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Ein neuer Tag, ein neuer Plan PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 25. November 2008
Kaum ein Tag vergeht, ohne dass die Puppenspieler des Finanzcasinos eine neue Karte aus dem Aermel zaubern, immer in der Hoffnung, dass irgend eine Karte auch mal sticht. Für heute morgen zehn Uhr Ortszeit ist eine Pressekonferenz von Henry Paulson geplant, bei der er staatliche Hilfe für Autokäufe und Studentenkredite ankündigen soll.

Bislang zielten die amerikanischen Rettungspakete darauf ab, die Finanzinstitute zu rekapitalisieren und ihre Schrottpapiere zu garantieren oder zu übernehmen, um einen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern. Allein dafür mussten laufend neue Joker auf den Tisch gelegt werden. Siehe auch: Gigantische Garantien der FED in Vorbereitung

Doch das alles bringt die Konsumenten nicht zurück in die Shoppingcenter. Das Finanzministerium möchte nun zusammen mit der Fed ein Kreditprogramm ins Leben rufen, welches den Konsumkreditmarkt neu beleben soll. Geborgt werden die Mittel aus dem TARP-Programm, wie Bloomberg in Erfahrung bringen konnte.

Das alles ist schön und gut, ob die Amerikaner aber auch zugreifen werden, wenn Kredite günstiger werden, ist eine ganz andere Frage. Nichtsdestotrotz steigen jetzt die Chancen, dass wir das lang ersehnte Jahresendrally an den Aktienmärkten doch noch bekommen werden, parallel dazu einen fallenden Dollar und auch fallende Goldpreise. In ein paar Tagen oder Wochen - was weiss ich schon - wird dann die Ernüchterung wieder zurückkehren. Denn all diese Massnahmen führen nur dazu, dass das Subprimemonster von den Banken auf den Staat übergreift.

Treasury, Fed Said to Unveil Plan to Bolster Consumer Financing  

UPDATE: Inzwischen gibt es einen ausführlichen Bericht zum neuesten Plan bei der NZZ:

Die USA kurbeln mit neuen Milliarden-Interventionen die Kreditvergabe für Konsum und Immobilien an. Die US-Notenbank Fed kündigte am Dienstag ein Programm im Volumen von bis zu 600 Milliarden Dollar an.

NZZ: US-Fed stützt Kreditmärkte mit 800 Milliarden Dollar

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: egghat website, am 25-11-2008 15:18
Bei dem TALF (wie das offiziell heisst) geht es auch eher darum, dass die Konsumentenkredite weiterhin verbrieft werden können und die Dinger auch jemand kauft. Dass die Neigung der US-Verbraucher zurückgeht, Schulden zu machen, heisst ja nicht, dass niemand mehr Schulden machen will/kann. Und immerhin das letztere soll das Programm jetzt ermöglichen ... Ich schätze allerdings nicht sonderlich erfolgreich ...

Geschrieben von: kosh, am 25-11-2008 17:34
Die liebe NZZ

Brav - null Fehler - Schreibfehler.

- Damit sollen mit Hypotheken unterlegte Wertpapiere gekauft werden.

Was die FED zu kaufen gedenkt ist, obwohl keiner wirklich Ahnung hat, inzwischen klarer als womit sie kauft? Die Frage steht ja für diverse Zeitgenossen wie auch mich im Raum, wer die ganzen Digit-Dollores aus dem Hut zaubert? Oder Wie?
Sind's 1) blosse FED-Garantien wie beispielsweise, dass der Plunder fortan nicht mehr in des Täters Büchern herumzulungern braucht, oder 2) gibt die FED darüber hinaus Kreditmimikris in Form Dollores mit Fälligkeiten raus, die also a) praktisch wieder zurück in die FED zu fliessen haben, oder b) präventiv bereits abgeschrieben sind, was hiesse, dass besagte Kreditmimikris nur zu einem späteren Zeitpunkt ausgebucht werden müssten, und zwar aus dem allgemeinen Steuersäckel? Rein propagandistisch betrachtet haben wir Schweizer ein besonderes Vorbild, unsere Nationalbank, deren Verlautbarungen ein ganz-ganz-dolles Geschäft mit der UBS prophezeiten, weil die Nationalbank hat Zeit bis zum St. Nimmerleinstag, falls die Gläubiger der Credit-Default-Hicks und -Kunz auf die irgendwo im Kleingedruckten der Verträge versteckten Fälligkeiten verzichten. De facto scheint mir jedoch eher Variante 2b) zutreffend, also um das staatlich geförderte Insolvenzverschleppungsverfahren mit der besonderen Illusion zu bereichern, dass einerseits sowohl die Insolvenz sogenannt gesunder Unternehmen verschleppt / -hindert werden soll (Selbstbefriedigung der Anbieterseite der Freien Marktwirtschaft), andererseits die Fiat-Blähungen zu Lasten Steuerzahler auf ein noch nicht genauer eruierbares Datum in der Zukunft verschleppt / -schoben wird (Befreidigung der Nachfrageseite der Freien Marktwirtschaft). Alle waren fortan glücklich und lebten bis an ihr Ende.

