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Die Zukunft der Medien PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 16. Juni 2009
Die Medien standen der Finanzkrise genau so überrascht gegenüber wie ein Kind, dass das erste Mal eine heisse Herdplatte berührt. Sie hatten die Hitze, die sich über Jahre aufbaute, nicht kommen sehen. Zu sehr waren sie damit beschäftigt, den Master of the Universe am Rockzipfel zu hängen als dass sie Zeit gehabt hätten, die Fakten unvoreingenommen zu studieren. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Eine Ausnahme, die ich in den letzten Monaten schätzen gelernt habe, ist Tobias Bayer von der Financial Times Deutschland.

Er gehört zu den Journalisten, die sich den Inhalt ihrer Artikel nicht von den Presseagenturen vorschreiben lassen. Spontan fällt mir leider kein zweiter Name ein, weil ich in der Vergangenheit zu wenig auf die Autoren geachtet habe. Aber ich bin mir sicher, es gibt sie. Doch das führt mich gleich zum nächsten Thema.

Was wäre, wenn sich jeder Leser seine Zeitung selbst zusammen stellen könnte? Wenn man sich nicht für eine Zeitunng entscheiden müsste, sondern für eine Reihe von Journalisten entscheiden könnte? Alles Utopie? Egal. Wenn es möglich wäre, dann würde ich auch gerne wieder für Zeitungen bezahlen.

Eure Meinung dazu würde mich interessieren, genau so wie Eure Lieblingsautoren aus dem Wirtschaftssektor.

P.S. Die aktuelle Kolumne von Tobias Bayer: Willkommen in der Prä-Lehman-Welt

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Mindtrap, am 16-06-2009 13:29
Zweiter Name: Lucas Zeise. Gastkommentar aller zwei Wochen. Und regelmäßig bei Lunapark21.

Geschrieben von: Bernhard (aus Frankfurt) website, am 16-06-2009 14:29
Zitat: "Was wäre, wenn sich jeder Leser seine Zeitung selbst zusammen stellen könnte?"

Ähmm, ich nutze den Google-Reader und sammle auf diesem Wege Feeds von bestimmten Seiten. Das ist meine Internetzeitung.

Was (oder wen) ich abonniere? Das entwickelt sich über Querverweise...

Wahrscheinlich wird diese Antwort Dich nicht zufrieden stellen, aber das ist mein Weg.

Gruß
Bernhard

Geschrieben von: Kaspar-David, am 16-06-2009 15:19
Aber, Aber lieber Hansruedi...

wer wird denn so vergesslich sein. Erinnern Sie sich tatsächlich nicht mehr an Sir Axel, besser unter Herr Axel Retz bekannt und auch nicht an Ron Gehrt aus der Gehrtnerei?

Beide haben reichlich auf Zeitenwende veröffentlicht. Hoffentlich muß ich keine Angst um Ihre kleinen grauen Zellen haben, mit denen schließlich die Inhalte Ihrer geschätzten Seite stehen und fallen.

So what, remember man???

yours truely, kd

Geschrieben von: HRR, am 16-06-2009 15:33
@KD

Nein, so vergesslich bin ich definitiv nicht.

Ich meinte die Journalisten von FTD, Welt, Spiegel usw.

Axel Retz dürfte die "Zukunft der Medien" so ziemlich egal sein.

Geschrieben von: Kaspar-David, am 16-06-2009 16:20
Hm, na dann wird's wohl öppes schwieriger, da fällt mir spontan nämlich eigentlich überhaupt keiner ein.

sorry für mein Missverständnis.

Aber wie soll sich auch gerade in heutiger Zeit ein Journalist finden, der für den mainstream nah an der Wahrheit schreibt? Scheint mir absolut unvereinbar.

Ich fänds toll, wenn ich mit dieser Einschätzung Unrecht hätte.

Geschrieben von: Kuchentester website, am 16-06-2009 18:33
Ich habe so viele Blogs abonniert, dass ich keine Notwendigkeit sehe, meine Zeit damit zu vergeuden, in Zeitungen nach der Nadel (Qualität) im Heuhaufen zu suchen.

Ich sehe die Zukunft ähnlich wie Du: Wenn die Distrubution von Nachrichten kein kapitalintensives Geschäftsmodell mehr erfordert, dann braucht man keine Verleger mehr, die die Verteilung der Information übernehmen. Dann macht man (Journalist) das selbst.

Und je mehr Zeitungen pleite gehen, desto mehr Journalisten wird es geben, die den Verbreitungsweg über das Internet wählen (müssen). So könnte wieder ein unabhängiger Journalismus entstehen. Die "werthaltigeren" Angebote/Informationen müssten sich dann eigentlich auf Dauer durchsetzen. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt davon ab, wie sich diese Angebote finanzieren lassen. Da hast Du ja selbst Erfahrung machen dürfen. Wahrscheinlich wird es doch über Werbung laufen müssen.

Aber wenn es tatsächlich mehr journalistische Vielfalt und damit mehr Konkurrenz gibt, wird es ein einzelner Anzeigenkunde schwerer haben als jetzt, mit seinen Anzeigenaufkommen Einfluss auf die redaktionelle Arbeit zu nehmen. Er müsste dann tatsächlich eine Vielzahl von Stimmen durch Anzeigen "kaufen". Da die Reputation der größte Aktivposten des Journalisten ist (im wahrsten Sinne des Wortes), wird sich dieser schwer überlegen, ob er gegen seine Überzeugung schreiben wird, und damit diese aufs Spiel setzt...


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