finanzarchitektur verlangt.
Neu dürfte vorallem heissen, dass dem Schneeballsystem neuen Schwung
verliehen werden muss.
Der IWF könnte dabei viel umfassender
als heute als Lender of Last Resort zum Zuge kommen für Staaten, welche
mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Dadurch wird die
Gefahr eines Staatschulden-Tsunamis abgewehrt in der Hoffnung, dass
irgendwann wieder das brachliegende Geld der Investoren in die
Kapitalmärkte zurückkehrt. So oder so, den 2. April 2009 sollten Sie
sich schon mal vormerken.
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 1975
Geschrieben von: Kuchentester , am 26-03-2009 19:18 Schön, wieder von Zeitenwende zu lesen ... Geschrieben von: egghat , am 26-03-2009 20:28 Welcome Back! Very very erfreulich! Geschrieben von: f.luebberding , am 26-03-2009 21:55 Schön hier wieder mitlesen zu können. Gruss f. luebberding Geschrieben von: plancom , am 26-03-2009 22:02 Finde ich auch. Gruß Geschrieben von: Dagobert, am 26-03-2009 22:13 Super! - Lese hier doch gerne wieder mit! Dagobert Geschrieben von: wegmann, am 26-03-2009 23:22 Hat sich doch gelohnt - die letzten zwei Monate alle paar Tage wieder vorbei zu kommen ;-) Schön, wieder mitlesen zu können. Geschrieben von: McShorty, am 27-03-2009 11:42 Hallo Chiron, schön dass Du wieder "on air" bist, haben Dich schon sehr vermisst. Einer von der alten, sachlichen Garde ist das was "wir" brauchen in diesen harten Tagen. Zu den EU Nettozahlern, ich bin ja einer der gerne "pro Kopf" rechnet, was mMn mehr Sinn macht. Habe mal gehört/gelesen, dass die Schweden da führend sein sollen, auch die Niederländer waren gut vorne dabei, aber ohne Obligo. Das sollte man der Fairness halber erwähnen, kleine Länder können halt nicht die Gesamtsummen wie die BRDDR aufbringen, pro Kopf aber übertrefen. Tja, und wer leistet dann mehr, wem wird mehr abgepresst? Hau doch hier oder im DGF mal Nettozahlen rein, ich rechne dann "per Kopf" um. Danke und Gruß McShorty Geschrieben von: HRR, am 27-03-2009 11:51 Die Niederlande, Schweden und Luxemburg zahlen noch mehr. Wikipedia Geschrieben von: O.A.Renard, am 27-03-2009 14:15 Hallo was passiert bei Staatsbankrott mit den Bürgern/innen??? Bei allen Ländern ist ein Bankrott in den nächsten 10 bis 15 Jahren zu erwarten. Kann die Weltgemeinschaft der Staaten was da gegen tun? Ist die Geldgier nicht die Hauptursache dieser Krise? Wir alle wollten von Kuchen haben. Lernen wir, dürfen die Menschen überhaupt was dazu lernen?? Oder mögen die Puppenspieler dieser Welt nur Moderne Sklaven?? Vielen Fragen sind nicht beantwortete noch wird man eine Antwort dafür bekommen. Nur wenn sich die Menschen bewusst die Fesseln Ihrer eigenen Dummheit und Die der Verführung ablegen, konnte was in Gang gesetzt werden. Geschrieben von: TomJ, am 27-03-2009 20:48 Die beste Nachricht seit einiger Zeit: Zeitenwende ist wieder da! Hurra! Geschrieben von: Mart, am 30-03-2009 19:17 Es freut mich dass es weitergeht !  Geschrieben von: Dan, am 30-03-2009 22:27 Sehr erfreulich, dass es hier weitergeht! Zeitenwende ist einer der besten Blogs, dennoch gibt es ein paar weitere, die ich auch nicht missen möchte. Geschrieben von: kosh, am 31-03-2009 15:59 Hallo @chiron Dann hat sich das ja gelohnt, den bookmark nicht zu löschen. Weniger ist oft mehr, in diesem Sinne wünsche ich Dir nach der Selbstreaktivierung viel Erfolg :-) Quote:
Und dieser neue Schuldner könnte der IWF sein, garantiert durch die Staatengemeinschaft. Das Szenario scheint durchaus plausibel, schliesslich wurde der IWF 1947 zum Zweck gegründet, das Weltwirtschaftssystem neu aufzubauen. Interessanterweise fiel die Gründung in die Endzeit des Kolonialismus. Seit Economic Hit Men wissen wir, dass die ehemaligen Herren unter dem Motto "divide et impera" zu neuen Höhenflügen ansetzten. Seit der Asienkrise ist den "geholfenen Staaten" diese Institution mehr als suspekt, gilt sie weitum als Krisenverstärker. Wenn nun also der IWF ins Spiel gebracht wird, stelle ich mir spontan die Frage, wessen Assets sollen dieses Mal ins Spiel gebracht werden. Werden die entkolonialisierten (= IWF-rekolonialisierten) Staaten ein weiteres Mal bereit sein, auf ihrem Rücken für uns EUSraEliten die Kohlen aus dem Feuer zu holen? Oder werden wir als IWF uns an uns selbst verpfänden? Oder sind wir sogar bereit, im Falle eines Groundings unsere Assets den Rekolonialisierten zurückzupfänden. Mir ist das schlicht nicht recht klar, wie die Sicherheiten aussehen sollen, ich meine PRAKTISCH, nicht theoretisch: Quote:
