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Die Scheingewinne von Porsche PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 26. Mai 2009
Aus einer Pressemitteilung von Porsche vom 7. November 2008 werden die fiktiven Optionsgewinne auf VW-Aktien ersichtlich. Daraus geht hervor, dass Porsche aus dem operativen Geschäft im Jahr 2008 keinen Gewinn gemacht hat. Die damals nicht realisierten aber ausgewiesenen Gewinne bedrohen jetzt das Unternehmen.

Vergangenen November schrieb Porsche in einer Pressemitteilung, dass die nicht realisierten Gewinne aus den Call Optionen auf VW-Aktien 2008 6.834 Milliarden Euro betrugen. 2007 summierten sich diese Optionsgewinne auf 3.593 Milliarden.

Der Konzern-Jahresüberschuss belief sich im gleichen Zeitraum auf 6.392 (2008) respektive 4.242 Milliarden Euro.

Unter dem Strich hat Porsche somit 2008 aus dem operativen Geschäft nichts verdient. Die Gewinne aus den Optionen wurden - obwohl nicht realisiert - bereits verbucht. Porsche hatte also die heute so verteufelte Mark-to-Market-Regel bei der Verbuchung angewendet, obwohl sie selbst den Kurs der VW-Aktien in die Höhe getrieben haben. (Quelle)

Jetzt kommen sie aus der selbst gestellten Falle kaum mehr heraus. Die Optionskäufe wurden fremdfinanziert und müssen verlängert werden. Falls nicht, muss damit gerechnet werden, dass die Banken, welche die VW-Aktien als Stillhalter besitzen, auf den Markt werfen. Dann werden aus den verbuchten Gewinnen der vergangenen Jahre Verluste in der Gegenwart. Total sollen diese Optionsgewinne laut Bloomberg sich in den letzten Jahren seit Beginn der Käufe auf 17,3 Milliarden Euro belaufen haben.

Es sieht also zappenduster aus in Zuffenhausen. Das erinnert mich an den LTCM-Crash. Die Grössenordnung ist zwar viel kleiner, das Problem scheint aber das gleiche zu sein. Porsche kontrolliert den Markt, kann aber nicht mehr raus, ohne seine eigene Basis zu gefährden. Wirklich mitreden können sie aber nicht mehr. Sie sind auf Gedeih und Verderb den Geldgebern ausgeliefert.

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: egghat website, am 26-05-2009 11:57
Deshalb will VW ja auch einen Deal, bei dem VW nicht die Optionen übernehmen muss. Generell darf der VW-Aktienkurs nicht sinken, sonst fliegt Porsche unwiderruflich in die Luft.

In dieser Hinsicht erinnert mich das mehr an Silber-Corner-Versuch der Brüder Hunt. Dieser platzte dann auch durch einen staatlichen Eingriff. Und ich könnte mir vorstellen, dass das auch dieses Mal passiert. Der Staat verbietet einfach sinkende VW-Kurse ;-)

egghats Blog: Der Corner Versuch der Brüder Hunt

Geschrieben von: Wilfried website, am 26-05-2009 14:03
2007 kassiert Wiedeking allein aus seiner Gewinnbeteiligung rund 54 Millionen Euro. 2008 könnte sich sein Einkommen nach Branchenschätzungen sogar nochmals verdoppelt haben. Seine Bemerkung zum Bonus: "Wenn ich Erfolg habe, möchte ich auch gut bezahlt werden."

Ich hoffe, dass er für das sich abzeichnende Desaster nun ebenfalls monetär in Regress genommen wird!

Geschrieben von: Lando, am 27-05-2009 11:26
Bei allem Respekt, bei den genannten Zahlen werden Vor- und Nachsteuerwerte verglichen. Der Spekulationsbuchgewinn in Höhe von 6,834 Mrd ¬ ist vor Steuer, der Jahresüberschuß in Höhe von 6,392 Mrd ¬ ist nach Abzug der Steuern zu verstehen. Insofern hat das operative Geschäft doch noch für etwas Gewinn gesorgt.

Wäre es anders, wäre Porsche ein ganz klarer Short; das wäre der Börse allerdings auch nicht entgangen.

Es bleibt den Eigentümern bei uns glücklicherweise noch unbenommen, was sie damit anstellen. Ich sehe die Tragödie bei Porsche eher darin, daß sie sich mit der Teilübernahme von VW in die Niederungen der Massenproduktion begeben und die Eigentümer sich mithin zukünftig von den bisher so schön sprudelnden Gewinnen werden verabschieden müssen, ganz abgesehen vom eventuell noch hinzukommenden Spekulantenpech

Geschrieben von: HRR, am 27-05-2009 11:46
@Lando

Laut Bloomberg kamen 17.3 Milliarden der sprudelnden Gewinne der letzten Jahre aus den VW-Optionen. Jetzt kann sie diese nicht mehr realisieren, weil bereits Teilverkäufe die Aktie von VW unter Druck bringen. In der Finanzbranche spricht man hier von einem klassischen Corner. Passend dazu der Vergleich von egghat mit den Hunt-Brüdern.

Geschrieben von: Wilf website, am 28-05-2009 16:23
Für Wiedelkinn könnte es jetzt unangenehm werden.
Aktionäre klagen gegen Millionensalär

Geschrieben von: nigecus website, am 03-06-2009 23:22
Sind die Stillhalter nicht auch in einer Patt-Situation, weil sie mit ein paar dicken Block-Order sich selbst dicke blaue Augen holen könnten?


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