|
Einkommensverteilung und Börsentrends |
|
|
|
|
Dienstag, 18. August 2009 |
Die höchsten Einkommen in den USA haben 2007 ihren Anteil am
Gesamteinkommen auf ein historisch noch nie erreichtes Mass ausgebaut,
schreibt Emmanuel Saez von der Berkeley Universität in Kalifornien. Das
ist nicht nur für Soziologen und Politologen interessant, sondern lässt
auch interessante Rückschlüsse auf Börsentrends zu.
Wenn tiefe Einkommen steigen, dann wird der grösste Teil davon
verkonsumiert. Wenn hingegen die höchsten Einkommen steigen, dann führt
dies unweigerlich zu höheren Sparvolumen und dieses angesparte Geld
sucht einen Hafen. Anker gelegt haben sie unter anderem an den
Aktienmärkten, wie der folgende Chart zeigt. Ausgerechnet in den Jahren
1928, 2000 und 2007 ist der Anteil der höchsten Einkommen am
Gesamteinkommen auf Höchstwerte geklettert, also jeweils kurz vor einem
Börsencrash.
Aus dieser Perspektive lässt sich somit
argumentieren, dass der Börsencrash 2008 die logische Folge der
Einkommensentwicklung der Jahre zuvor war.
Was heisst das jetzt für die Zukunft? Leider nicht viel, denn normalerweile steigen die Einkommen bei Hochkonjunktur und sinken bei Rezessionen. Bei den Topverdienern speziell in der Bankbenranche wurde aber dieser Mechanismus ausser Kraft gesetzt und die Einkommen blieben trotz Staatshilfen und Milliardenverlusten oben. Werden jetzt also die Aktienkurse den Einkommen der Topverdiener folgen aufgrund der frei zur Verfügung stehenden Liquidität oder werden sie wieder dorthin sinken, wo sie eigentlich aufgrund der aktuellen Wirtschaftsentwicklung (siehe Chart) hingehören?

Die soziologischen Konsequenzen aus diesem Chart lasse ich Louis Brandeis kommentieren:
"We can either have democracy in this country or we can have great
wealth concentrated in the hands of a few, but we can't have both."
Louis Brandeis, U.S. Supreme Court Justice (1856-1941)
Emmanuel Saez: Striking it Richer
Kurzfassung auf deutsch von Telepolis: USA: Einkommensungleichheit größer denn je (Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2928
Geschrieben von: eachtradingday , am 18-08-2009 11:36 wir müssen uns also überlegen, ob diese konzentration wirklich gut für die gesellschaft als ganzes ist! bin gespannt, ob wir in den nächsten jahren etwas am bestehenden system ändern werden. gruss eachtradingday Geschrieben von: kosh, am 18-08-2009 12:29 Löffelparadoxon Die Hersteller von Löffeln haben ihren Anteil am Gesamteinkommen auf ein noch nie erreichtes Mass ausgebaut. Obwohl bekannt ist, dass jeder Kunde pro Suppe blendend mit nur einem einzigen, wiederverwendbaren Löffel klar kommt, gehen die Löffelhersteller davon aus, dass die Nachfrage wieder auf alte Höchststände klettert. Vorübergehend fahren sie ihre Produktion herunter und schrumpfen die Belegschaft gesund. Während der Ausstoss inzwischen mehr als halbiert werden musste und kein Ende in Sicht ist, sind sich beigezogene Beratungsunternehmen einig, dass die Produktivität bei der Löffelherstellung erneut gesteigert werden konnte. Quote:
... Einkommen blieben trotz Staatshilfen und Milliardenverlusten oben ... Nicht "trotz", sondern "als Folge von". Die Korrektur ist ausgeblieben, Osamabamas Ausstieg aus dem Ausstieg könnte perfekter nicht sein, sei "yes we can" und Schlämmers "yes weekend" stehen nun gleichberechtigt für die höchsten Einkommen in Lohn. Die Amis auf Kurs kosh Artikel kommentieren
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze |