Wenn sich die Geschichte wiederholt, dann geht Porsche bankrott,
schreibt John Hempton und verweist auf den Skandal rund um die
Sportwagenfirma Stutz in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der
Vergleich ist eindrücklich, aber lesen Sie selbst:
Es war einmal ein Unternehmen, das legendäre Sportwagen herstellte.
Auch wenn sie heute antik ausschauen, so gehörten sie zu den
schnellsten Boliden ihrer Zeit. Die Stutz-Autos gewannen Rennen in
Indianapolis und Le Mans.
Die Firma wurde von Alan Aloysius
Ryan via Familienholdings kontrolliert und bekam zunehmend Probleme,
weil ihre Wettbewerber auf Massenproduktion umstellten. Leerverkäufer
leckten Blut und begannen die Aktien auf den Markt zu werfen. Als
Käufer trat Ryan auf, wann immer er konnte - möglicherweise auch durch
Optionen und der Oeffentlichkeit unbekannte Holdingfirmen. Er tat dies
bis zu einem Tag im Jahre 1920 als er erklärte, er besitze 105 Prozent
der Firma und die Leerverkäufer können sich an ihn wenden, um ihre
Positionen glatt zu stellen.
Seine Bedingungen waren Preise,
die so hoch waren, dass Broker, welche als Vermittler zwischen der
Börse und den Leerverkäufern agierten, bankrott gegangen wären. Die
Börse und die Regulatoren entschieden sich, ihre eigenen Kinder zu
schützen und schritten zugunsten der Broker ein und bestimmten den
Aktienpreis. Dieser Kurs war einiges tiefer als der Preis, den Ryan
bezahlte - auch wenn er weit über dem inneren Wert lag. Die
Leerverkäufer hingegen - abgesehen von denen, die erst zu Höchstpreisen
verkauften - verloren auch Geld.
Die Summe, die Ryan erhielt,
reichte nicht, um die Schulden zu bezahlen, welche er eingegangen war,
um die Aktien zu kaufen. Zusätzlich ging es auch der Firma immer
schlechter - die Leerverkäufer hatten durchaus den richtigen Riecher.
Am Ende waren Ryan und die Firma Stutz bankrott. Die einzigen Gewinner
waren jene Aktionäre, welche zu Beginn long waren und im Verlauf der
steigenden Kurse ihre Aktien verkauften. "Der bräuchte gar kein Blech, um Geld zu verdienen", lobt Wiedeking
immer wieder öffentlich Härters Fähigkeit, mit reinen Finanzgeschäften
und nicht mit Autos Geld für den Konzern zu scheffeln. ( Porsches Angriff) Falls Ihnen bei
dieser Geschichte der Name Porsche einfällt, hat dies gute Gründe. Auch
Porsches sind äusserst beliebt, auch Porsche versucht mit Optionen die
Kontrolle über VW zu erhalten und wie gut Porsches sich in den nächsten
Jahren verkaufen lassen, wenn sich der obere Mittelstand von den
schnittigen Boliden verabschieden muss, dafür braucht man keine
Glaskugel.
Egal, auch wenn Vergleiche immer hinken, das
Schicksal von Stutz zeigt eindrücklich, wie schnell aus vermeintlichen
Siegern Verlierer werden können. Angefügt sei auch noch die Warnung von
John Hempton: "Lassen Sie die Finger von solchen Aktien. Man weiss nie,
wie die Geschichte ausgehen wird."
Der ausführlichere Originaltext
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Geschrieben von: Nico Plögert , am 29-10-2008 22:43 Sehr guter Artikel. Ich hatte ja auch lange spekuliert was bei VW tatsächlich los war. Inzwischen ist VW bei uns auf sharewise als einziger DAX Wert tief rot und es gibt 76 Empfehlungen Kursziel 241,78 €. Von den 76 Empfehlungen sind 70 Verkaufsempfehlungen. Bei den Analysten sieht es genau so aus. Ein wirklich gut recherchierter Artikel über die waren Hintergründe bei Porsche wurde bei uns vor einer 1/2 Stunde von Herrn Steffens eingestellt. Titel: Kleiner Privatkrieg Porsche und den Banken Quelle: http://www.sharewise.com/news_articles/1839-Volkswagen-Porsc he-Kurse Schöne Grüße in die Schweiz Geschrieben von: Beobachter , am 30-10-2008 12:56 Wie kann man 105 Prozent von etwas besitzen? Und wie kann es dann noch Leerverkäufer geben? Wer hat denen denn die Aktien geliehen, wenn es doch jemand gibt, der bereits alle besitzt? Das passt alles nicht so richtig zusammen. Geschrieben von: HRR, am 30-10-2008 14:07 Naked Shorts dürfte die Antwort sein. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Schein-Ware : Seminare: schein-wahr , am 29-10-2008 19:29 (PB) [...] Eine hierzu passende interessante Geschichte der Sportwagenfirma Stutz aus den 20ern … [...] Erhalten von: Jaguar steht bei der ADAC Kundenzufriedenheitsstudie vor Porsche , am 03-11-2008 07:02 (PB) [...] Traditionsmarke und wurde im vergangenen Jahr von Ford an den britischen Tata Konzern verkauft. Porsche belegt einen guten dritten Platz, jedoch die Nobelmarke Jaguar klettert auf den sehr guten zweiten [...] |