Im Hinblick auf den G20-Gipfel vom 2. April in London haben Angela Merkel und Nicolas Sarkozy bereits verlauten lassen, dass die Krise den Aufbau einer neuen weltweiten Finanzarchitektur verlangt. Diese beiden Witzfiguren unserer Zeitenwende besagen im Grunde schon alles, die alte Finanzarchitektur wird die neue sein, weil die alten Versager auch unter der neuen als Dirigenten antreten. Alles was wir bisher gesehen haben steht unter dem Stern der Verlustminimierung zu Gunsten der Schneeballprofiteure, warum also sollte es diesmal anders sein, warum sollten die freiwillig auf etwas verzichten? Quote:
Neu dürfte vorallem heissen, dass dem Schneeballsystem neuen Schwung verliehen werden muss. Wohl an, auf zum nächsten vorprogrammierten Krisenufer. Quote:
Der IWF könnte dabei viel umfassender als heute als Lender of Last Resort zum Zuge kommen für Staaten, welche mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Der IWF als Kunstprodukt von Finanzjongleuren soll genau weshalb als "Lender of Last Resort zum Zuge kommen"? Kein Quadratmeter Boden, keine einzige realwirtschaftliche Aktivität, das einzige was den IWF zusammenhält ist die Aussicht auf eine Finanzmonopol, eine Art Superzentralbank, von der wir heute schon sicher sein können, dass Obamasama FÜHREN will, d.h. dass USA die Oberhoheit über die Währungkontrolle wie gehabt behalten wollen. Mit Verlaub, mir mangelt es nicht an Respekt vor @dottores Leistung, aber seine Lernresistenz bezüglich seiner ihn überraschenden Irrtümer zeugt von der begrenzten (auch ökonomischen) Aussagefähigkeit seiner Theorie. Dass Regeln on the road geändert werden können, hätte einem Mann mit seiner Erfahrung eigentlich klar sein müssen. Roubinis Analyse wiederum ist das eine, seine Rezepte andererseits klingen wie präventives Segelstreichen. Ein Festhalten am staatlichen Schneeballmonopol, eine Ausweitung wie sie auch Krugman offen von z.B. der BRD fordert, verhöhnt die Synthese in ihren Grundfesten. Da klingt Bonners Vorschlag wie Schuppen von den Augen, er ist wenigstens ehrlich - wenn schon Verbrechen, dann auch dazu stehen und zwar direkt durch den Staat. Seine Idee impliziert allerdings das Verbrechen als Kavaliersdelikt, stellt den Markt de facto (nicht de jure) von staatlicher Aufsicht frei und eröffnet ihm eher düstere Perspektiven. Unter evolutionären Gesichtspunkten wäre dies allerdings irrelevant, solange gesiebt wird. Quote:
Dadurch wird die Gefahr eines Staatschulden-Tsunamis abgewehrt in der Hoffnung, dass irgendwann wieder das brachliegende Geld der Investoren in die Kapitalmärkte zurückkehrt. So oder so, den 2. April 2009 sollten Sie sich schon mal vormerken. Irgendwie ist der zentrale Begriff das Prinzip "Hoffnung". Mich würde nicht wundern, wenn dieses Treffen wie irgendein panarabischer Gipfel endet. Hohle Phrasen und nix dahinter, jedenfalls wie geschrieben nix Neues. Die Amis auf Kurs Grüsse koshGeschrieben von: Marc , am 22-04-2009 08:20 Interessanter Blog. Schön, dass es hier doch noch weiter geht... Artikel kommentieren
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze
Erhalten von: Zeitenwende ist zurück • Börsennotizbuch , am 01-04-2009 10:20 (PB) [...] Anfang Januar gab der Herausgeber und Autor Hansruedi Ramsauer bekannt, dass er das Projekt Zeitenwende aufgeben muss. Letzte Woche dann doch die gute Nachricht: Es geht weiter. [...] Erhalten von: Zeitenwende.ch ist wieder da | Spekulantenblog , am 01-04-2009 14:56 (PB) [...] der besten Wirtschaftsblogs im deutschsprachigen Raum hat sich Hansruedi Ramsauer mit seinem Blog Zeitenwende.ch wieder zurückgemeldet. Ich freue mich schon sehr auf seine meist überaus kritischen Artikel, die allerdings den Kern [...]
|