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Die längste Rezession seit 1933 PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 6. Januar 2009
Die aktuell laufende Rezession in den USA, deren Ende noch nicht in Sichtweite ist, könnte die längste seit 1933 werden. Dies hilft auch zu erklären, weshalb Investoren soviel Mühe darin bekunden, den Aktienmarkt richtig einzuschätzen, schreibt das Wall Street Journal.

Da Zahlenmodelle der Finanzindustrie nur unter gewissen Annahmen funktionieren, Annahmen, welche sich an "normalen" Zeiten orientieren, scheitern sie nun überall. Zugrunde liegende Daten wie Unternehmensgewinne, Zinssätze oder die durchschnittliche Länge einer Rezession sind im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld unbrauchbar. Die meisten Oekonomen befinden sich seit dem vergangenen Jahr auf unbekanntem Terrain und suchen immer noch nach Orientierung.

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Quelle: Big Picture

Ich hatte mit solchen Modellen schon immer meine liebe Mühe, weil sie das Fundament, welche die Wirtschaft am Laufen hält, völlig ausklammern: den Kredit.

Je mehr Kredite gesprochen werden, desto mehr brummt es in der Wirtschaft. Doch das Kreditwachstum ist kein Perpetuum Mobile, deshalb musste die Blase spätestens nachdem selbst die ärmsten Amerikaner noch Häuser gekauft hatten platzen. Es fehlten schlicht und einfach Neuschuldner. Wer hätte dies denn sein sollen?

Auch die Finanzindustrie hatte in den Zeiten, als sich die Konsumenten bis zur Halskrause verschuldeten, nicht etwa Reserven angelegt, sondern das Eigenkapital reduziert und die Bilanzen aufgebläht. Ihnen fehlt jetzt der nötige Puffer, um die nicht bedienten Schulden aufzufangen.

Als Neuschuldner verbleibt jetzt nur noch der Staat, etwas wenig, wenn man berücksichtigt, dass fast alle westlichen Staaten dank Konsumkrediten floriert haben und der Osten seine Industrie auf diese Konsumenten ausgerichtet hatte. Egal wieviel Konjunkturprogramme noch aufgelegt werden, wir müssen dankbar sein, wenn die aktuelle Rezession nicht die Länge der 30er Jahre übertrifft.

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Berrnhard aus Frankfurt website, am 07-01-2009 01:12
100% Zustimmung.

Für mich ist Deine Überraschung überraschend. Mal ehrlich: Das, was Du da schreibst, ist Dir doch schon länger bekannt.

Deutschland: Stellen wir uns auf magere Jahre ein - Der Lernfortschritt in unserer deutschen neoliberalen Führungselite befindet sich immer noch bei Null.

Gruß
Bernhard


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