Die Experten sind sich einig, das Schlimmste liegt hinter uns. Allein
am heutigen Dienstagvormittag gab es bei 20 Analystenmeinungen zu
deutschen Aktien nur eine einzige Verkaufsempfehlung. Das gleiche Bild
auch in den USA. Dort haben sich 90 Prozent unabhäniger Oekonomen für
das Ende der schlimmsten Rezession seit den 30er Jahren ausgesprochen.
Aus einem Bericht von Reuters:
The Blue Chip Economic Indicators survey of private economists released
on Monday showed about 90 percent of the respondents surveyed believe
the economic downturn will be declared to have ended this quarter.
Etwas
unterschiedlicher sind die Meinungen, wenn es um die Art und Weise der
nun zu kommenden Erholung geht. Fast zwei Drittel der Befragten rechnen
mit einem U-Verlauf, das heisst, nach dem Rückgang folgt jetzt ein Jahr
mit schwacher Aufwärtstendenz. Erst im zweiten Halbjahr 2010 wird dann
mit beschleunigten Wachstumsraten gerechnet. Etwa 17 Prozent gehen in
der Umfrage davon aus, dass wir eine V-Erholung sehen werden, ergo
gehts jetzt munter aufwärts. Etwa gleich viel rechnen mit einem W, bei
deren Erscheinen ein Rückfall zum Tiefpunkt erwartet wird.
Für
meinen Teil ziehe ich Zahlen den Buchstaben vor, um mir eine Meinung zu
bilden und was ich sehe, sind Erholungen in Branchen, welche direkt
oder indirekt von den Staatshilfen profitiert haben. Hartes Brot statt
grüne Sprossen gibt es hingegen bei den amerikanischen Konsumenten, das
macht mich skeptisch, da vorallem von den USA erwartet wird, dass sie
die Erholung anführen sollen.
Ausstehende Konsumentenkredite
sind im Juni um 10 Milliarden $ gefallen. Das ist der fünfte Rückgang
ohne Unterbruch, in dem die Schulden um 60 Milliarden reduziert wurden,
respektive 5.5 Prozent auf Jahresbasis. Diese Rückgänge sind in der
Geschichte einmalig. David Rosenberg schreibt dazu: Nach zwanzig Jahren
leben über den eigenen Verhältnissen, werden die amerikanischen
Konsumenten die nächsten Jahre unterhalb ihrer Verhältnisse leben
müssen. Das ist zwar nicht das Ende der Welt, aber der Deckel für ein
Nachfragewachstum, auf das jetzt viele spekulieren.
Kurzum:
Die grünen Sprossen spriessen an der Wall Street, bei Joe Sixpack ist
aber immer noch tiefer Winter und solange der nicht auftaut, wird es
keinen Aufschwung geben, der den Namen auch verdient.
Consumer Credit Statistik U.S. recession seen ending in third quarter
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Geschrieben von: georg, am 12-08-2009 06:02 'A Recovery Only a Statistician Can Love' http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/08 /11/AR2009081100988.html?hpid=topnews Was denn jetzt ? die sogenannten Experten sind völlihg überflüssig. gruss georg Geschrieben von: Thorsten, am 12-08-2009 17:55 Danke für den Artikel. Was David Rosenberg schreibt mag richtig sein. Doch ist die Frage wie weit unter ihren Verhältnissen sie leben werden müssen. Bzw. ohne Wachstum /Aufschwung müsste dem System doch in relativ kurzer Zeit seine letzte Stunde schlagen. Ein Nullwachstum über längere Zeit wird nicht möglich sein. So sehe ich es zumindest. Geschrieben von: Jenny , am 14-08-2009 08:39 Na, das sind doch endlich mal gute Nachrichten. Egal, ob U, V oder W: Fakt ist doch, dass es wieder aufwärts geht. Und wenn es jenen Unternehmen wieder besser geht, die Staatshilfen genossen haben, so profitieren davon ja auch diejenigen Unternehmen, die wiederum da dran hängen. Geschrieben von: Annika , am 16-08-2009 21:29 "...haben sich 90 Prozent unabhängiger Oekonomen für das Ende der schlimmsten Rezession seit den 30er Jahren ausgesprochen." - Herrlich! So funktioniert die Wirtschaft: Wenn sich genügend "Unabhängige" dafür "aussprechen", dass die Krise jetzt zu beenden sei, so wird es auf kurz oder lang sicher so kommen. Warum auch nicht? Die Leute kommen aus den Sommerferien und der Spuk ist einfach vorbei... Artikel kommentieren
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