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Ein abgekartetes Spiel PDF Drucken E-Mail
Freitag, 24. April 2009
Vordergründig ist das Finanzministerium dazu da, die Banken zu kontrollieren und zu regulieren, quasi ein Counterpart im Spiel der Mächte. Doch hinter den Kulissen wird gekuschelt auf Kosten der Allgemeinheit. Dies zeigt auch die Geschichte um die Uebernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America, die nun dank einem Aktionär an die Oberfläche gespült wurde.

Als ich vergangenen September Kenntnis von der Uebernahme Merrill Lynchs durch BoA nahm, traute ich meinen Ohren nicht. Ich schrieb :

 
Wurde der Boss der Bank of America von der Fed unter Druck gesetzt, war er besoffen oder wollte er mit dieser Uebernahme seinem Ego ein Denkmal setzten? Suchen Sie es sich aus, eine dieser Erklärungen wird zutreffen. Die offizielle Erklärung hingegen, dass es eine einmalige Chance war, wird sich schon bald als Mega-Flop herausstellen.
 

Ich war schon damals nicht der einzige, der sich diese Fragen stellte. Nochmals zurück zum September-Beitrag :

Eine New Yorker Rechtsanwaltskanzlei hat im Namen eines Aktionärs angekündigt, gegen beide Institute vor dem Obersten Gericht des Staates New York einen Anlegerprozess anstrengen zu wollen. Grund dafür seien die unfairen Bedingungen der Transaktion gegenüber den Aktionären.

Zum Glück gibt es Aktionäre, die nicht nur jammern sondern auch handeln. Das zeigt die Entwicklung der damaligen Klage. Denn jetzt wurde bekannt, dass der Chef der Bank of America vom Notenbankchef und vom Finanzminister zum Schweigen gezwungen wurde. (FTD)

Laut dem "Wall Street Journal" (WSJ) wurde Lewis von Notenbankchef Ben Bernanke und dem ehemalige Finanzminister Henry Paulson zum Schweigen gezwungen. Bernanke und Paulson fürchteten im Herbst 2008, dass die Bank-of-America-Aktionäre die Übernahme gestoppt hätten, wenn sie von den dadurch entstehenden Verlusten in Höhe von 15,84 Mrd. $ erfahren hätten. Das hätte dann zur Pleite von Merrill geführt, die die Vertreter aus Washington unbedingt vermeiden wollten.

Doch weshalb handelte Lewis im Interesse der Regierung und nicht im Interesse der Aktionäre, von denen er den Auftrag hat das Unternehmen zu führen?

Dazu gibt es bis jetzt keine einleuchtende Erklärung, ausser dem Druck der Regierung, durch die Nichtübernahme den Zusammenbruch des Finanzsystems zu risikieren. Das heisst aber, dass es zwischen der Wall Street und der Regierung keinen Unterschied mehr gibt und die Oeffentlichkeit darüber im Dunkeln gelassen wird. Tja, das erinnert stark an das Modell der staatlich gelenkten Wirtschaft. Der Osten ist daran gescheitert und dem Westen wird es nicht besser ergehen. Doch bis dahin bleibt noch ein bisschen Zeit. Vielleicht wachen ja noch ein paar mehr Aktionäre auf und nötigen dadurch die Unternehmen Licht hinter die Kulissen zu bringen. Offene Fragen gibt es noch genug, zum Beispiel, wie es möglich war, dass Zweckgesellschaften ausserhalb der Bilanzen geführt wurden und jetzt dennoch "erfolgswirksam" für die Aktionäre werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Mehr Infos zum Merrill/BoA-Desaster

Gefährliche Wahrheiten
Washington verhängte Merrill-Maulkorb
Jammern hilft nicht
Pssssst!

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Julia website, am 11-03-2010 11:39
Nach der Krise ist vor der Krise. Die Banken haben sich auf Kosten des Staates saniert und fangen wieder da an wo sie aufgehört haben. Und die Regierung schaut zu und unternimmt nichts.


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