Griechische Banken tauchen auf keinem Radar auf und auch die
öffentlichen Finanzen im südöstlichen Zipfel der Eurozone sind keine
Schlagzeilen wert. Dies könnte sich aber schon bald ändern.
Marktbeobachter sind sich einig, dass sich der US$ gegenüber dem Euro
weiter abschwächen wird. Die Argumente sind bekannt. Doch was bekannt
ist, ist folglich auch schon eingepreist. Gefahren drohen hingegen
vielmehr auf der anderen Seite der Gleichung. Die Eurozone hat
Schwachpunkte, die der Oeffentlichkeit kaum bewusst sind.
In
einem Brief der griechischen Zentralbank steht laut Bloomberg, dass die
griechischen Kreditgeber proportional den grössten Betrag bei der EZB
ausgeliehen haben. En detail sind es 42 Milliarden Euro aus dem 570
Milliarden-Topf, welche die EZB in das Finanzsystem gepumpt hat.
Sollte
die EZB die Schraube etwas anziehen, dann fliesst am Peloponnes nur
noch der griechische Wein. Das hat inzwischen auch die Analysten von
der BNP aufgeschreckt.
We see increasing long-term EUR downside
risks due to the widening of inner EMU sovereign risks and weaker banks
in the European periphery selling off hard in anticipation of the ECB
reducing its liquidity provisions in money markets. Since the start of
the crisis in September last year the ECB accepted weak collateral,
providing liquidity to the fragile system.
Die Risiken an der
Peripherie könnten also für den Euro schon bald zum Problem werden.
Weitere Kandidaten sind Irland, Spanien und Portugal.
Tatsächlich
sieht die Lage im Euroraum durchaus vergleichbar mit den USA aus. Auch
dort ist die Lage regional sehr unterschiedlich. Betroffen sind
vorallem der Süden und der Westen der Vereinigten Staaten, während die
Rezession in anderen Regionen vergleichsweise milde verläuft. Da die
Risiken in den USA aber viel bekannter sind als in Europa, rechne ich
schon bald damit, dass wir eine Erholung des US$ gegenüber dem Euro
erleben werden.
It’s all Greek to the European bond market Greek Bond Spread Is Widest in 4 Months on Finances (Trackback)
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Geschrieben von: Michael, am 18-11-2009 16:42 Entsprechend der Kaufkraftparitäten sollte man €/$ auch eher bei ca. 1,3 erwarten. Von daher wäre es nicht so schlecht, ob ein paar carry - trader gegrillt werden oder nicht, sie haben es nicht anders verdient. Dazu kämen die Liquiditätsgläubigen. Nur unter Liquidität versteht man gemeinhin weniger Kredite, als vielmehr cash. Geschrieben von: HRR, am 18-11-2009 16:46 Griechenland als Nadel für die Liquiditätsblase - das hat Charme. Das Unheil kommt ja bekanntlich nie von dort, wo man es annehmen würde. Geschrieben von: Amethyst, am 18-11-2009 17:21 Ich würde den Griechen noch die Molotowcocktails mixen, damit da etwas mehr Stimmung aufkommt, wenn es sich dadurch machen ließe den Euro zu einer realitätsnahen Bewertung zu kriegen. Ein deutlich schwächerer Euro könnte uns nun wirklich nicht beunruhigen. Der "starke" Euro hat Millionen Arbeitsplätze von Europa nach Asien verlagert. Normalerweise sollten sich alle Arbeitslosen und Gehartzten einen Tag pro Woche 24 Stunden, rund um EZB und Bundesbank zu einer Mahnwache versammeln. Geschrieben von: HRR, am 18-11-2009 17:29 Ich frage mich jetzt schon, was die Schweiz macht, wenn der Euro schwächelt. Entweder schliesst sich dann das Exportfenster komplett oder die SNB muss seine Bilanz noch mehr ausweiten. Auch keine schönen Aussichten. Geschrieben von: Michael, am 18-11-2009 20:03 Warum soll das die SNB beunruhigen ? Der CHF sollte zum € irgendwo um 1,4 stehen. Daraus errechnet sich dann aber auch ein etwas anderer Wechselkurs zum Dollar, der ,mit 1,0 vielleicht etwas zu viel Härte zeigt. Alles in allem bei den Wechselkursen herrschen babylonische Verhältnisse. Es ist Zeit, dass die Zentralbanken mal ein paar Takte gesagt kriegen. Daneben hat der CHF recht kräftig am immer schwächer werdenden Dollar mitverdient. Er hatte ja 5 Jahre lang auch immer "abgewertet". Bestimmt nicht zum Nachteil der Eidgenossen. Jetzt darf er auch mal etwas realer bewertet werden. Geschrieben von: HRR, am 18-11-2009 21:04 @Michael Hast recht, wenn der Euro schwächelt und der US$ gegenüber dem CHF steigt, ändert sich für die Eidgenossen nicht viel. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Krise links und rechts • Börsennotizbuch , am 18-11-2009 12:55 (PB) [...] Die Schattenseiten des Euro … sind in Griechenland zu sehen (Zeitenwende.ch). [...] |