- Ein weiteres Programm über 200 Milliarden Dollar soll den Markt für Konsumentenkredite neues Leben einhauchen.

Taktisch äusserst geschickt, noch ein Programm, und noch eines, mal da ein paar Milliärdchen, da pappen wir aus einem anderen Topf noch eines drauf und hier und dort etc. etc. Hat da noch einer den Überblick? Ehrlich gesagt habe ich nie damit gerechnet, dass Transparenz hergestellt wird, die Geheimniskrämerei der Subventionsempfänger steht für die Old World Order. Fein säuberlich verpackt in diverse Hilfspakete nehmen verschiedene Programme Fahrt auf um sich wie strukturierte Produkte anzufühlen - strukturierte Staatsblähungen, ein ganzes Sammelsurium unbekannten Inhalts zündet den GS-Nachbrenner um noch einmal abzuheben vom Boden der Realität. Mein Name ist Ikarus und ich nehme euch alle mit. Was für eine Farce, ich lach mir put :-)

- Mit den gigantischen Paketen will die Fed die Probleme der Wirtschaft an der Wurzel packen: Den Kollaps des Immobilienmarktes.

Aha, die FED will! Wiederum zu unterscheiden, wie das an der Propagandafront aussieht und was davon in der Realität ankommt. Bin zwar kein Ami und verfüge mit meinem Manko natürlich nicht über die nötige Portion Optimismus ...

- «Dieser Schritt soll die Kosten von Krediten für den Hauskauf reduzieren und deren Verfügbarkeit erhöhen, was wiederum den Immobilienmarkt unterstützen sollte», erklärte die Notenbank.

... aber ein neues Haus "sollte" ich in dieser Situation wohl eher nicht "unterstützen", oder? Bis vor ganz wenigen Augenblicken klopften noch steigende Zinsen an die leeren Tresore des "mein Haus, mein Auto, meine Yacht"-Prekariats an, da werd' ich doch nicht hingehen und mir einbilden, ich könnte die Zinstrukturen für die nächsten Jahre auch nur annähernd abschätzen.

- Weil es für die Institute zuletzt schwierig war, ihre Schulden zu verkaufen, konnten sie den Banken nicht mehr so viele Hypotheken abkaufen.

Mein leiser Verdacht, es soll weitergehen mit den Hypothekenmuntermacherlis, resp. -verbriefungen. Die strukturierte Staatsblähung spielt den Ball schon wieder zurück an die strukturierte Privatblähung mit dem Auftrag, sich einfach mehr Mühe zu geben bei der Suche nach noch dämlicheren Investoren - à la Deutschland sucht den Supertrottel. Dummerweise fällt das Subprime-Prekariat in dieser Kreditrunde aus. Oder gehört auch diese Lehre schon wieder auf den Müllhaufen der Geschichte?

Die Amis auf Kurs
kosh

Geschrieben von: Cornelius H website, am 26-11-2008 19:53
Die aktuelle Phase birgt etliche Pointen...taumelnde Politker, ängstliche Massen, Unternehmen im Vollcrash, scheckschmeissende Regierungen. Und vornean ein Medienzeitgeist der Schwarz-Malerei.
Wahrscheinlich bewahrheitet sich erstmals die Mär vom "sich selbst bereinigenden Markt". Zumindest werden einige Übeltäter büßen und tun es bereits.
Ich sehe das bittere Ende mittlerweile jeden Tag...Hilfe.


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