Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert, besagt ein
altes Sprichwort. Das gilt auch für die von Ihnen initiierte
Bürgeraktion "Gesunde Währung", bei der Sie sich zusammen mit Ihren
SVP-Kollegen Luzi Stamm und Lukas Reimann für eine gesunde Schweizer
Währung einsetzen wollen. Gerne würde man zustimmen, doch wenn die
Analyse der Krise so widersprüchlich ist, dann kann auch keine Lösung
der Probleme das Resultat Ihrer Bürgeraktion sein.
Regierungen aus aller Welt versuchen, die Finanzkrise, die sich
längst zur Weltwirtschaftskrise ausgeweitet hat, mittels
Milliardenflutung maroder Bank- und Industriekonzerne zu meistern. Die
Gefahr der Deflation konnte dadurch nicht eingedämmt werden.
Eine Deflation ist nichts anderes als die Aufwertung einer
Währung. Man kann somit mit dem gleichen Geld mehr kaufen.
Die Weiche für bereits absehbare Inflation,
möglicherweise gar Hyperinflation wird durch die masslose
Neuverschuldung bereits heute gestellt.
Schon der erste Widerspruch. Soll die Regierung und die Nationalbank
nun die Deflation oder die Inflation bekämpfen?
Jene Milliarden-Schulden, welche die Finanzkrise ausgelöst
haben, werden mit der von den Staaten bewerkstelligten
Milliardenflutung maroder Staaten und Konzerne nicht beseitigt. Sie
werden nur den Staatskassen – in Wahrheit den Steuerzahlern
– überbürdet.
So ist es leider, ich könnte nicht mehr zustimmen.
Die aus der Milliarden-Verschuldung drohenden Risiken werden keineswegs
geringer: Statt Konzernpleiten drohen jetzt Staatsbankrotte.
Wenn der Staat die Unternehmen nicht zugrunde gehen lassen will, dann
wird der Staat früher oder später an seinen eigenen
Schulden zugrunde gehen. Nach der Bankenkrise ist vor der Staatskrise.
Das schrieb ich bereits vor einem Jahr (Quelle)
Nervöses, hektisches Stopfen von Milliardenlöchern
veranlasste mehrere Regierungen bereits zum Anwerfen der Notenpresse.
Die wahre Ursache des eingetretenen Schadens wird verbissen
ausgeblendet. Dabei liegt die Schadensursache klar vor Augen: Das Leben
auf Pump, das Wirtschaften auf Pump, das Konsumieren auf Pump, das
Investieren auf Pump, das Spekulieren auf Pump hat im Desaster geendet.
Die «Gesellschaft auf Pump» ist offensichtlich am
Ende.
Am meisten Schulden verglichen zum Eigenkapital hat ausgerechnet die
UBS gemacht: Faktor 50. Da waren sogar noch die meisten
Subprime-Häuslekäufer in den USA solide finanziert.
Von der SVP wurden diese Warnzeichen übersehen, ob es an der
Parteifinanzierung durch die UBS lag, die falsche Anreize geschaffen
hat?
Die Verwandlung von Konzernschulden, von fahrlässig, ja
verbrecherisch eingegangenen privaten Schulden zu Staatsschulden
bewirkt das Gegenteil einer Krisenstabilisierung. Die masslose
Verschuldung ist das Problem, die Verschuldung muss
entschärft, nicht bloss verschoben werden.
Völlig richtig!
Eine ganz bestimmte Haltung eint die Verursacher der masslosen
Staatsverschuldung: Der Bürger wird ausgeschlossen von der
Politik. Er, der als Steuerzahler die Hauptlast, die
verhängnisvollen Folgen unkontrollierbar werdender
Staatsverschuldung wird tragen müssen, wird zum Schweigen
verurteilt; jede Mitsprache wird ihm verweigert – selbst in
Demokratien, selbst in der direkten Demokratie.
Auch das ist richtig. Wobei mir immer noch eine Aussage fehlt, wie man
es hätte besser machen können.
