Kredite sind die Muttermilch des Kapitalismus, deshalb tun Regierungen und Zentralbanken alles was in ihrer Macht steht, um genug Milch bereit zu stellen. Sie versuchen dabei die Wirtschaft am Laufen zu halten und gleichzeitig den ranzigen Geschmack der Inflation zu tarnen. Doch dummerweise kommt es vor, dass auch mal die Kühe schlapp machen, weil eine Krankheit sie befällt oder die Wiesen abgegrast sind. Und genau da stehen heute die Finanzmärkte, schreibt Bill Gross in seinem Investment Outlook "Mooooooo!"
Ich könnte ihm nicht mehr zu stimmen. Die Milchmädchenrechnung ist nicht aufgegangen.
Als Milchmädchenrechnung wird die finanzielle Planung eines Vorhabens bezeichnet, bei der abzusehen ist, dass diese das Vorhaben niemals tragen kann, weil sie auf Trugschlüssen beruht.
Einer dieser Trugschlüsse war, dass Immobilienpreise immer weiter steigen. Aus dem Märchen ist ein Albtraum geworden. Im Gegensatz zum Frosch, der wenn er geküsst wird, sich zu einem Prinzen verwandelt, hat sich die froschähnliche Wirtschaft in etwas verwandelt das Godzilla ähnelt.
Und plötzlich wankt der turmhohe Dinosaurier und droht die Wirtschaft mit sich zu reissen. Doch noch wehren sich die Erschaffer dieser Kreatur und wollen die Krise wieder unter Kontrolle bringen. Ob es ihnen gelingen wird?
In einem Kommentar schreibt die NZZ: Eines der Bonmots über den Aktienmarkt ist jenes, wonach politische Börsen kurze Beine haben. Damit ist gemeint, dass von politischen Ereignissen ausgelöste Kursbewegungen meist nicht nachhaltig sind. Dies lässt sich wunderbar am US-Aktienmarkt anhand der letzten zwölf Monate zeigen. (mehr).
Bill Gross geht davon aus, dass der Grabstein hinter diese amerikanische Immobilienkrise erst gesetzt werden kann, wenn bis zu 1000 Milliarden US$ an Verlusten aufgelaufen sind. 1000 Milliarden sind zwar viel, schreibt Gross weiter, aber im Zeitalter der Photoshop Zauberei scheint es, dass Experten fast jedem Unternehmen zu einem hübschen Aussehen verhelfen können. Man muss ja nur die Abschreibungen etwas staffeln und empfehlen, dass marktgerechte Buchhaltung (mark to market) nicht umsetzbar sei für Banken.
Eine Bemerkung, die mich flugs zur Gewinnwarnung der Münchner Rück wechseln lässt, die heute "überraschend" ihre Gewinnprognose für 2008 senkte.
Für den weiteren Jahresverlauf ist mit weiteren Abschreibungen zu rechnen, sofern das derzeitige Kursniveau bestehen bleibt. Sollte die von einigen Marktteilnehmern erwartete Kurserholung eintreten, werde dies allerdings nicht der Fall sein.
Wie hoch die Abschreibungen wären auf Basis der aktuellen Kurse, das verrät die Münchener Rück leider nicht.
Egal wo man auch hinschaut - es fehlen die Fakten. Niemand weiss wirklich, wie es um die Unternehmen steht. Wir wissen nur, dass die Immobilienpreise in den USA immer noch weiter sinken. Das ist in einem Land in dem der Gesamtwert aller Liegenschaften auf 20'000 Milliarden US$ geschätzt wird kein Pappenstiel.
Das Schlusswort gebe ich nochmals Bill Gross. Seine Empfehlung an die Investoren: Kaufen Sie nur beste Qualität - bis - bis, nun ja ... bis die Aussichten für Immobilien wieder besser werden oder die Kühe wieder Milch geben, was auch immer zuerst eintreffen mag.
Bill Gross: Mooooooo!
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Geschrieben von: Frank , am 26-07-2008 22:00 Eigentlich war es irgendwie abzusehen, Zinsen müssen erarbeitet werden und irgendwann, bei zu vielen Krediten funktioniert das nicht mehr. Wenn das mal nicht erst die Spitze des Eisberges war. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Gewinnziel gestrichen, dennoch weiter verhaltener Optimismus bei der Münchner Rück » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog , am 03-03-2009 20:50 (PB) [...] wirkten sich auf das Kapitalanlageergebnis aus: Es sank um 36,8 Prozent auf 5,8 (9,3) Mrd. Euro. Das Eigenkapital ist seit Jahresanfang auf 21,3 (31.12.2007: 25,4) Mrd. Euro gesunken; gegenüber dem 30.9.2008 ergab sich ein nur sehr geringer [...] |