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Die Stimmung ist gut, die Daten sind schlecht |
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Mittwoch, 20. Mai 2009 |
Trotz Konjunkturmassnahmen à gogo wird es im Land der aufgehenden Sonne
immer dunkler. Die japanische Wirtschaft schrumpfte das vierte Quartal
in Folge. Diametral zu der Entwicklung der Realwirtschaft ist der
Aktienindex Nikkei seit seinem Tiefpunkt im März um einen Drittel
gestiegen. Die Stimmung ist gut, die Daten schlecht - das scheint der
Konsens rund um den Globus zu sein.
Die japanische Wirtschaft schrumpft im 1. Quartal 2009 um die
höchste jemals gemessene Rate seit dem 2. Weltkrieg! Sie brach
im Vergleich zum Vorquartal um -4,0% ein und im Vergleich zum
Vorjahresquartal um -9,1%! Saisonbereinigt und auf das Jahr
hochgerechnet (SAAR) brach nach Angaben des japanischen Cabinet Office
die Wirtschaftsleistung sogar um -15,2% ein! (Querschuss)
Die Ratingagentur Moodys geht dennoch nicht davon aus, dass sie im
Verlauf der nächsten 12 Monate das Rating von Japan senken
wird. Besonders erhellend ist die Begründung "...because
investors are willing to buy bonds that will fund stimulus measures an
the economy is likely to recover."
Moodys geht also in Zukunft von einem stabilen Rating aus, weil die
Anleihekäufer bereit sind, die Anleihen weiter zu finanzieren.
Der Job von Moodys wäre es aber, nicht das Investorenverhalten
zu studieren, welches direkt von den Ratings abhängt, sondern
die Plausibilität zu testen, inwiefern Japan auch in Zukunft
die Schulden finanzieren kann. (Moody’s
Unlikely to Cut Japan’s Debt Rating in 2010)
Fairerweise sei erwähnt, dass Moodys die aktuellen Ratings angepasst
hat.
Irritierend sind auch die Meldungen aus Deutschland. Da lugt
der Dax gerade über die 5000-Punkte Schwelle und der
am Dienstag vom Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim veröffentlichte Index
zu den Konjunkturerwartungen stieg abermals kräftig und
überschritt seinen historischen Durchschnitt (Finanzexperten
sind optimistisch).
Vielleicht liegt der Optimismus deutscher Börsianer auch
daran, dass von der Aufsicht her nicht mehr so genau hingeschaut wird:
"Mitten in der schwersten Finanzkrise der Nachkriegsgeschichte
fährt die Finanzaufsicht BaFin die Überwachung der
Institute deutlich zurück. In einem Schreiben an das
Bundesfinanzministerium, das dem Handelsblatt vorliegt, nennt die
Finanzbehörde den Bundestags-Untersuchungsausschuss zur
Schieflage der Hypo Real Estate (HRE) als Grund. In den kommenden
Wochen und Monaten werde man „in einer für die
deutsche Kreditwirtschaft äußerst schwierigen Zeit
die Aufsicht in etlichen Bereichen fast vollständig
einstellen, um den berechtigten Anforderungen des
Untersuchungsausschusses fristgerecht nachzukommen“,
heißt es in dem zweiseitigen Brief der Finanzaufsicht. (Deutsche
Banken geraten ausser Kontrolle)
Gleichzeitig melden sich jeden
Tag 15 Unternehmen für Staatshilfe an, Bund,
Länder und Kommunen müssen nach der neuen
Steuerschätzung mit 316
Milliarden Euro weniger bis Ende 2012 auskommen und das BIP
schrumpfte im 1. Quartal um 6.7
Prozent.
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