Zum Schweigen gebracht, müssen die Steuerzahler zusehen, wie
die Weltwirtschaftskrise – Folge der masslosen Flutung
maroder Schuldner – zur Weltwährungskrise auswuchert.
Die Schweizer Nationalbank versucht gerade intensiv den
Schweizer Franken zu schwächen, damit der Export nicht noch
mehr leidet. Sind Sie gegen diese Massnahmen (Quantitative Easing)?
Denn diese Flutung ist nicht möglich ohne Anwerfung der
Notenpressen. Also ohne eine Politik der gezielten Entwertung der
eigenen Währung. Währungs-Entwertung beraubt die
Vermögen ehrlicher Sparer ihrer Substanz.
Die ehrlichen Sparer sind im Moment die grössten Gewinner. Wie
Sie bereits eingangs erwähnten, haben wir in der Schweiz
Deflation. Wollen Sie jetzt die Währung stärken und
damit den Export schwächen oder das Gegenteil? Beides
gleichzeitig geht leider nicht.
Keine Regierung kann sich auf einen Verfassungsauftrag
stützen, der ihren Raubbau an den Vermögen ihrer
Bürger rechtfertigen würde. Ein Bürger,
dessen Vermögen solcher Bedrohung ausgesetzt wird, hat deshalb
ein Recht, sich zu wehren.
Noch nie in der Menschheitsgeschichte wurde von den Regierungen soviel
Geld ausgegeben, um die Vermögen zu schützen. Ohne
diese weltweiten Multimilliardenprogramme gäbe es keine
Geldvermögen mehr. Ein Systemkollaps wäre die Folge
gewesen. Der Dumme ist nicht der Vermögende, der diese Krise
dank Fehlinvestitionen erst möglich gemacht hat, der Dumme ist
derjenige, der kein Vermögen hatte und nun für die
Rettung der Vermögen mit höheren Steuern für
ihn und die zukünftigen Generationen zur Kasse gebeten wird.
Im Gegensatz zur ungesetzlichen Geldentwertung ist das Recht auf
Eigentum und die Verpflichtung der Regierungen auf Schutz des Eigentums
ihrer Bürger als Grundrecht in jeder abendländischen
Verfassung verankert.
Bei den Eigentümern gibt es nicht nur Rechte sondern auch
Pflichten. Zu diesen Pflichten gehört auch für die
Folgen einzustehen, die durch Eigentum verursacht wurden. Wer via
Fonds, Anleihen oder Pensionskassen in die Verschuldungsorgie
investiert hatte, wurde zu einem grossen Teil nun durch Steuergelder
geschützt.
Mit Milliarden geflutet werden ausgerechnet jene Konzerne, die im Markt
gescheitert sind, die am Markt vorbeiproduzieren, die offensichtlich
nicht wettbewerbstauglich sind. Von der Stützung untauglicher
Strukturen geht gewiss keinerlei Wachstum aus.
Dann hätte die SVP konsequenterweise die UBS fallen lassen
müssen. Ob das Ihre Wähler goutiert hätten
inklusive allen Folgen und Dominoeffekten?
Verhindert wird damit, dass die Leistungsfähigen, die
Wettbewerbstauglichen, der vielfältig tätige,
Initiative entwickelnde Mittelstand mit all seiner Bereitschaft zu
Leistung und Innovation mittels Steuererleichterung mehr Spielraum
erhielte, auf dass er mehr Anschubskräfte zur Entfaltung neuer
Ideen entwickeln könnte – echte, unabdingbare
Voraussetzung zur Krisenüberwindung.
Der Mittelstand ist der grösste Verlierer - keine Frage. Die
SVP machte sich in der Vergangenheit aber besonders dafür
stark, die Finanzbranche zu stützen nach dem Motto: Was gut
ist für die Banken ist gut für uns. Bis heute wird
diese Haltung nicht hinterfragt, trotz von Ihnen gegeisselten
Milliardenhilfen. Das passt irgendwie nicht zusammen.
