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Eigenkapital ist Ansichtssache PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 24. November 2009
Die UBS ist laut gängiger Praxis sehr gut kapitalisiert. Nicht einverstanden ist damit Standard & Poors. Sie hat eine eigene Prüfung gemacht und hebt den Warnfinger. Dabei wendet die Ratingagentur Zahlen an, die bereits der Vergangenheit angehören. Pech für die UBS, denn was zurück bleibt ist Unsicherheit, das Letzte, was die Bank gebrauchen kann.

Ueblicherweise wird für das Eigenkapital einer Bank die von der BIZ bestimmte Kennzahl Tier 1 herangezogen. Eine Praxis, die ich schon lange kritisiere. Doch seis drum. Laut dieser Berechnung steht die UBS international sehr gut, ergo sehr sicher da.

Standard & Poors hat nun für das Eigenkapital der Banken das RAC-Ratio berechnet. RAC steht für "risk-adjusted capital". Laut dieser Methode gehört die UBS zu den schlechtest kapitalisierten Banken der Welt. Noch schmalbrüstiger stehen nur die Citigroup und die japanische Mizuho da. Standard & Poors hält UBS für dramatisch unterkapitalisiert

Kritisiert wird bei der UBS vorallem der hohe Anteil an Hyprid-Kapital am Eigenkapital per Ende Juni. Doch das ist bereits Schnee von gestern. Die Schreckensnachricht der Ratingagentur ist gar keine, denn die UBS hat das hybride Kapital bereits reduziert. So wurde die 6-Milliarden-Wandelanleihe des Bundes (hybrid) inzwischen in Aktien gewandelt. Weitere 13 Milliarden Schweizer Franken kommen im März 2010 dazu. Hätte Standard & Poors diese längst bekannten Zahlen berücksichtigt, dann wäre der RAC nach Angaben der UBS bei 7.1 Prozent. Zum Vergleich, die Deutsche Bank hat ein RAC-Ratio von 6.1 Prozent, Crédit Suisse von 6.9 Prozent und Goldman Sachs von 8.1 Prozent.

Unterstützt werden die Aussagen der UBS auch von Analysten anderer Banken. UBS is not a “below average” bank.

Einmal mehr hat eine Ratingagentur das Gegenteil dessen getan, wofür sie eigentlich da wären. Statt Klarheit herrscht jetzt noch mehr Konfusion, dabei ist die Verwendung des Begriffs Eigenkapital bei den Banken schon "confusing" genug.

UPDATE

Das Handelsblatt hat sich dem Thema Eigenkapital / Hybridkapital etwas ausführlicher angenommen: Banken sammeln verstärkt frisches Kapital

Weltweit schlagen sich höhere Kapitalanforderungen für Banken in Kapitalerhöhungen nieder. Bestes Beispiel ist die gigantische Kapitalmaßnahme der britischen Großbank Lloyds. Dabei ist auch eine Debatte über die künftige Rolle von Hybridkapital entbrannt. Und da sieht es vor allem für deutsche Banken schlecht aus.

MUST READ: Wie Banken Risiken kleinrechnen

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