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Die widersprüchlichen Erkenntnisse des Herrn Dörig PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 6. Mai 2009
Im Interview mit der Finanz & Wirtschaft sagt der ehemalige CEO und aktuelle Verwaltungsrat der Swiss Life, dass der Verwaltungsrat die Leitplanken für das Unternehmen richtig gesetzt habe. Kurz darauf widerspricht er sich selber. Ja, was denn nun, Herr Dörig?

Ein kurzer Ausschnitt aus dem Interview mit Rolf Dörig
Sie sagten, Swiss Life stehe sehr solid da. Hätte sie aber als einziger Versicherer in der Schweiz nicht Anleihen in Darlehen umklassiert, wären Kapitalmassnahmen ein ersthaftes Thema geworden.

Unter Umständen ja. Glücklicherweise haben die IFRS-Verantwortlichen rechtzeitig diese Möglichkeit geschaffen, weil eine marktnahe Bewertung von wenig liquiden Wertschriften im gegenwärtigen Marktumfeld nicht sinnvoll ist.

Die marktnahe Bewertung sorgte in der Vergangenheit für hübsche Gewinne mit den angenehmen Nebeneffekten für das Führungspersonal. Jetzt empfindet er das als nicht sinnvoll. Logisch ist diese Betrachtung nur aus Sicht der Manager, aus Aktionärssicht kommt man sich da ziemlich veräppelt vor.
Citigroup schreibt in der jüngsten Studie zu Swiss Life, 2008 sei alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Werden Sie als Präsident die Risikoüberwachung stärken?

Die Leitplanken wurden vom Verwaltungsrat richtig gesetzt. Die Risiken, die wir eingegangen sind, entsprachen jederzeit unserer Fähigkeit. Unser Risikomodell wurde von der Aufsichtsbehörde und Ratingagenturen als gut befunden. Meine Lehre ist trotzdem, dass wir auch im Verwaltungsrat mehr Mut zum Hinterfragen entwickeln müssen. Wir dürfen Risikomodellen nicht blind vertrauen und müssen wieder vermehrt mit gesundem Menschenverstand Fragen stellen.

Der Präsident der Risikoüberwachung hat Risikomodellen BLIND vertraut und die Kontrolle der Aufsichtsbehörde und den Ratingagenturen überlassen. Was, so frage ich mich, ist denn der Job des Präsidenten der Risikoüberwachung? Okay, sein Zeitbudget ist ein bisschen knapp. Dörig ist auch noch VR-Präsident von Adecco, Vizepräsident von Kaba, Präsident von Danzer, im Vorstandsausschuss der Economiesuisse und im Vorstand des Grasshopper-Clubs.

...und was sagt Dörig zu dieser Aemterkumulation:

Ich hätte nicht zugesagt, wenn ich nicht überzeugt wäre von der Machbarkeit...

Da wünsche ich Herrn Dörig etwas mehr Mut zum Hinterfragen und die Nutzung des gesunden Menschverstandes. Manchmal hilfts...

Quelle: Rolf Dörig: «Mehr Substanz für Swiss Life»



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