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Die Macht der Wall Street |
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Freitag, 22. Mai 2009 |
Nicht die unsichtbare Hand des Marktes, sondern die unsichtbare Hand
der Interessensverbindungen bestimmt die Wirtschaft. Das erfahren jetzt
auch die Leser des Zürcher Tagesanzeigers. Das Thema wird
langsam aber sicher salonfähig, nachdem es jahrelang ignoriert
wurde.
Der Tagi hat den ehemaligen
Währungsfonds-Chefökonomen Simon Johnson zum
Interview gebeten, der den Zeitenwende.ch-Leser bereits seit dem
Artikel Simon Johnson - twelve points bekannt ist.
Es ist ein Fakt, dass die Wallstreet mit Millionensummen
Wahlkämpfer unterstützt hat, während sich
Politiker für den Abbau gesetzlicher Vorschriften stark
machten.
Genau so isses. Der Stabschef von Obama Emanuel Rahm gehört zu
den grössten Empfängern von Wahlkampfspenden der Wall
Street (Quelle),
Fannie Mae und Freddie Mac hatten Dutzende von Lobbyisten in Washington
(Quelle)
und zu den Top-Empfängern von Wahlspenden aus den Taschen von
F & F über die Jahre 1988-2008 gehörte Barack
Obama. (Quelle)
Das sind nur ein paar wenige Beispiele, wie Grosskonzerne die Politik
unter Kontrolle gebracht haben.
Der Vollständigkeit halber noch eine deutsche Version: Die
verschiedenen Hüte von Jörg
Asmussen, Staatssekretär von Steinbrück, der sich
für eine lasche Bankaufsicht einsetzte. (Quelle)
Der Wallstreet ist es gelungen, Washington weiszumachen, dass alles,
was gut für den Finanzsektor ist, auch gut fürs Land
ist. Viele Beamte im Finanzministerium haben ja zunächst an
der Wallstreet Karriere gemacht. Die Grossbanken bilden einen wichtigen
Teil der politischen Klasse aus. So brauchen sie sich des Instruments
der Bestechung gar nicht zu bedienen.
Der bekannteste "Ueberläufer" ist sicher der ehemalige
Finanzminister Hank Paulson, der zuvor CEO bei Goldman Sachs war. Aber
es gibt viel mehr: Hier, Hier
oder Hier
Das Interview mit Simon Johnson: Wir
müssen die Macht der Wallstreet brechen
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