Landeswährungen sind nicht Eigentum der Regierungen. Sie sind
Eigentum der Bürgerinnen und Bürger. Wenn Regierungen
die Bankschulden-Blase kurzerhand in eine Staatsschulden-Blase
verwandeln, das Risiko für masslose Verschuldung aber
ungefragt den Bürgern auferlegen, dann müssen sich
die Bürger wehren.
Eine Währung ist kein Eigentum, sondern eine Forderung. Je
mehr Schulden es gibt, desto mehr Forderungen - ergo Geld - gibt es.
Wobei hier nicht nur die Staatsschulden zählen - sonst
hätten wir jetzt eine Hyperinflation. Es zählen auch
das durch die Banken geschaffene Buchgeld. Wegen der stockenden
Kreditvergabe ist dieses aber gerade von der Schwindsucht betroffen.
Inflation ist somit keine unmittelbare Gefahr.
Die Bürgeraktion «Gesunde
Währung» wird diesen Widerstand organisieren, um ihm
auf demokratischem Weg Durchschlagskraft zu sichern. Dem
Bürger muss das selbstverständliche Recht
zurückerkämpft werden, ehrlich erworbenes
Vermögen dort anzulegen, wo es vor den Folgen
unverantwortlicher Verschuldungspolitik, vor der Kleptomanie
staatlicher Funktionäre sicher ist.
Hier beisst sich die Katze in den Schwanz. Die Verschuldung
hängt von den Investoren ab. Es kann somit nur eine
unverantwortliche Verschuldungspolitik geben, wenn es unverantwortliche
Investoren gibt. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Die
Staatsschulden sind ja kein virtuelles Problem, sondern müssen
am Kapitalmarkt auf Investoren treffen.
Die Schweiz, ein auf gesunde Währung ausgerichteter Staat,
darf sich nie und nimmer an jenen Regierungen orientieren, welche
für die Milliardenflutung maroder Konzerne und Staaten
verantwortlich sind. Der IWF, der solch verhängnisvolle
Verschuldungspolitik globalisiert, ist schleunigst zu verlassen.
Die Schweiz ist mit im Boot (UBS) und die Schweizer Wirtschaft hat in
der Vergangenheit auch massiv von dieser Verschuldung im Ausland
profitiert. Wie stark sie davon profitiert hat, sieht man jetzt, wo die
Verschuldung an seine Grenzen kommt: Der helvetische Export bricht ein.
Ihre Initiative "Gesunde Währung" mag gut gemeint sein, sie
ist aber fern von der Realität. Geld wird zum
grössten Teil nicht von den Regierungen und Nationalbanken
geschöpft, sondern von den Geschäftsbanken
(Buchgeld). Jegliche Transparenz dieser Banken wurde in der Vergangenheit
massiv verwässert und die Verschuldungsmöglichkeiten erhöht - hauptsächlich dank FDP und SVP.
Bürgeraktion
Gesunde Währung
Ulrich Schlüer:
Recht auf Eigentum muss unantastbar bleiben
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Geschrieben von: HHM, am 31-05-2009 20:16 Mir scheint, es handelt sich hier nur um verbales Schattenboxen. Auch HR kann keine Lösungen aufzeigen. Die Finanz-Karre steckt doch bereits so tief im Schuldensumpf, dass sie nicht mehr heraus kann und bei der fälligen, künftigen Trockenlegung desselbigen darin festgebacken wird. Da helfen auch keine gut gemeinten akademischen Richtigstellungen. Es müsste per sofort ein Verbot für weitere Goldverkäufe erlassen werden, unter gleichzeitiger Verpflichtung zur Wiederaufstockung der Vorräte, wenn nötig durch weitere Verschuldung. Die müssen eh abgeschrieben werden (Systemreset). Aber der Neustart dürfte dann einiges einfacher zu bewerkstelligen sein. Artikel kommentieren
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